Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Basis

Magazine für unentbehrlich hielt, so schien ihn, auch die vollkommene Sicherungder Operationslinie gegen Angriffe von der Seile unerläßlich, und er stellte daherden Grundsatz auf, daß die beiden Linien, die man von den Endpunkten der Basisnach dem Object ziehe, bei demselben einen rechten oder noch bester einen stumpfenWinkel bilden müßten. Die alle Gegner verachtende spräche Bülow'S, die Neuheitdes Gedankens, oft auch ein Mißverstehen der «Lache, am meisten aber Bülow'Sgänzlicher Mangel an Erfahrung, wodurch er oft in die gröbsten Irrthümer verfiel 'und den Anfänger in den Kriegswissenschafken, der dasWahre von dem blendendenFalschen nicht zu sichten verstand, auf die gefährlichsten Abwege brachte, veranlaßteviele Streitigkeiten über die neuen Grundsätze, und erst die gewaltigen Begeben-Heiken, welche von 1805—15 alles Andre in den Hintergrund rückten, brachten ^auch diesen Streit in Vergessenheit. Die 1814 erschienenen „Fragmente aus den >Grundsätzen der Strategie, erläutert durch die Darstellung des Feldzugs in Deutsch-land 1796", regten die Sache aufs neue an. Der Vers (Erzherzog Karl) geht indiesem class. Werke im Allgemeinen in die Ideen Bülow'S ein, er benutzt von ihm, ^was gut und wahr ist, verbessert die Irrthümer und Fehler des Unerfahrenen, trägtdie ganze Lehre mit einer Klarheit, Bestimmtheit und Kürze vor, die an die geprie-sensten Historiker des Alterthums erinnert, und bringt die Ltreitfrage so ins Reine,daß wol Niemand, den nicht Parteigeist verblendet, an der Richtigkeit der aufgestell-ten Grundsätze zweifeln kann. Auch er nimmt an, daß die Basis (nach seinerDesi- !mtion die Linie, welche mehre nebeneinanderliegende Punkte, bei denen die Kriegs- -bedürfnisse aufgehäuft liegen, mit einander verbindet) gedeckt sein muß. Sie soll,da die Operation auf Einer Straße gefährlich sein würde, aus mehren durch guteCommunication verbundenen, wo möglich befestigten Punkten bestehen, der Basisdes Feindes möglichst parallel laufen und sie, wenn es sein kann, sogar überragen.Entfernt man sich durch Vordringen zu weit von der Basis, so soll man sich eineneue gründen. Der Erzherzog erläutert seine Grund, tze in einem angenommenenKriegstheater im südlichen Deutschland und durch den eben dort 1796 wirklich ge-führten Krieg, wo ihm die bedeutendste und ruhmvollste Rolle ward.— Die letztenKriege haben übrigens die furchtbarste Lehre gegeben, daß der Grundsatz der Basisin der Natur der Sache begründet, ewig wahr und nur früher nicht deutlich genugerkannt sei; d:e sie nicht achtenden Feldherren find oft schrecklich bestraft, oder wenig-stens gefährdet worden. So drangen die Preußen 179-, ohne die Festungen Metz,Thionville, Landau :c. zu beachten, auf einer Operationslinie vor und waren beiValmy dem Untergang nahe; so löste sich Iourdan's Armee 1796, da er ohne ge-hörige Basis zu weil vorgedrungen war, nach einigen unglücklichen Gefechten fastganz auf; so erstarrten die verhungerten Lcharen Napoleons in dem russischenSchnee, da er unterlassen hatte, vor dem Vordringen nach Moskau sich am Dnepreine neue Basis zu gründen; so bestand der Krieg in der pyrenäischen Halbinsel jen-seits Madrid nur aus Partcigängerstreichen großer mobiler Colonncn, die an demUnterbrechen der Communication scheiterten; so war die kreisförmige Ltellung inder Schlacht von Leipzig eine Folge der bei Dresden von Napoleon nicht geachtetenBasis, und se waren endlich die Verbünderen 1814 inFrankreicb oft der Gefahrder Vernichtung ckusgesetzr, und nur tieKühnheit Blücber'S, die Beharrlichkeit an-drer Generale und der gute Geist der Truppen rettete sie. Man kann zwar einwen-den, daß ebenso viele Feldzüge, wo die Basis gänzlich vernachlässigt wurde, ein glück-liches Ende nahmen, daß Napoleon 1805 und 1809 nach Ostreich, früher mehr-mals nach Italien , ohne den angegebenen Grundsatz zu berücksichtigen, vordrangund eben dort die glänzendsten Resultate errang; allein hätte er in einem dieserFeldzüge eine Hauptschlacht verloren, so würde sich die Vernachlässigung schrecklichgerächt haben, und noch fester als die Regeln der Strategie steht der Grundsatz, nachden Umständen und nach dein Charakter des Gegners zu handeln und lieber durch