128 Beaucaire
Beauharnais (Alexander, Vicomte de)
Sprache, Natur, Kunst, Schönheit und Erhabenheit mit. Unter seinen poetischenWerken, worunter sich viele Elegien befinden, sind bekannt: „Der Minstrel, oderdie Fortschritte des Genies", ein beschreibendes Gedicht in 2 Büchern (1776; neueAuSg. 1798, 2 Bde.), und das allegorisch-didaktische Gedicht: „Das Urtheil desParis " (1765, 4.). B. ist Zwar nicht originell, vielmehr ein reflektirenderDichter;aber seine Darstellung ist angenehm, seine Lprache elegant, und seine Absicht immeredel. Seine Gedichte sind gesammelt in seinen „(>r,olu:>! j>oen,s" (1760), undin den „sioems v» sever.a s»l>jeet>" (London 1766). x.
Beaucaire, kleine, wohlgebaute Handelsst. Frankreichs mit 8000 Einw.,(4° 43' L). L. und 43° 48' N. B.) in Niederlanguedoc, jetzt im Garddepartement/am rechten Ufer der Rhone, TaraScon gegenüber, wohin eine Schiffbrücke führt?Sie hat einen bequemen Hafen für schiffe, welche aus dem 7 stunden weit cntr!fernten mittelländischen Meere stromaufwärts fahren, und ist berühmt wegen ihrep(1217 von Raimund II., Grafen von Toulouse, gestifteten) großen Meffe, welchejährlich am 22. Juli eröffnet wird und 10 Tage dauert. In frühern Zeiten warddieser Jahrmarkt von Kaufleuten und Fabrikanten aus den meisten Ländern Euro-pas, aus der Levante und selbst aus Persien und Armenien besucht, sodaß jedeWaarengaktung hier zu finden war, und für die Fremden Tausende von Hüttenin einem naheliegenden Thale errichtet werden mußten. Bor 1632 war die Meffevon B. von allen Abgaben frei, und der Vertrieb belief sich auf mekre Mill. Thlr.?allein seit dieser Zeit wurden Abgaben auferlegt, welche, zusammengenommen mitden auswärtigen Kriegen und mit den Waarenlagern in Marseille , Lvon undandern großen Städten, die Wichtigkeit derselben sehr verringerte». Noch unbe^deutender ward sie während der Revolution, und jetzt beläust sich der Verkehr,hauptsächlich in Seide, Weinen, Öl, Mandeln, Specereien, Materialwaaren,Leder, Wolle und Baumwolle, nach einer Schätzung von 1816, auf23Mill. Fr.
Beauharnais (Framois, Marquis de), geb. zu la Rochelle den 12. Aug.1766, saß in der Nationalversammlung auf der rechten Seite. Hier widersetzteer sich der Motion seines jünger» Bruders, des Vicomte Alexander , daß man deinKönig den Oberbefehl der Armeen nehmen solle, und allen Verbesserungen diesesAntrags mit Nachdruck und rief aus: „II n v a polnt il'iunciiilcine'ut accaI Ittmneni". Man nannte ihn daher !>' 1A>I I-eaaliarn.'Nü 5-1»; r>n>e>»I<»ie»t.1792 entwarf er nebst dem Grafen d'Hervilly, dem Baron de Viomönil U.A. denPlan zu einer neuen Flucht der königl. Familie; allein die Verhaftung seines Be-gleiters, des Baron Chambon, vereitelte die Unternehmung. In dem Heere desPrinzen Eondo zum Generalmajor ernannt, schrieb er 1792 an den Präsidenten derNationalversammlung, protestirte gegen das Gesetzwidrige des Verfahrens gegenden König, und erbot sich, unter den Vertheidigern desselben aufzutreten. AlsBonaparte Oberconsul geworden war, ließ er ihm durch dessen Gemahlin J osephineeinen Brief zustellen, in welchem er ihn auffoderte, im Namen des Ruhms, dener allein noch erwerben könnte, den Scepter dem Hause Dourbon wiederzugeben.In der Folge vermählte die Kaiserin ihre Nichte, die Tochter des Marquis, mitdem Adjutanten des Kaisers, Lavalette (s. d.), und bewirkte die Zurückberu-füng des Marquis, späterhin zum Senator und Gesandten am Hofe zu Madrid ernannt, verband er sich 1807 mit dem Prinzen von Asturien (jetztFerdinand VII.)gegen den Friedensfürsten. Er fiel deßhalb bei Napoleon in Ungnade und wurdeverwiesen. Durch die Restauration kehrte er nach Paris zurück, wo er den 10.Jan. 1819 gestorben ist.
Beauharnais (Alexander, Vicomte de), geb. 1760 auf der JnselMar-tinique, focht mit Auszeichnung unter Rochambcau im amerikanischen Freiheits-kriege, zeichnete sich bei Hofe durch Talent und Liebenswürdigkeit aus, heiratheteeine begütert» Landsmännin, Demoiselle Josephine Tascher de la Pagerie