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wären, und wo die Dei-siorbenen bis zum Eintritt der' undezweifelten Merkmale ei« ^nes wirklichen Todes liegen blieben. (Vgl. Scheintod.) ii. f
Beethove n (Liidwig v.), der größte neuere Instrumentalcomponist. Erwar zu Don» geb. d. 17. Dce. 1770 und der Lohn eines ehemaligen Tenoristen,daselbst (nach einer andern in Favolle'S „Lep'kon der Tonkünstler" befindlichen An-gabe ein narurlicher Loh» des Königs /Friedrich Wilhelm il. von Preußen). Erwurde zur Musik bestimmt, sowie er auch zur Musik bestimmt war. Den» er,setzte schon m seinem 8. I. 'Alle, die ihn hörten, durch sein Violinspiel, in welchemer sich fleißig in einem Dachstübchen übte, in Erstaunen. Im 11. I. spielte erBach's „Wohlkemperirres Clavier", u. im 13. setzte er schon einige Sonaten für sich.Diese versprechenden Äußerungen eines großen Talents bewogen den damaligenKurfürsten von Köln , ihn 1792, unter dem Charakter seines Hoforganistcn, aufseine Kosten nach Dien zu schicke», um sich dort unter Haytn'S Leitung im Satze >zu vervollkommnen. Unter diesem und in dessen Abwesenheit unter Albrechtsbergei'machte B. große Fortschritte. Auch bildete er sich hier zu einem großen Pianosorte-,spieler, der durch seine freie Phaniaste Alles in Erstaunen si tzte. Obgleich B.semenGönner 1801 verloren hatte, blieb er doch in Wien , wo damals die Musik einenhohen Glanzpunkt erreicht hatte; und als er 1809 an den neuen Hof des Königsvon Westfalen berufe» wurde, bewogen ihn mehre östreichische Große, und unter,ihivn sinn Schüler in der Musik, der Erzherzog Rudolf, jetzt Bischof von Olmütz und Card., durch Zustcherung einer fahrst Rente zu bleiben. Von 1801 an hat ersinne größten Werke geschrieben. Vor mehren Jahren verlor er durch eine Erkältung,welcher er sich im Feuer des Schaffens im Freien ausgesetzt hatte, die Scharfe seines 'Gehörs, und war zuletzt fast ganz taub. Er lebte einsam und zurückgezogen indem Dorfe Mödlingen nahe bei Wien , und ließ nur von Zeit zu Zeit das Schlagenseiner Fittige im Schwünge seiner kühnen Phantasien hören. Am 26. März 1827starb er zu Wien . B. eröffnete der Tonkunst ein ganz neues Gebiet in der Insten- jmentalschilderung. Seine reichen Tongemälde, die er in s. größten Werken, den 'Svmphonien, aufgestellt hat, schildern mit ergreifender Macht und Tiefe das Leben jeines freien Geistes in der Natur, der bald mit tiefem Ernste in ihre Stürme blickt jlind in harmonifche Ruhe zurückkehren läßt, bald mir leichtem Humor und mun-term Lcherz ihren Lpielew lauscht, bald mit der Inbrunst eines Geliebten sich inihr Anschaun vertieft. In ihn, vereinigte sich Hardn's Humor und Mozarr'SSchwermiiih ; im Charakteristischen zeigte er fleh vornehmlich Cherubim geistesver-wandt. Aber er hatte, auf dem Wege s. Vorgänger einherschreitend, kühnere Bah-nen gebrochen, und die Musik scheint durch ihn das Äußerste gewagt zu haben. Be-kannt ist Reichardt'S originelle Vergleichung dieser Korvphäcn der Tonkunst undüber die Stelle, die er B. unter ihnen einräumt. „Hardn", sagt er in seinen „Brie-fen aus Wien ", „erschuf das Duartett aus der reinen Duelle seiner lieblichen origi-nelle» Natur. An Naivetät und heiterer Laune bleibt er daher auch immer der Ein-zige. Mozart'S kräftigere Natur und reichere Phantasie griff weiter um sich undsprach in manchem Sah das Höchfle und Tiefste seines inner» Wesens aus; er warselbst mehr ereeukirender Virtuos, setzte auch mehr Werth in künstlich durebgeführwArbeit und baute so auf Havdn'S lieblich phantastisches Gartenhaus seinen Palast.B. heckte sich früh schon in diesem Palaste eingewohnt, und so blieb ihm nur, umsenie eigne Natur auch in eignen Formen auszudrücken, der kühne, trotzige Thurm-bau, auf den so leicht Keiner weiter Etwas setzen soll, ohne den Hals zu brechen".Außer seinen großen Lymphonien und Ouvertüren, seinen Duintetts, O.uariektSund Trios für Streichinstrumente, seinen zahlreichen Claviersonaten, Variationenund andern kleine» Ltuckchen, in welchen sich der große Reichthum seiner musikali-schen Phantasie zeigt, hat er auch für den Gesang, doch minder glücklich, geschrie-ben. Hierher gehört seine kolossale Oper „Leonore" (in der Umarbeitung „Fidelio "