Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Baß

gen der Lichter und Schatten sehr wohl eine verhältnißmäßige Täuschung in Rück-sicht der Flächen hervorzubringen vermag, wenn auch die Wirkungen der Malereidabei nicht erreicht werden können. Stellt der Künstler im Relief mehre Flächendar, so muß er allerdings die Figuren der ersten Fläche weit hervorspringen lassen,dessenungeachtet aber sind sie von einem talentvollen Künstler mit den Figuren derzweiten und dritten Fläche in Übereinstimmung zu bringen, sobald er nur den erfo-derlichen Platz hat. Den Gesetzen der Composition gemäß wird er die Hauptfigu-ren durch das höchste Licht und den höchsten Schatten herausheben. Aber dieserHauptschatten wird durch keine kleinen und magern Schattenpartien unterbrochenwerden, sondern vielmehr eine große Masse bilden, wodurch er gleichsam geschwächtwird und mit den übrigen in Übereinstimmung kommt. Kleine Lichtfäden, durchjene große Schattenmasse gezogen, würden die Harmonie stören. Die Bekleidungender Figuren der ersten Fläche müssen also im großen Styl, und an den Figurenselbst nichts von Verkürzungen sein, die, besonders nach vorwärts, von übler Wir-kung sind. Die ganzen Figuren der zweiten und folgenden Flächen und jederTheil derselben müssen weniger hervorspringen, keine so große Massen und feste ,Dinten bilden wie die ersten. Die Formen müssen je entfernter, desto schwächerund in ihren Umrissen, in Lichtern und schalten unbestimmter erscheinen; wobeider Künstler die Gesetze der Perspective aus das genaueste beobachten muß, da erdie Entfernungen auszudrücken nur wenig Vertiefung hat. Um nicht durch denSchatten, den unvermeidlich eine Figur immer auf die andre wirft, jede Täu-schung vernichtet zu sehen, muß er die Figuren so ordnen, daß diese Schalten na-türlich scheinen. Bei den Alten findet man Basreliefs in den Giebelfeldern undFriesen der Tempel und Häuser, an Altären, Triumphbogen, Monumenten,z. B. Sarkophagen, auf Schildern, Vasen u. a. Gerärhen von hartem und festemMaterial. Berühmt sind die von Bröndstedt, Coguerel >c. aufgefundenen Bas-reliefs i» dem Tempel des Apollo zuPhigalia, welche an das brit. Museum für15,000 Pf. verkauft worden sind. Bekannt sind auch die Basreliefs an derTra-janssaule. Unter den neuern Basreliefs sind die von Bandurli, Ghlberti undLucca della Robbia in Florenz berühmt. Das Basrelief dient zur Verzierung vonWerken der Baukunst und soll daher immer mit dem Charakter des Gebäudes, zuwelchem es gehört, übereinstimmen.

Baß heißt in der Musik theils die unterste oder Grundnote eines Accords(Baßnote), theils die unterste oder tiefste Stimme (Partie) eines mehrstimmigenTonstücks; endlich die tiefste von den vier angenommenen Singstimmen. DerBaß ist der Grund, auf welchem das ganze Gebäude der Harmonie ruht, undmuß daher besonders gut und stark besetzt sein. Der gewöhnliche Umfang des Bas-ses als Singstimme ist vom großen b bis zum eingestrichenen ll oder e. Wie dieBaßmelodie von der tiefsten männlichen Stimme vorgetragen wird, so essodert der-selbe bei der Instrumentalmusik auch die liefern Instrumente, welche dem Singbaßan Umfang und Ton ähnlich sind, z. B. Fagott. Vorzugsweise aber nennt manunter den Instrumenten die Baßgeige, und zwar den Contraviolon und das Jiolon-cello so. Ersterer hat heutzutage gewöhnlich vier Saiten, und geht vom nesen o

(die Stimmung von unten herauf ist e, ,l. ^) bis ins cl und e. Der kleinereBaß (Dassetto oder gewöhnlich Violoncello genannt) wird ebenfalls mit vier Laitenbezogen, fängt in der Tiefe vom großen 0 an (die Stimmung ist c, cl, .->)

und geht bis ins k und g. Alle Baßstimmen und Baßinstrumente Haber ihreneigenthümlichen Notenschlüssel (Baßschlüssel), welcher auch der I-Schlüssl heiße,weil er auf die Stelle im Liniensysteme gesetzt wird, auf welche die Note, welcheda« kleine k bezeichnete, soll zu stehen kommen. (S. auch Contraviol-n undGeneralbaß.)