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Erster Band. A bis Bl.
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682
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682 Basedow

Gemeinwohls den Staat verwaltet, ohne auf Parteien und Privilegirte und ohneauf die Hofgunst Rücksicht zu nehmen. Frankreichs Minister bis zum 1.1822sind häufig von den liberalen Repräsentanten des Volks und von den Schriftstellernwegen ihres schwankenden Systems getadelt worden, und haben gleichen Vorwarfvon den Männern der Ulrrapartei hören müssen: daß sie nämlich beständig zwischenden Extremen beider Oppositionen im Volke geschwankt hätten. Im Der. 18-1vereinigten sich sogar dieUltras beider Parteien in der Deputirtenkammer gegen dieMinister. In der That ist es schwer, nach einem Systeme zu regieren, wennman seine Direktion nicht in einem festen Rechtszustand, sondern in halben Maß-regeln, und bei Ämterbesetzungen in Rücksichten für vielgeltende Beamten undCandidaten der Staarsämter, und nicht in Talenten, Thätigkeit und Vaterlands-liebe der sich anmeldenden Bewerber sucht. Ein schwankendes Benehmen einesMinisters in der Vollziehung der StaatSgesetze beweist, daß dieser sich um jedesOpfer halten will, selbst mit Aufopferung seiner AmtSehre.

Basedow (Johann Bernhard), von sich selbst auch oft Bernhard von Nord-albingen genannt, gehört zu den merkwürdigern Männern seines Jahrh. JnHam-burg, wo sein Vater Perückenmacher war, den 11. Sept. 1723 geb., besuchte erdas dasige Johanneum und studirte in Leipzig Philosophie und Theologie, von woer als Hauslehrer nach dem Holsteinischen ging, 1753 Lehrer der Moral und derschönen Wissenschaften an der Ritterakademie zu Soroe und 1761Lehrer am Gym-nasium zu Alcona ward, wo er mehre, wegen ihrer Heterodoxie verbotene Schrif-ten herausgab. Die Erscheinung des „Emil" von Rousseau (1762) begeisterte ihnmit dem Gedanken, Verbesseret des Erziehungswesens zu werden und die Grund-sätze Rousseau's und des von ihm sehr geschätzten EomeniuS in Ausübung zu brin-gen. An Talent und Kraft dazu fehlte es ihm nicht, auch fing er das Werk mitFeuer an, und seine Zeit war nicht unempfänglich. 15,000 Thlr. Beiträge vonFürsten und Privatpersonen deckten die Kosten seines Elementarwerks, das nach denpomphaftesten Ankündigungen als ein oiln» piotnrmit lOO Kupf. (v. Chodoniecky)in deutscher, franz. und lat. Sprache 1774 erschien. Er sollte der Jugerd eineMasse Vorstellungen aus der wirklichen Welt geben, um zugleich die Augen zu er-götzen und den Weltbürgersinn zu entwickeln, auf den es B. bei seiner Erziehungs-methode abgesehen hatte. Die Musterschule dieser Methode wurde seit 1174 zuDessau , wohin der edle Fürst Franz Leop.Friedr. ihn schon seitllll berufer hatte,sein eröffnetes Philanthropin. Doch versprach er mehr als er leistete; sein mruhi-ger, immer mit weit aussehenden Planen und Idealen beschäftigter Geist md eineseinen Mitarbeitern oft fühlbare Herrschsucht ließen ihn nicht ausharren, schon1778 verließ er nach vielen Händeln, besonders mit seinem fleißigern, aber eigen-sinnigen Mitarbeiter Wolke, das Philanthropin, fuhr aber mir gleichem Eisir fort,durch viele pädagogische und philosophische -Schriften, die mehr nach Populartät alsnach Gründlichkeit strebten, für seine Ideen thätig zu sein, bis er nach öfterm 'Wech-sels seines Aufenthalts d. 25. Juli 1790 zu Magdeburg starb. Sein Einfluß nif dieDenkart seiner Zeit war groß; um die damals anhebende Aufklärung von Teutsch-land hat er ein entschiedenes Verdienst, und wenn ihni auch die Humansten die ,Herabwürdigung der Alten, wozu ihn am meisten der Mangel an eigner arürvlicher -Gelehrsamkeit verleitete, und eine Menge von Ü bertreibungen, Mißgriffen unk Spie- -lereien mit Recht vorgeworfen haben: so wird ihm doch Niemand streitig nacheu, -daß er durch seine siegendeBeredtsamkeitfür die vonDielen vergessene Heiligesacheder Menschenerziehung Aufmerksamkeit und Begeisterung zu wecken, treffliche (sdeenund nothwendige Wahrheiten in schnellen Umlauf zu setzen und die Theil,«ahne derRegierungen zu gewinnen verstand, obwol er selbst lieber umwälzen und neu sckas- ,fen, als ausbilden, ordnen und vervollkommnen mochte. Seine philosopü und ^Pädagog. Schriften sind im „Gelehrten Deutschland" verzeichnet. Sein Lebn hak j