Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Barras

zu den unentbehrlichsten Hülfsmitteln desStudiums derKirchcngeschichte. Vorzug:lich zur Widerlegung der „Magdeburg . Centurien" geschrieben, tragen sie aber zustark das Gepräge «»historischer Parteilichkeit für das Papstthum an sich, als daßauch die Darstellung der Thatsachen und der Gebrauch, den B. von seinen O.uellenmacht, Zutrauen verdiene» konnten. Häufig sind jene entstellt und diese absichtlichverdunkelt oder gar verfälscht, je nachdem der Hauptzweck des Werks, zu beweise»,daß die Lehre und Verfassung der röm. Kirche seit den ersten Jahrh, ganz dieselbegewesen sei, die sie zur Zeit der Reformation war, und folglich die Protestanten derDorwurf frevelhafter Abtrünnigkeit vom wahren Christenthum treffe, solche Hülfs-mittel zu erfodern schien. Za, um die Anmaßungen und Mißbräuche der Papst-gewalt als uralte apostolische Einrichtungen zu beschönigen, erniedrigt sich B. biszurMitrheilung erdichteter Urkunden und Erzählungen. Die List und Conseguenz inder Ausführung solcher Beweise, die Kunst der Anordnung und die faßliche, zwarweder im larein. Ausdruck noch in derDarstellung des Stoffs vorzügliche, aber durchden Ton gründ!. Untersuchung blendende Sprache vermehrt nur die Gefahr der Un-kundigen, dadurch ein ganz falschesBild von derGeschichte der christl.Kirche zu er-halten. Diese „4i>i>t>Ie5 ere1<',<m><üi>.'i .1 (Airiüto Iiolo :u! o. 1198. !> (1. lüxoxio"(Rom 1588—1601, 12 Bde., Fol.) wurden oft nachgedruckt, mit Verbess. des Dfs.zu Mainz 1601 fg., in 12 Bdn. Fol., schöner zu Antwerpen 1589 fg., in 10 Bdn.Fol. Doch fehlt in dieser Auög. die Abhandl. „O,- Vloii-xulx-, 8irili.->e", welchedie u. d.N. bekannten kirchlichen Gerechtsame des Königs von Sicilien bestreiket unddaher von dem span.Hofe verboten wurde. Viele, besonders chronologische Fehlerdes Werks, verbesserte der Franciscaner Anton Pagi in s. vortreffl. Kritik desselben(„(äi itic» bi8t»i ieO-cbronuIu^ie» in Xnn. Il:>ron. Xntverp." Gens 1105 fg.,4 Bde., Fol.), und auch andre kath. Gelehrte haben s.Mängel gerügt, die der Tadelder Protestanten natürlich ani stärksten treffen mußte. Unter den Forts. derAnnalen,deren keine der Arbeit des B. gleichkommt, hat Raynaldi (->!>-,. 1198—1565,Rom 1646 fg., 8 Bde., Fol., sortges. bis 1611 vonLaderchi, Rom 1128 fg.,3Bde., Fol.) die reichhaltigste geliefert. > 31.

Barras (Paul Fram ois ZeanNicolas, Dicomte de) Mitgl. des National-conventS, nachher des vollziehendenDirectoriums, geb. zu Fohempoup in der Pro-vence den 30.Zuni 1155 aus der Familie der Barras, deren Alter in der Gegendzum -Lprüchworc geworden war, diente als Unterlieut. im Regina von Languedocbis 1115. Um dieseZeit machte er eine Reise nach Zsle-de-France, wo einer seinerVerwandten Gouverneur war, und trat in das Regiment von Pondicherv; danndiente er aufSuffren's Geschwader, war 2 Mal in Zndien, rettete auf de» Mal-diven die gescheirc-te Mannschaft eines Schiffs und vertheidigte Pondicherv. .Nachs. Rückkunft überließ sich Capit. B. seinem Hange zu Spiel und Weibern und zer-rüttete dadurch sein Vermögen. Die Revolution trat ein; er zeigte sich als Gegnerdes Hofes und spielte s. Rolle in der Versammlung des dritten Standes, währendsein Bruder in der des Adels saß. Den 14. Zuli 1189 nahm er Theil an dem An-griffe auf die Bastille, sowie den 10. Aug. 1192 gegen die Tuilerien. Darauf warder zum Geschworenen bei dem Gerichtshöfe von Qrleans ernannt, und im Sept. zumAbgeordneten bei demNationalconvent, wo er für den Tod Ludwigs XVI. stimmte.Zm-Oct. ward er nebst Fröron in die mittägigen Provinzen geschickt und zeigte sichzu Marseille minder heftig als dieser. Er bewirkte als Kriegscommissair den Über-gang über denVar; auch nahm er unterDugommierTheil an der Belagerung vonToulon , wo Bonaparie die Artillerie mit befehligte. So fest er s.Ruf als Paviotbegrüntet hatte, so mißfiel er doch Robespierre . Nur B.'s Drohung, Gewalt mitGewalt zu vertreiben, hielt Jenen zurück; Robespierre beschloß, ihn in die g'vßeProscripiion, mit der er umging, zu verwickeln. B. vereinigte sich daher mittenAusschußmitgliedern, die ebenfalls ihren Fall nahe sahen und einen Machtstieich