40 Jahren in England die Baumwollenmanufacturen ansingen, sich so sehr zuheben, konnten die Fabrikanten, ungeachtet aller Ersparung der Menschenhand durchMaschinen, nicht Hände genug für die einfacher gewordene Manipulation finden,daher überboten sich die Fabrikanten um geschickte Arbeiter und erhöhten nicht nursehr die Wochengelder, sondern sehten, zurErsparung im Tagelohn, erst dieFrauenund hernach selbst die Kinder zur Arbeit an. Dies schuf in dieser Fabrikarbeiter-classe eine kleine Wohlhabenheit und folglich auch einen Lupus, den sie früher nichtkannten. Als aber immer mehr Baumwollenspinnereien und Spinnmaschinen ent-standen und der Gewinn der Fabrikherren fiel, verminderten sich die Wochengelderder Arbeiter, und Elend trat an die Wtelle der vorigen Wohlhabenheit, ungeachtetdie Kirchspielscaffen Denen, die Kinder hatten, beträchtliche Zuschüsse bewilligten.Düse Arbeiter wollten ihre gewohnte Arbeit, und ihr Fabrikherr sein Gewerbe nichtaufgeben. Es krüppeln nun manche Fabriken, obgleich mit abnehmender Geschäf-tigkeit, fort, weil man immer auf bessere Verkaufspreise hofft, die Baumwolle selbstimmer niedriger ankauft und durch Verbesserung der Maschinerie noch mehr dieMenschenhand zu ersparen beflissen ist, zumal die englischen Baumwollenwaarensogar in Ostindien starken Absah finden. Die Baumwollenweberei traf zuerst diefür die Gesundheit aller Weber so wohlthätige Einrichtung, daß das Weberschiffohne Berührung des Webers durchs Gewebe läuft. Der Weber kann nun mehrArbeit täglich liefern und sein Geschäft aufrecht sitzend verrichten, auch breitereZeuche ohne Unbequemlichkeit weben. In Frankreich hält die Baumwollenwebereisich durch die Ausschließung alles fremden Gewebes gegen Englands Concurrenz.Vgl. Becker (in Chemnih), Köchlin, Oberkampf und Widmen ÜberBaumwollenfabrication hat Bernoulli in Basel 1825 ein lehrreiches Werk her-ausgegeben.
Baurisse, Entwürfe und Zeichnungen von einem Gebäude, aus denenman sich einen vollständigen Begriff von dessen innerer und äußerer Form und Ein-richtung bilden kann, und wonach die Bauleute sich richten müssen, damit das Ge-bäude der Absicht des Erbauers entspreche. Man hat Hauptriß, Grundriß, Auf-riß, Durchschnitte, perspectivische und Deckenrisse.
Bause (Johann Friedrich), Kupferstecher in Leipzig , geb. 1738 zu Halle,widmete sich seit s. 18.1. ganz der Kupferstecherkunst, ging 1759 nach Augsburg und kehrte 1 Jahr darauf »ach Halle zurück, wo er s. «rudien vollendete. Willein Paris , mit dem er correspendirte, war sein vorzüglichstes Muster, und dessen Be-lehrungen dankt er einen großen Theil s. Fortschritte. In Leipzig ließ er sich 1766nieder und ward in der Folge Professor der Kupfersiecherkunst bei der dortigenKunstakademie, sowie nachher außerordentl. Mitglied der berliner Akademie derKünste. Er hat glückliche Versuche in verschiedenen Manieren gemacht; fein blei-bendes Verdienst aber ist die Festigkeit und Reinheit seines Grabstichels. Seinehistorischen Blätter und vorzüglich seine Portraits, besonders nach Gemälden vonA. Grass, sind am meisten geschäht. «Lein ganzes Kupferstichwerk enthält über200 Blätter. Ein Verzeichniß davon liefert Meusel'S „Künsilerlepikon". Auchmachte er Versuche in Aguatinta u. a. Manieren. B. starb 1814 in Weimar .
Bauhen, richtiger Budissin , Haupt- und Sechsstadt der Oberlausihk. jachs. Antheils, auf einer westlich von steilen Felsen bewehrten Anhöhe, an derenFuße die Spree vorüberfließt. Sie beherrscht eine weite, meist ebene, nur im S.von bedeutenden Bergen begrenzte und größtentheils von Wenden bewohnte Ge-gend. Das in den Ringmauern gelegene königl. Schloß Ortenburg ist der-Lih derOberamtSregierung (seit 1819), als der höchsten Behörde der Oberlausitz , und desdamit verbundenen Hofgerichts. Die stände dieser Provinz halten jähr.ich 3Landtage in Bauhen, nehmen aber jetzt auch an den jachs. Landtagen Antheil. Unterden 11,500 meist lurher. Einw. gibt es viele Wenden, für welche in einer luther.