(nachmalige Kaiserin der Franzosen ) und war Major beim Ausdruck» der Revolu-tion, als er zum Mitglied der Nationalversammlung gewählt ward. Hier machteer im Namen desMilitaircomiteS mehre Anrräge im philosophischen Sinne, wiez. B. für die Gleichheit der Strafen der Bürger und deren Wählbarkeit zu jederStelle im Staate. Bei der Abreise des Königs, am 21. Juni 1191, war er Prä-sident der Versammlung. Darauf ging er als Generaladjutant zur Nordarmee,wurde 1192 Obergeneral der Rheinarmee uud erhielt einen Ruf als Kriegsmini-ster, den er ausschlug. In Folge der Decrete, welche die Adeligen von der Armeeausschlössen, zog er sich nach la Fertü-Beauharnais zurück. Hier gab er, auf eineAnklage von Barlct, „Bemerkungen über die Verbannung der Adeligen" heraus;endlich ward er in das Carmelitergefängniß gebracht. Obgleich man ihm eigentlichNichts zur Last legen konnte, ward er dock zum Tode verurtheilt und am 23. Juli1191 hingerichtet. Den Tag vorher schrieb er seiner Gattin und bat sie, Sorgefür die Kinder :n tragen und seinen Namen wieder zu Ehren zu bringen. Überfeinen Sohn, nachmaligen Vicekönig von Italien , s. Eugen, über seine TochterHonensia s. Bonaparre (Louis), und über seinen ältern Bruder, Francois,Marguis v. Beauharnais, s. d.
Beaumarchais (Pierre Augustin Caron de), geb. zu Paris 1132,Sohn eines Uhrmachers, der ihn für seine Kunst bestimmte, ^eine ersten Studienverschafften ihm ausgebreitete Kenntnisse in der Mechanik. Bald aber zeigte er dieentschiedenste Neigung für die schönen Künste. Anfangs übte er mit Leidenschaftdie Musik, durch die er den Grund zu einem dauernden Glücke legte. Er wardbei den Töchtern Ludwigs X V. eingeführt, um ihnen Unterricht auf der Harfe undGuitarre zu geben, ward zu ihren Privatconcerten und bald zu ihrer Gesellschaftgelassen. Auch kam er mit dem reichen Financier Päris Duverney in Verbindung.Dadurch befestigte sich sein Credit, und so gelangte er bald durch reiche Heirathenzu einem bedeutenden Vermögen. Darauf bemühte er sich, durch literarische Er-folge seinen etwas zweideutigen Ruf zu heben, erschien 1181,
<Irnx -Iiniz" 1110. Das erste dieser beiden sogenannten Dramen verdient unterden zahlreichen Erzeugnissen dieser Gattung, welche die strengern franz, KritikeralS c,w„>e gänzlich verwerfen, noch immer ausgezeichnet zu werden;
durch eine Art von Interesse, wovon Diderot in seinem „Lere cle sainillv" dasBeispiel gegeben hatte, erhält es sich noch auf dem Theater; „l.c, steux c>,i>is"hingegen sind längst davon verschwunden. D. hatte bis dahin die Gattung nochnicht gefunden, in welcher er sein Talent in vollem Glänze zeigen konnte. Diesgeschah in seinem Proceß gegen die Herren La Blanche und Goözmann. DieStreitigkeiten des Ministeriums und der Gerichtshöfe theilten damals die Meinun-gen, oder vielmehr Alles vereinigte sich gegen das sogenannte Parlament Maupeou .Goüzmann war Mitglied desselben. B. faßte auf den ersten Blick alle Vortheiledieser Lage auf. Er federte von den Erben des PüriS Duverney die Bezahlungeines eben nickt unbeträchtlichen Rechnungsrestes. Hätte er die Thatsachen mitder gehörigen Klarheit auseinandergesetzt und für seine Rechte mit der ihn charak-te, isirenden eindringlichen Logik gestritten, so würde er seinen Proceß ohne Auf-sehen gewonnen haben. Da er aber mit ebenso viel Gewandtheit als Muth dieLeidenschaften in Anspruch nahm, verlor er ihn, allein er beschäftigte ganz Frank-reich mir sich. Er schrieb nämlich seine merkwürdigen „4lü,n<>iies" (Par. 1111,4.).Zum ersten Male vielleicht fand die Bosheit in einer gerichtlichen Streitsache Ko-inödienscenen, Romanenanekdoten, die Galle der bittersten Satyre, die ganze Machtder bündigsten Logik vereinigt. Jene „Kdnoii'xz" verschafften ihm einen lärmen-den Ruf, der selbst den auf jede Art des Ruhms eifersüchtigen Voltaire beun-ruhigte uud B. eine Gunst des PublicumS verschaffte, die allen seinen Werkeneine vvrrheilhafte Aufnahme vorbereitete. Der „Barbier von Sevilla ", der bald