Barre
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versuchen mußten, um ihren Unterdrücker zustürmn; er spielte auf diese Art eineHauptrolle am 9. Thermidor (27. 2"l> 1794). Man gab ihm den Oberbefehl derbewaffneten Macht; er t'ieb die Truppen Henrior'S zurück und bemächtigte sich Ro-beSpierre'S. Den 4. Febr. 1795 ward erPrasident. Am 13. Vcndemiaire (5. Ocr .1795), als die rovalistisch-gesinnren Sektionen gegen denConvcnl anrückten, erhieltB. abermals den Oberbefehl über die Truppen desConventSund das Bataillon derzu Hülfe herbeigeeilten Patrioten. Bei dieser Gelegenheit berief er den Gen. Bona-parke an s. Seite und machte von dessen Diensten trefflichen Gebrauch. In seinemBerichte schrieb er den Sieg diesem jungen Generale zu und erhielt wenige Tagedarauf für ihn den Oberbefehl des Heers im Innern. Seine wichtigen Dienste be-förderten ihn ins Direktorium. Man hat gesagt, daß Bonaparre ihm das Com-mando der ital. Armee zu verdanken gehabt habe. Wie dem auch sei, so fühlte dochB., daß Bonaparte Dem, der ihn zu leiten vermöchte, ein entschiedenes Übergewichtgeben wurde, und brachte von Carnot das Portefeuille des Kriegsministers an sich.Dieses entzweite Beide, und Carnot neigte sich deßhalb einige Zeit auf die Seite desRathes, in dessen Mitte sich eine Partei zrw Einschränkung derDirectorialmachk undbesonders der Gewalt des B. gebildet hatte. Die Spaltung konnte sich nur mit demSturze der einen oder der andern Partei endigen; die des Rathes sank bei den Er-eignissen des 18.Fructidor(4.Scpt. 1797), wovonB. einer der Haupturheber war.Von diesem Zeitpunkte an regierte er unumschränkt bis zum 13. Juni 1799, woSieyeü in das Direktorium trat. B. wußte dessenungeachtet sich neben Jenem zuerhalten, wahrend Merlin vonDouay, Treilhard und Lareveill, re-Lepaux sich genö-thigt sahen, ihren Abschied zu nehmen. Er selbst aber ward ein Opfer des 18. Kru-maire (9.Nov.1799). In einem höchst ungeordneten Briefe, den er nachSt.-Cloudsandte, legte er s. Stelle nieder und erhielt auf sein Verlangen vom ersten Consule,neBegleitung, die ihn aufsein Gut Grosbois brachte. Er nahm kein öffentl. Amtan. Nachher verkaufte er Grosbois und zog nach Brüssel , wo er mehre Jahre langein ansehnliches Haus machte. 1814 erhielt er die Erlaubniß, sich in das mittägigeFrankreich zu begeben. Dann lebte er zurückgezogen zu Chaillot bei Paris , wohl-thätig für Arme, und starb den 30. Jan. 1828. 200 Arme folgten seiner Leiche.Man erwartete von ihm Memoiren; allein seine hinterlassenen Schriften wurdenauf Befehl der Regierung versiegelt.
Barre, im Berg - und Münzwesen : ein länglich viereckiges, mehr cdermiikder starkes Stück gegossenen Silbers oder Goldes; die längern und schmälern,mehr stabformigen Stucke heißen Zain.— Bei der Schifffahrr hat Barre mehreBedeutungen, z. B. der Ruderstock, oder die Stucke Holz, die um den Mast unterden Mastkörben sich befinden, um diese zu halten w; ferner ein» Sandbank cdereine Reihe Klippen im Meere, besonders an den Mündungen der Flüsse; endlichgewisse gefährliche Wellen längs der Küsten von Guinea in Afrika .
Barre, engl. br.i. die schranken, welche dieMitglüder eines Gerichtshofesvon Denen absondern, welche Etwas vorzutragen haben oder Etwas anhören sollen.Auch das engl. Parlament har am Eingänge solche Schranken, und die National-versammlung Frankreichs behielt diese Einrichtung und den Gebrauch bei, Alle, vonwelchen sie Auskunft oder Rechenschaft verlangte, vor ihre Schranken zu fodern.Dieser Eingriff einer Behörde, welche bloß discuriren sollte, in richterlicke und exe-kutive Funktionen hat die Gräuel der Revolution zur Folge gehabt. Die National-versammlung herrschte durch den Pöbel von Paris und wurde von ihm beherrscht.Zu der Zeit, als in Paris täglich 50 Menschenleben der finstern Trrannei Robcs-pierre's zum Opfer gebracht wurden, als das Ungeheuer Carrier zu Names in einerNacht 300 unschuldige Kinder ersäufen ließ, hatte die Nationalconvention nicktden Muth, Menschen abzuweisen, welche ihre Arbeiten unterbrachen, um an denSchranken einige patriotische Couplets zu singen. Am 10. März 1794 machte sie