Bauingartm Baumschlag 715
schauerlichste. Überall sinket man von Tropfstein gebildete Figuren unk Säulen,welche in der dritten Hohle am vorzüglichsten sink, und worunter eine, die sogenannteklingende Säule, wenn man daran schlägt, einen starken Klang von sich gibt. DieHöhle hat den Namen von dem Bergmanne Baumann, welcher sie in der Absicht,Erze darin zu finden, 1672 zuerst besuhr, aber den Eingang, als er zurückkehrenwollte, lange vergebens suchte. Nach 2 Tagen fand er ihn, starb aber, von Hun-ger und Angst entkräftet, bald darauf.
Baumgarten (Alexander Gottlob), geb. d. 17. Iul. 1714 zu Berlin , einscharfsinniger u. klarer Denker, aus Wolf'S Schule, studirte zu Halle, war daselbsteine Zeitlang außerord. Pros., seit 1740 Pros. der Philos. zu Franks, a. d. O. undstarb in kieftr Lttadt d. 2V. Mai 1762. Er ist der Gründer der Ästhetik als einersystematischen Wissenschaft. Er sah nämlich das Verwirrende der von Kunstwerkenund ihrer Wirkung hergeleiteten Kunstregeln ein. Hierdurch unterschied er sichVortheilhaft von den Kunstlheoristen s. Zeit (vgl. z. B. Batteux), denn er suchtedie Kunsttheorie selbst wissenschaftlich zu begründen. Die Ergebnisse einer solchen,behauptete er, müßten allgemein gültig sein, welches sie nicht sink, wenn sie sichbloß auf Folgerungen ober Autorität grünkcn. Man müsse also zu tcn ersten,allgemeinen, aus ker Natur des menschlichen Geistes geschöpften Grundsätzen auf-steigen, wenn eine wahre Philosophie des Geschmacks entstehe» solle. In kerSchönheit aber bestehe das Wesen aller Künste. So weit war B.'S Behauptungrichtig. Die Schönheit selbst aber erschien ihm unter dem Begriffe der WölfischenSchule, als sinnlich erkannte Vollkommenheit, sinnlich vollkommene Erkenntniß dessinnlich Vollkommenen. Durch diese Erklärung machte er eines Theils das Schönebloß zu einem Gegenstände der sinnlichen Empfindung, wobei das höhere Wesendesselben ganz übersehen wurde, andern Theils wurde die Wissenschaft desselben, alsWissenschaft der sinnlichen Erkenntniß (diese Bedeutung hat bei ihm der für dieselbegewählte Ausdruck Ästhetik), eine von der Logik abgesonderte, in ihrem Wesen aberganz logische Theorie der Sinnlichkeit oder des sogen, niedern Erkenntnißvermögens.Denn er folgerte aus s. Begriff des schönen: daß die Regeln der Ästhetik aus denallgemeinen Regeln der Vollkommenheit fließen; und Vollkommenheit ist ihm, wieseinem Lehrer Wolf, Übereinstimmung des Gegenstandes mit seinem Begriffe. Da-durch unterscheidet er aber die logische von der ästhetischen Vollkommenheit, taß ihmjene eine deutlich erkannte, diese eine dunkle Erkenntniß ist, wodurch der Begriffeiner Wissenschaft des Schönen wiederum sehr schwankend wird. (S. Ästhetik.)Die Idee einer solchen Wissenschaft nun stellte er zuerst in s. akademischen Streit-schrift „Do nounuUir o,I puonn, pertüuuilil»!!," (Halle 1735, 4.) auf, und 7 I.nachher ward er aufgefoderk, diese Wissenschaft öffentlich vorzutragen. Aus fi.Dictaten entstanden Georg Fr. Meier's „Ansangsgründe aller schönen Wissen-schaften" (3 Thle., Halle 1748—50). Acht I. später gab B. selbst s. größeresWerk („1c!,tl>e>io->", Fkf. a. d. Q. 1750—58, 2 Thle., und mehrmals) heraus,dessen Vollendung aber sein Tod verhinderte. Nur die Einleitung, worin er denGrund des Ganzen legte, nebst der Heuristik, ist vollendet. Übrigens hatte er fastüberall bei Ausstellung s. Regel» nur die sogenannten redenden Künste vor Auge».(Eine genauere Würdigung der Baumgarten'schen Ansicht findet man in Heyden-reickfis „System der Ästhetik", S. 65 fg., und in Desselben Abband!.: „Entstehungder Ästhetik, Kritik der Baumgarten'schen -c.", im „N. xhll. Magaz." von Abichtund Born.) B.'S übrige philos. Schriften sind weniger berühmt. —> Meier, seinobenerwähnter Schüler, harB.'sLebcn beschrieben (Halle 1763). 4.
Baumscblag, in der Natur: der Wurf oder die Lage der Verzweigungender Bäume mir ihrem Blätterwerk, nach ihrer charakteristischen Verschiedenheit;in den zeichnenden Künsten: die Art derDarstellung derselben, besonders die Dar-stellung der Belaubungsart. Der Künstler hat dabei den Anfoderungen der Na-