Band 
Erster Band. A bis Bl.
Seite
737
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Becker (Rudolf Zacharias) 781

Professors der Moral und Geschichte bei der Ritterakadem - in Dresden , welcherer bis 1795 vorstand, worauf er die durch Wackcr's Tod erledigte Aussicht überdie Antikengalerie und das Münzcabinet unter dem Titel eines Inspectors erhielt,die er bis zu seinem Tode verwaltete und seit 1805 mit der Aufsicht über dasgrüne Gewölbe verband. Mäßige Amisgeschäfte erlaubten ihm mannigfaltigeschriftstellerische Unternehmungen. Diese wurden nur ein Mal, 1181, diu st-eine Reise nach Italien unterbrochen. In der scheuen Literatur haben wir vonihm eine Reihe anmulhig vorgetragener Gedichte und Erzählungen. Auch erwarber sich ein Verdienst um die Lesewelt durch die Herausgabe seines „Taschenbuchszum geselligen Vergnügen" (seit 1794—1815), durch eine -Sammlung Er-zählungen, unter dem Titel: „Erholungen". Auch verdienen sein „Taschenbuchfür Gartenfreunde", 1795 — 1800, seine „Garten-und Landschastsgebaude"in drei Lief., seine Beschreibungen des seifersdorser Thals und deö plauenschenGrundes bei Dresden , mit Hinsicht auf Naturgeschichte und schöne Garten-kunst, rühmliche Erwähnung. In einer besondern Schrift wüste B., wie: das plauensche Thal durch Hinzutritt der Kunst in einen großen Natu,-gartenumgeschaffen werden könne. Noch mehr Bestall erhielt sein prachtvoll ausge-s statretes „Augusieum" (13 H'fke seil 1804), das Dresdens antike Tentmäler- auf 15 t Kupfert. nebst einem erläuternde» Texte enthält. Auch die Schätze des> dresdner MünzcabinetS gedachte B. in einem eignen Werke bekanntzumachen, und! gab vorläufig „Zweihundert seltene Münzen des Miirelalters in genauen Abbil-! düngen mit historischen Erläuterungen" heraus (4.), welches Werk in Ansehung! der Genauigkeit der Munzabbildungen Alles übertraf, was bisdahin in dieser Arterschienen war. S. „Becker's Leben" von Hasse, in (Kind's) „Taschenbuch zumgeselligen Vergnügen" (1815).

Becker (Rudolf Aacharias), Hofrath, geb. zu Erfurt gegen 1757, wurdenach geendigten Universitätsjahren Hofmeister im Haufe des dortigen Präsidentenv. Dacheröten, 1782 Lehrer am Erziehungsinstitut zu Dessau , und lies sich 1783in Gotha nieder. Er bildete sich durch ein rastloses Streben nach nützlicher Zweck-mäßigkeit zu einem weltbürgerlichen Volksschriftsteller; in dieser Hinsicht steht ersowol durch feine vielfältigen schriftstellerischen Unternehmungen, als auch wegendes wahrhaften Nutzens, den er nicht allein unter dem Volke, sondern auch un-ter den höher» Classen gestiftet haben dürfte, vielleicht vor a'len deutschen Schrift-steller» als der Einzige da. Mehr als 30 I. lang war er als Schriftsteller bemüht,Grundsätze echter Lebensweisheit unter den untern Nolksclassen zu verbreiten.Unter seine» schriftstellerischen Unternehmungen zu diesem Zwecke steht das „Noth-und Hülfsbüchlein" (1. Thl. 1787, 2. Thl. 1798), in Vereinigung mit dem„Mildheimischen Liederbuche" oben an, von welchem erster», nach B.'S eignerAngabe, binnen 25 I. eine M>ll. Exemplare gedruckt und nachgedruckt wordensind. Dieser beispiellose Absatz bürgt für die Zweckmäßigkeit des Werks, alsofür die richtige Ansicht seines thätigen, um das allgemeine Wohl rastlos be-mühten Verfassers. B. stellt darin das Beispiel einer zweckmäßig geleitetenSelbstbildung einer vorher verwilderten Dorfgemeinde auf. Nicht minder ver-dienstlich ist fein „Allgemeiner Reichsanzciger", der 1791 begann, 1806 wegender veränderten Lage Deutschlands den Titel: „Allgemeiner Anzeiger der Deut-schen" erhielt und jetzt noch fortgesetzt wird. Auch die „Nationalzeitung derDeutschen ", welcheder 1796 begonnenen „Zeitung für die Jugend" von 1800 anfolgte, betvährte die lobenswürdige Absicht und den rastlosen Eifer, mit welchem.B. für bürgerliches Wohl und vernünftige Aufklärung noch im Alter Z» ban-deln strebte. Ein unbekannter Anlaß, wahrscheinlich irgend ein sreimütbü-esWort im „Allgemeinen Anzeiger", mackre B. der franz. Regierung verdächtigund war Ursache, daß er gewaltsamer Weife den 30. Nov. 1811 von Gotha nach. Eviiversations iLcxieon. Bd. l. 47