Band 
Erster Band. A bis Bl.
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683
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Basel (Stadt) Basel (Kirchenversammlung) 683

Meyer beschr. (Hamb. 1791 u. 92, 2 Bde.). Über s. Methode und Musterschulevgl. PhilanthropinismuS.

Basel, die größte Stadt in der Schweiz , Hauptst. des CantonS gl. N., derauf 13 UM. 47,500 reform. E. zählt und,409 M. zum Bundescontingente stellt.Sie liegt in einer schönen Gegend (7° 3UO.L. und 47" 40^N. Br.), ist im Ganzenwohl gebaut, hat in 2119 H. 16,400 E. und wird durch den Rhein in die „mehre"und „mindere" (größere und kleinere) Stadt getheilt, welche durch die 715 rheinl.Schuh lange Rheinbrücke verbunden sind. Zwischen den Bewohnern beider Stadt-theile herrschte seit uralten Zeiten eine Abneigung, die noch jetzt nicht gänzlich auszu-rotten ist. Ehemals war B. eine Reichsst., trat aber 1501 in den Schweizerbund.DkolampadiuS, GrynäuS, Buxtorf, Wetstein, Hermann, die Bernoulli und Euler wurden hier geboren. Auch Erasmus lebte hier mehre I. lang und liegt in der re-form. Dcmkirche begraben, Zu den Merkwürdigkeiten gehört die 1459 gestist.Universität mit e. trefft. Bibliothek, e. Münzkabinet, e. boran. Garten, e. Gymna-sium, e. Kunst- und Naturaliensamml., 15 Gemäldesamml., e. von Iselin 1766gestist., durch nützliche Schriften ausgezeichnete Gesellschaft zur Beförderung undAufmunterung des Guten und Gemeinnützigen, die 1824 eine landökonom. Ar-mcnschule eröffnete, 1825 ihre 59. Iahresgesch. herausgab und 483 Mitgliederzählte; e. Seminar für Missionarien, die deutsche Bibelgefellsch., welche Bibeln mitstehenden Lettern druckt und bei jeder Anst. mehre Hundert an die Armen vertheilt.Zu den Eigenheiten B.'S zählt man, daß die Uhren um e. Stunde gegen die Uhrena. L). vorgehen, sowie daß die Stadt bis zum März 1826 noch keine allgemeineStraßenbeleuchtung hatte, Die Stadtverwaltung ist in den Händen eines großenRaths von 280 Mitgl., aus deren Mitte der kleinere Rath, bestehend aus 60 Per-sonen, gewählt wird. Der Handel ist ausgebreitet, hauptsächlich durch die Erzeug-nisse der Seidenbandmanufactur, auch die Fabr. von Seidenzeuchen, Cattun , Pa-pier, Leinwand und Handschuhen, sowie die Bleichereien und Färbereien, sind be-deutend. 1818 hatte derCant. B. 800,000 Fr. Schulden und 1828 eine baareEr-sparniß von 400,000 Fr. In der neuesten Zeit hat die Universität B. besondereAufmerksamkeit erregt, indem die in Deutschland wegen politischer Gesinnungengewissermaßen geächteten berühmten Lehrer, wie de Wette, Sncll u. A„ hier Auf-nahme gefunden. (Vgl. „Geschichte der Stadt und Landschaft Basel , von Pct.Ochs" (Basel 1821,fg„ 5 Bde.) und M. Lutz: „Geschichte der Universität Basel "(Aarau 1826).— über die Echlacht zu St.-Iakob (1444) s. Schweiz .

Basel , allgemeine Kirchenversammlung. Auf der Kirchenversammlungzu Konstanz angekündigt, vom Papst Martin V. und dessen Nachfolger Eugen IV. ausgeschrieben, begann sie den 14, Dec. 1431 unter Vorsitz des CardinalkegatcnJulian Eäsarini von Sk.-Angelo, um die Ketzereien (die Hussitische zunächst)auszurotten, alle christliche Völker mit der katholischen Kirche zu vereinigen, dieKriegs zwischen christlichen Fürsten zu beendigen und die Kirche an Haupt und Glie-dern zu reformiren. Doch schon ihre ersten schritte zu friedlicher Versöhnung derHussiten, die Julian mit einem Kreuzheere vergeblich bekriegt hatte, wollte derPapst nicht gutheißen und ermächtigte den Cardinallegaten zur Auflösung des Con-ciliums. Dieses wies das Ansinnen des Papstes mit scharfer Rüge seiner Hinterlistund Gleichgültigkeit gegen das Wohl der Kirche ab und setzte ungeachtet wiederhol-ter päostlicher Befehle, es nach Italien zu verlegen, unter dem Schuhe des KaisersSigmund, der deutschen Fürsten und Frankreichs , seine Verhandlungen fort, diedurch Vertheilung der Gegenstände in vier, aus Mitgliedern jedes Ranges und jederNation gleichmäßig zusammengesetzte, de» Plenarsitzungen vorarbeitende Deputa-tionen einen viel bessern Gang erhielten , als die Abstimmung nach Nationen oderRangclassen bei frühern Concilien erlaubt hatte. Um sich vor Störungen von Sei-ten Eugens IV. zu sichern, wiederholte es die konsianzer Beschlüsse von der Beuch-