Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Bayard

Held des MittclalterS, der uneingeschränkt Lob und Bewunderung verdient. Ein-fach, bescheiden, ein aufrichtiger Freund und zärtlicher Liebhaber, fromm, mensch-lich und hochherzig , vereinigte sein Herz alle Tugenden in einem Grade, daß manobne das einstimmige Zeugniß der gleichzeitigen Lchriftstcller versucht sei» mochtezu bezweifeln, daß je in der Wirklichkeit eine solche Vollkommenheit zu erreichen ge-wesen. Das Haus Terrail, eins der ältesten in der Dauphin,'-, war berühmtdurch Adel und Ritterihaten. Der junge B., auferzoge» unter den Augen seinesOheims George tu Terrail, Bischofs von Grenoble , sog früh in der Lchule die- 'seS würdigen Prälaten die Tugenden ein, die ihn einst auszeichnen sollten. 13Jahre alt, trat er in die Zahl der Pagen des mit Frankreich verbündeten Herzogs ;von Savoyen. Karl VIII. , der ihn zu Lpon im Gefolge des Prinzen sah, war !erstaunt über die Geschicklichkeit, mit welcher der Jüngling sein Roß bändigte, jerbat ihn sich von dem Herzog und übergab ihn der Sorgfalt Pauls von Luxemburg, ,Grasen von Lignp. Die Turniere eröffneten ihm zuerst ein Feld des Ruhms und ^derEbre. 18 Zahrealt, begleitete er Kar' ä III. nach Italien , verrichtete in der >Schlacht ber Verona Wunder der Tapferkeit und eroberte eine Fahne. Zu Anfangder Regierung Ludwigs X I I. verfolgte er die Flüchtlinge mit solcher Hast in einem ^Treffen bei Mailand , daß er zugleich mit ihnen in die Stadt eindrang und gefangenward. Ludwig Ssorza ließ ihm semeWaffen und sein Roß zurückgeben, und ent-ließ ihn ohne Losegeld. Während die Franzose» in Apulien standen, schlug B. einspanisches Corps und machte den Anführer, Don Alonzo deLokomavor, zum Ge- ^fangcnen. Er behandelte ihn mitEdelmuth; dennoch nahm jener nicht nur wort-brüchig die Flucht, sondern verleumdete noch D., der nach der Sitte jener Zeitseinen Gegner zum Zweikampf federte und ihn erlegte. Dann, wie H.'iatiusCoclcs, vertbcidigte er allein gegen die Spanier eine Brücke über den Ganglianound rettete das franz. Heer, indem er das Vordringen des siegreichen Feindes ver-zögerte. Für diese tapfere That erhielt er zum Sinnbilde einen Igel mir der Um-schrift: „Virer »pmiinir „nur In,bet". Gleich ausgezeichnet focht er gegen dieGenueser und Venetianer. —Als Julius I I. sich gegen Frankreich erklär: hatte,zog B. dem Henog von Ferrara zu Hülfe. -Lein Plan, den Papst gefai gen zunehmen, scheiterte; aber mir Unwillen verwarf er den Antrag eines Vernkbers.— Schwer verwundet beider Bestürmung von Brcscia, ward B. in das Hau«eines Edelmanns gebracht, der entfloben war und seine Frau nebst 2 Dchterndem Ubermulbe und der Nohheit der Soldaten preisgegeben hatte. B. nar derSchutz der Wehrlosen, schlug die ihm von der dankbaren Familie targeboteie Be-lohnung von 2500 Dukaten aus und kehrte, sobald er genesen war, in das LagerGastons zurück, der vor Ravenna stand. Er stimmte für die Schlacht, natm denSpan/ern 2 Fahnen und verfolgte die Flüchtlinge. Gaston, die Hoffnung Frank-reichs , kam um, weil er B.'S Rath nicht befolgt hatte. Auf dem Rückzuzc vonPavia ward B. aufs neue verwundet. Man führte ihn nach Grenoblc seinLeben war in Gefahr. „Nicht der Tod schmerzt mich", sagte er, „aber laß ichsterben soll auf dem Bette wie ein Weib'. — In dem von Ferdinand dem .katho-lischen begonnenen Kriege entfaltete B. jenseits der Pvrenäen dieselben Talente,denselben Heldenmukh, die ihn jenseit« der Alpen berühmt gemacht hatten. DieUnglucksfalle, welche die letzten Iabre Ludwigs XII. trübten, warfen alt B.'Spersönlichen Ruhm nur einen noch Hellern Glanz. Im Bunde mit Ferdinaid undMaximilian bedrohte Heinrich VIII. von England die Picardie 1513 und beagerteTerouane. Das franz. Heer nahm schimpflich die Flucht. B. bot umsoist mitseiner gewohnten Unerschrockenheit dem Feinde die Stirn; überwältigt wn derMehrzahl, war seine Truppe im Begriff die Waffen niederzulegen. Da e:blickteB. in einiger Entfernung einen englischen LVfficier, sogleich sprengte er auf hn zu,setzte ihm das Schwert auf die Brust und rief: „Ergib Dich, oder ich durabohre