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Eine besondere Verliebe hatte er für junge Studirende. Mehre Schüler deschemnitzer Lyceums bildeten fast täglich seine Tischgenossen und seinen Familien-cirkel. Gingen sie auf die Universität, so erhielten sie ganz im Stillen Stipendienvon ihm. Für einige hatte er auch nach seinem Tode gesorgt. Der glänzendsteZeitpunkt für seine gemeinnützige Thätigkeit trat in den TheurungSjahren 1816und 1811 ein. Da brachte er, rathend, ermunternd, überall selbst mit rundenSummen voranschreitend, den Verein zum Kornankauf im Auslande für denerzgebirgischen Kreis nicht nur zustande, sondern auch zur wohlthätigsten Wirk-samkeit. Er reiste selbst nach Polen und zu den ostseeischen Kornspeichern, Ge-sundheit und Leben in ungünstiger Witterung hintansetzend, und als nun demZurückgekehrten Korn, Gerste, Erbten zum Verbacken nachfolgte, da stiftete er,allen Backern zum Trotz, eine vom Staate genehmigte Backanstalt, die Manchenvom Hungertode rettete. Dom Monat Febr. bisOct. 1811 wurden täglich 10Kinder gespeist, die schon vom Hunger entkräftet waren, und in seinem eignenHause an 200 Arme. Auch sein Testament enthält große Vermächtnisse. Musikgehörte unter seine schönsten Genüsse. Seine Druckerlehrlinge führten Concerteauf, wozu er selbst die Instrumente anschaffte. B. hatte Alles sich selbst zudanken. Lectüre, Nachdenken, Reisen, belehrender Umgang vollendeten seineBildung. Sein stets beschäftigter Erfindungstrieb brachte die gesuchtesten Neusterin seine Waaren, die zierlichste Verbesserung in seinen, stets durch Neuigkeit undGüte sich empfehlenden Waarenartikeln hervor. Aber er dachte von sich selbstsehr bescheiden, haßte alle äußere Osteniation, selbst in seiner Kleidung und Woh-nung, und fragte vor Allem nach Charakterfestigkeit.
Becket (Thomas), berühmt unter d. N. Thomas von Canterbury , geb.zu London 1119, studirke zu Oxford, Paris und Bologna , woraufihn der KönigHeinrich II. , auf Empfehlung Theobalds, Erzbischoss von Canrerbury, zumGroßkanzler und zum Lehrer seines Mohnes ernannte. Auf diesem Posten war B.ebenso sehr bemüht, sich bei dem Volke durch seine Freigebigkeit, als durch unbe-grenzte Ergebenheit beim Könige beliebt zu machen, sodaß der Letztere, als 1162das Erzbisthum von Canterbury erledigt wurde, allen seinen Eiufluß anwandte,die Wahl zu dieser hohen Würde, mit welcher der Titel und die Rechte eines Pri-mas von England verbunden waren, auf B. zu lenken, der aber kaum das Erzbis-thum erlangt hatte, als er sich von einer, dem König höchst unerwarteten Seitezeigte. Don dem höchsten Wohlleben ging er plötzlich zu der -Llrenge des andäch-tigsten Geistlichen über und trat zugleich als eifrigster Vertheidiger der kirchlichenVorrechte gegen den König auf. Dieser berief zur Beschränkung derselben eineallgemeine Versammlung des Adels und der Geistlichkeit nach Clarendon, womehre dem Willen des Königs gemäße Bestimmungen gemacht wurden, denen sichB., aus Unvermögen, sich zu widersetzen, anfänglich unterwarf. Als aber derPapst ihnen seine Genehmigung versagte, trat B., ungeachtet seines geleistetenEides, laut dagegen auf; Heinrich, um sich an dem Meineidigen zu rächen, ließihn verurrheilen, seine Güter einziehen, die Einkünfte des Erzbisihums mit Be-schlag belegen, und nöthigte ihn, in Frankreich Sicherheit zu suchen. Dessen-ungeachtet blieb B. unbeugsam, und Heinrich, dem daran lag, sich mit ihm aus-zusöhnen, ließ sich nicht nur zu einer persönlichen Zusammenkunft mit ihm aus derGrenze der Normandie herab, sondern demüthigte sich so sehr, dem stolzen Präla-ten beim Auf-und Absteigen den Zügel seines Pferdes zu halten. B. kehrte zwarnach England zurück, zeigte sich aber ebenso unabhängig von der königl. Gewaltals zuvor. Eine Äußerung des Unwillens, die der König einst vor seinem Hofedarüber fallen ließ, bestimmte vier Edelleute, sich eidlich unter einander zur Rachezu verbinden. Sie begaben sich nach Canterbury , und ermordeten dort B., dersich zur Abendmesse in die Kirche begeben halte, am Fuße des Altars. Dies ge-
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