Baskerville
Basrelief 889
eine rasche und kühne That die Entscheidung herbeizuführen, als durch eine lang-same, aber sichere Verzehrung an Emkräftung zu sterben. 32.
Baskerville (John), englischer Buchdrucker und Schriftgießer, geb.1706 zu Wolverley, in der Grafschaft Worcester, war Wchreiblehrer und Lackirerin Birmingham , unternahm aber 1750, neue Schriften zu schneiden, die nachmehrjährigen Versuchen und vielen Kosten zu s. Zufriedenheit ausfielen. Er drucktemit denselben zu Birmingham 1756 s. Virgil in Medianguart, dem von la-teinischen Classikern später der Horaz, Tcrenz, Catull , Tibull, Proper;,Lucrez, Juvenal und Persiug, Sallust und FloruS in 2 Suiten, theils Quart,theils Qctav, folgten. Diesen gehören auch 2 Ausg. des Virgil (1767. 4., und1766) an. Außerdem druckte er mehre englische Classiker, z. B. den Miltonu. a. Werke, unter denen der Ariosto auszuzeichnen ist. Seine Verdienste um dwBuchdruckerkunst sind um so mehr einer rühmlichen Anerkennung werth, alsihm durchaus keine Aufmunterung zu Theil ward. Seine Typen könne» wegenihrer Schönheit noch jetzt als Muster dienen, wen» auch durch die Prachtdruck«eines Bodoni und Didvt die Erzeugnisse s. Pressen übertreffen worden sind. SeinVirgil und sein Neues Testament (Opf. 1763, 4.) werden in typographischerHinsicht ganz besonders geschätzt. B. starb 1775 in einem Alter von 69 I. Beau-marchais kaufte die von ihm nachgelassenen Druckschriften für 3700 Pfund unddruckte damit zu Kehl die Prachtausgabe von Volraire's Werken. B. war eindurchaus rechtlicher, gefälliger, aber finsterer Mann, von schönem Äußern. Erharte die entschiedenste Abneigung gegen allen äußern Gottesdienst, den er unterjeder Form für Aberglauben erklärte. Er machte es daher auch s. Erben ausdrück-lich zur Pflicht, s. Leichnam nicht auf den Kirchhof und unter kirchlichen Gebräu-chen, sondern ohne dieselben in einer aufs. Grund und Boten zu diesem Zweck er-bauten Pyramide zu begraben.
BaSguen, Basken, VascoueS (Vase, von Dassoc, d. i. Mann), Bis»cay er, der Name der Cantabrer (Gasconier), eines Volks, das in Spanien anden Pyrenäen wohnte. Wahrscheinlich sind sie Nachkommen der alten Jberier, di«vor den Celten Spanien in Besitz hatten. (Dgl. Wilh. von Humdoldt's „Etymcl^histor.-geogr. Untersuchungen über die Urbewohner Hispaniens") Am Ende Pe-tz. Jahrh, ließen sie sich an derNordseite dieses Gebirges zwischen demselben und derGewönne nieder. Nach langen Kämpfen unterwarfen sie sich den fränkischen Köni-gen. Unter den Karolingern wählte» sie sich einen eignen Herzog; als aber dieFamilie desselben erloschen war, kamen sie im 11. Jahrh, unter die Herrschaft vonAguitanien, und mit diesen, 1453 an Frankreich . Wie hab'» ihre uralte Spracheund alten Sitten, ;. B. die Nationaltänze, beibehalten. Sie sind sehr gute See-leute und waren die Ersten unter den Europäern, die auf den Wallsischfang aus-gingen, den sie aber seit geraumer Zeit nicht mehr betreiben. S>e bewohnen inSpanien die Provinzen Biöcaya, Guipuzcoa und Alava (zusammen 147 lJM.,188,000 Eiuw.); in Frankreich die Depart. Ober- und Niederpyrenäen, Arricgeund Obergaronne (etwa 70,000 Seelen).
Basrelief (ital. bas-o relievo ), gleichbedeutend mit Relief: mehr oderweniger erhobene Figuren ,n Stein, Gyps, Thon oder Metall gearbeitet, aufeinem flachen Grunde. Eigentlich bezeichnet Basrelief den niedrigsten G,ad diesesHervorragen-; Hautrelief den höchsten, wo die Figuren zur Hälfte ihres schein-baren Umfangs über die Fläche hervortreten. Einen völlig genügenden deutschenAusdruck dafür habe» wir noch nicht. Die Alten und die ihren Grundsätzen fol-genden neuern Künstler bedienten sich in ihren Reliefs gemeiniglich nur einer einzi-gen Fläche; allein die glückliche» Versuche mehrer Neuern, eines Bcrnini, Algardi,Angelo. Rossi, haben gezeigt, daß das Basrelief keineswegs in so enge Grenzenbeschränkt ist, und daß es durch gehörige Anordnung der Figuren und Beobachtun-EonrersauonS-Lericon. Ld. l. 44