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Erster Band. A bis Bl.
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Bedlam

Bedürfniß

wird. Die Philosophie nennt sie daher Bedingungen, conclilione- -ine csuibu,non. Was keine Bedingung weiter hak, ist das Unbedingte. Die kritische Philo-sophie erkennt drei Arten des Unbedingten: das Unbedingte der Znhärenz, derDependen; und der Eoncurrcnz, Leele, Gottheit und Welt. Unter juristischerBedingung versteht man den Umstand, von dessen Eintritt die Entstehung oderGeltendmachung eines Rechtes abhängig ist; hierauf beruhen die bedingten Ver-träge, und zwar theilt man hier die Bedingungen in mögliche und unmögliche, imphysischen sowol als moralischen Sinne. Jene stehen entweder in unserer Gewalt,;oder hängen vom Zufall ab, oder Beides findet zugleich statt. Ferner sind sie ent- ^weder verneinend oder bejahend, und in Hinsicht ihrer Wirkung entweder auf-schiebend oder aufhebend.

Bedlam, s. London .

Beduinen, Bedewi, d. i. Bewohner der Wüste, ein zahlreicher mo-hammedanischer Völkerstamm, welcher die Wüsten Arabiens, Ägyptens und desnördlichen Afrikas bewohnt. Ob sie ein durch ursprüngliche natürliche Abweichun-gen ausgezeichnetes und aus einem ganz verschiedenen Stamme entsprossenesVolk seien, oder ob ihre scheinbare Verschiedenheit von den übrigen Arabern sichbefriedigend aus ihrer besondern Lebensweise herleiten lasse, ist zweifelhaft. Wahr-scheinlich ist jedoch dieses Letztere, da ihre Sitten und Gebräuche im Wesentlichennur wenig von der allgemeinen Form abweichen. Die Beduinen wohnen fern vonStädten und andern festen Wohnplätzen in Familien unter Schachs (Scheichs),oder in zahlreichern Stämmen unter Emirn beisammen. Zelte, Hütten, Grotten,Höhlen und Ruinen sind ihre Wohnungen. Mir ihren Heerden und Lastthieren,welche ihr geringes Eigenthum tragen, ziehen sie dein frischen Wasser und derWeide nach. Alle Beduinen sind gute Reiter; viele lieben die Jagd. Gegen Pier- <de, die sie mitSorgfalt erziehen, und gegen Schlachtvieh tauschen die friedlichenStämme ihre Bedürfnisse an Waffen und Kleidern von den Grenzbewohnern derbenachbarten Länder ein. Andre Stämme dagegen sind so offenbare Räuber,daß es höchst gefährlich ist, ohne hinlängliche Macht oder ohne einen Sicher-heitSpaß, wie ihn die einzelnen Oberhäupter verkaufen, die Gegenden, wo siestreifen, zu bereifen, zumal da sie nicht bloß plündern, sondern auch morden,wenngleich die Reisenden keinen Widerstand leisten. Dieses Hanges zur Grau-samkeit ungeachtet, halten die Beduinen die Rechte der Gajffreundschafr für heilig,und der wehrloseste Feind ist ihres Schutzes gewiß, wenn ihm einmal dieZuflucht gestattet ward. Als Feind betrachtet der Beduine aber Jeden, der nichtsein Bruder, Bundesverwandter oder Schutzgenosse ist. Stets auf seine Sicher-heit bedacht, greift er keine Caravane, kein Lager an, ohne seiner Überlegenheitgewiß zu sein. Der Mehrzahl und dem kraftvollen Widerstände weicht er inschneller Flucht. Ringsum ein Schrecken aller Nachbarvölker, lebt der räuberischeBeduine in steter Wachsamkeit, arm, unwissend, wild und roh, aber frei undauf seine Freiheit stolz.

Bedürfniß ist das Verhältniß eines Menschen zu Etwas, dessen Abwe-senheit oder Mangel ihm unangenehm ist; der Gegenstand, welcher diese Unan-nehmlichkeit hebt, heißtBedürfnißmittel oder auch wol selbst Bedürfniß.Einige dieser Bedürfnisse hat die Natur begründet, indem sie den Menschen so ge-schaffen hat, daß er ohne die Befriedigung derselben entweder gar nicht existiren odersich doch durchaus nicht wohl befinden kann; dergleichen heißen natürliche Be-dürfnisse. Andre bringt der Mensch erst durch Kunst oder durch seinen Willen insich hervor; dergleichen heißen künstliche oder willkürliche. Es gibt Be-dürfnisse der Nothwendigkeit, welche auch unentbehrliche heißen, weil derMensch, ohne sie zu befriedigen, nicht leben kann, oder sich wenigstens, wenn er sieentbehren muß, übel befindet. Bedürfnisse der Bequemlichkeit oder Behag-