Batteux 69S
batterien, welche das Wurfgeschütz enthalten. Zn Ansehung der Lage unterschei-det man Horizontal -, erhöhte und versenkte Batterien. Die Einrichtung schwim-mender Batterien kann sehr verschieden sein. Gewöhnlich besteht eine solche auseinem Floß, auf dessen Mittellinie die Kanonen und vor den Kanonen Brustweh-ren von Wolljacken stehen. Das Floß wird durch ein starkes Tau an einem Balkenoder Anker befestigt, um welchen es sich wie um einen Mittelpunkt bewegen läßt,und durch Ruder oder Stangen an den Ort, wo man sich seiner bedienen will, ge-bracht. Über die von Ar-wn erfundenen schwimmendenBatterien, von denen 1782gegen Gibraltar Gebrauch gemacht wurde, s. Elliot. — Zn der Experimental-physik nennt man Batterien eine Verbindung mehrer Flaschen oder Metall-platten, um die Wirkungen der Elektricität und des Galvanismus zu verstärken.(S>. Flasche und Galvanismus.)
Batteux (Charles) machte in der ästhetischen Kunsttheorie Epoche. Geb.zu Allond'hui, e. Dorfe im BiSthume Rheims 1713, Kanonicus und 1730 Lehrerder Rhetorik und der Humaniora daselbst, 1781 Mitglied der franz. Akademie derWissenschaften u. Pros. am königl. Collegmm zu Paris , starb 1780. Seine Unter-suchungen gingen, wie die der meisten Ästhetiker, zunächst auf Poesie, von wel-cher er dann vergleichend zu dem Begriffe der Kunst aufstieg. Dazu kam, daß diefür classisch geachteten dramatischen Dichterwerke seiner Nation eine tiefere Wür-digung foderten und durch ihren Schimmer die Aufmerksamkeit Derer, welche überdie schöne Kunst Untersuchungen anstellten, vorzüglich auf sich zogen. Wie nundie Franzosen diese Werke den classischen Dramen der Griechen im hohen Ratio-nalgefühl an die -Leite zu stellen wagten, so schien es auch, als müßten die theore-tischen Grundsätze, welche von jenen Mustern abgeleitet wurden, auch von denWerken der Nachfolger und von allen übrigen gelten. So wurde B. aufAristote-les geführt und für dessen Grundsatz der Poesie, Nachahmung der Natur, so ein-genommen, daß er denselben auch auf die Malerei anwandte und mit einer geringenVeränderung, welche die bürgerliche Zeit zu erfodern schien, als „Nachahmung derschönen Natur" für alle Künste aufstellte. Delikt ihm konnte der Gegensatz zwischendem Pathos der Dichterwerke seines Zeitalters und der prosaischen Wirklichkeit nichtentgehen, ja er war wohl selbst in einer ästhetische» Grundmeinung seiner Nationbefangen, welche die Schönheit in der Kunst für eine verzierte Wirklichkeit hält;wie er denn in das Wesen der Schönheit, durch welche der Begriff der Kunst erstseine wahre Grundlage erhält, nicht tiefer eingedrungen ist. War daher bei seinemVorgänger Aristoteles die Ansicht von einer Nachahmung -der Natur, vorzüglichweil derselbe vom Drama ausging und bei einem schon poetischen Volke, welchesdas ideale Leben der Gegenwart und Vorzeit in den Werken seiner Kunst nur nach-gebildet zu haben schien, eine sehr verzeihliche Abstraktion der ersten Kunsttheorie,durch welche zuerst die Außenseite der Kunst bezeichnet wurde: so mußte sie zuB.'s Zeit auf mancherlei Irrthümer führen, da jene poetische Ansicht der Natur,vermöge deren der Künstler nur das Äußere wie im Spiegel aufzufangen scheintund gleichsam nur das Schöne sieht, verschwunden oder wenigstens nicht mehr dieherrschende war. Es mußte dagegen von einer Auswahl der Gegenstände der Na-tur die Rede sein, für welche kein Maßstab, kein Kennzeichen gegeben werdenkonnte; und die Aufgabe, die schöne Natur nachzuahmen, verleitete den nochschwankenden Künstler, entweder sich zu den Alten zu wenden und ihnen blind zufolgen, oder zu einem sogenannten Verschönern des äußerlich gegebenen Stoffes.So leuchtet ein, welchen unbestimmten Sinn dieser v. B. aufgestellte Grundsatzhatte, welcher in der Theorie der Musik und der ihr verwandten Künste nicht ein-mal durchzuführen ist, ja daß derselbe sogar, als Erklärung des Wesens der schönenKunst, in einem fehlerhaften Kreise geht, indem er das hier eigentlich zu Erklä-rende (das Schöne, als Wesen der schönem Kunst) in der Erklärung wieder voraus-