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Erster Band. A bis Bl.
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Baumwerke

Baumwolle

tur, der Ästhetischen Idealisirung und der Technik Genüge zu leisten. Jede Gat-tung von Bäumen hat ihre Eigenthümlichkeiten im Stamme, in der Stärke, demAnsätze, der Stellung der Äste und Zweige, in der Form, Farbe und Stellung derBlätter, und der aus diestm Allen sich bildenden Krone. Einige dieser Eigenschaf-ten sind wieder dem Wechsel unterworfen , z. B. die Blätter und Zweige nach denJahreszeiten. Ferner hat die nächste Umgebung einen bedeutenden Einfluß aufdie Gestalt eines Baumes und seiner einzelnen Theile. Alles dieses kann derKünstler nur durch unmittelbares Studium der Natur kennen lernen. — Es fragtsich aber, wie weit er in der treuen Darstellung der Natur zu gehen habe, da die Er-fahrung lehrt, daß man sich oft bei allzu genauer Nachahmung der Natur in Klei-nigkeiten des Einzelnen verwickelt, welche die Wirkung des Ganzen stören. DieseUntersuchung weist auf die Anfoderung der zweiten Art hin. Dem ästhetischenCharakter aber, welcher hier ausgedrückt werden soll, liegt nämlich der natürlichezum Grunde; ohne das Wahre und Charakteristische kann das Schöne gar nichtzur Erscheinung kommen. Aber eben darum ist a» keine bloße Nachbildung zudenken, sondern vielmehr gerade darum, weil der Charakter im Ganzen mit rein-ster Bestimmtheit sich aussprechen soll, muß der Künstler Nebendinge von dem We-sentlichen sondern. Geschickte Technik endlich gehört zur Vollkommenheit. DerBaumschlag soll nicht mästen-und klumpenartig, sondern hohl und luftig erschei-nen, d. h. die untere Ansicht von Laubmassen, die über dem Auge oder Horizontevorkommen, soll man ebenso deutlich als die hinter derselben bestndliche» Massen,rundum, wenigstens zum Theil bemerken. Licht und Schatten, Farbengebung, Per-spective, sind die Mittel zur Erreichung dieses Zwecks, wozu Studium der Natur in-sofern verhilft, als nian das Auge übt, die Natur wie ein Gemälde zn betrachten.

Baumwerk e, eins der wichtigsten Mittel der Gartenkunst, um ästheti-sche Zwecke zu erreichen. Der Baum spricht durch sein ganzes Wesen Geist undGemüth an. Der Gartenkünstler, der ihn zu seinem Zwecke benutzen will, mußzuvörderst den Unterschied zwischen Baum und Strauch i»S Auge fassen, dannsehen, was Jedes einzeln, was es in Verbindung wirkt. Aus Verbindung derBäume entsteht die Allee, die Baumgruppe, der Hain , der Wald; aus Verbin-dung der Sträucher entsteht Hecke, Gebüsch, Wildniß, Labyrinth, aus beiden ver-eint Waldung. Alles zusammen umfaßt die Benennung Baumwerk. Seil man,die französische Künstelei in der Gartenkunst verlassend, die Natur selbst zum Mu-ster nahm, ward Bestandheit in dem charakteristischen Ausdrucke der Form derBäume, Betäubung, Malerei des Laubwerks und der Blüthen, Zeit der Blüthe,Dauer der Betäubung, Beschattung Hauptaugenmerk des Künstlers. Daß ver-schiedene Bäume durch ihre bloße Form einen verschiedenen Charakter ausdrücken,den auch der entlaubende Herbst ihnen nicht zu rauben vermag, lehrt die gemeineErfahrung. In ihrer höchsten Vollkommenheit aber erscheint diese ästhetischeEindrucksfähigkeit in der wechselnd gleichförmigen Bekleidung des Frühlings und'Sommers. Um also eine Charakteristik des Baumwerks zum Behufe ästhetischerGartenanlagen zu Stande zubringen, muß der Künstler sehen aufStamm, Zwci-gung, Belaubung, Blüthe und Frucht, je nachdem diese bald ästhetische Ideen zuwecken, bald den Sinn durch angenehmen Reiz zu ergötzen fähig sind, wozu inHirschfeld'S „Gartenkunst" treffliche Fingerzeige gegeben werden. Hat er sich einehinreichende, natürliche Charakteristik dieser Darsiellungsmittel seiner ästhetischenIdeen entworfen, so bleibt ihm nur noch übrig, die Anwendung davon zu machen.Diese geschieht entweder im Einzelnen, oder wovon die Hauptwirkung abhängt, inZusammenstellung mehrer, wobei es vorzüglich ankommt auf die Form der Grup-pen, die Malerei des Laubwerks, Licht und Schatten, Alles in Gemäßsten deseigenthümlichen Charakters einzelner Partien, deren Übergang und Contrast .

Baumwolle. Das Gewächs, welches die Baumwolle hervorbringt, ist