Band 
Erster Band. A bis Bl.
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745
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Lolana Befruchtung 145

genannt), einige Missen, ein Oratorium („Christus am Ölberge ") und Gelänge zumClavier, worunter die Composikion von Matthison's Adelaide rn einige Lieder Gö-the'S einzig sind. In s. neueste» großen Svmphome aus l)->n,,l Nr. 9 hat er dieMassen des Instrumentalorchesters mit der Macht derSingstimmen in dem Schluß-sätze ;u verbinden gesucht. Dieses u. s. große Misse scheinen s. letzten Merke zu sein,da hingegen viele spater erschienene aus früherer Zeit herrührten. L. die Biogr.Ludw. v. B.'S m. Urkh. über s. Werke, von Ioh. AI. Schlosser (Prag k828).

I! e in n :> heißt eine bekleidete Gliederpuppe, die in Floren; und in einigenandern Ltädten von Italien beim Carneval , besonders am Dreikönigsvorabend(das Wort soll aus essipü-niias verstümmelt sein), vom Volke in komischer Pro-cession herumgetragen wird.

B e fe st i g u n a s k u n st, s. Fortification, Festung ».Schanze.

Befr u ch t u n g. Jeder mit Gliedern versehene (organistrte) Körper wirdvon andern ihm ähnlichen erzeugt. Dies gilt vom Thier - und Pflanzenreiche. ZurFortpflanzung seines Geschlechts erhielt jeder gegliederte Körper eigne Theile,welche man Zeugungs - und Befruchtungswerkzeuge nennt. Sie sind ebenso ver-schieden als bewundernswürdig, und bezwecke», daß der befruchtende Stoff oderSamen mit dem zu befruchtenden Keime in Berübrung gebracht wird. Da? Ge-schäft, welches diese Befruchtung bewirkt, heißt Begattung. Bei den Menschenund -Läugthieren geschieht nach allgemeiner Annahme die Befruchtung dadurch,daß sich ein oder mehre Bläschen, die den ersten Keim des jungen Geschöpfs ent-halten, von dem weiblichen Eierstocke losreißen und durch die Murtertrompete indie Gebärmutter getrieben werden, wo die Berührung des befruchtenden Stoffesmit dem ädeime vor sich geht. Wie aber aus dem befruchtenden Keime durch allmä-lige Ausbildung die Frucht entstehe, ist eine der schwersten Fragen, die wol Nie-mand genüglich beantworten wird. Nach der Evolution? - oder Enkwickluugsbp-poihese(s. Epig enesie) liegen die Keime in der Mutter vorräthia, bis sie sichdurch den befruchtenden -Ltoff entwickeln. Ware dies, woher bei Menschen undThieren die Ähnlichkeit zwischen dem Erzeuger und dem Erzeugten? Warum er-zeugen Neger und Weiße einen Mittelseblag? Woher die Bastarde bei Befruchtungvon ungleichen Garnmgen, die sowol Ähnlichkeit mit dem Barer als der Mutterhaben?— Die Vorstellung, daß die neueutstehenden organisieren Körper durchallmälige Ausbildung hervorgebracht werden, ist unserm Erkenutnißvermögen undselbst den Regeln aller philosopbischen Naturforschung weit angemessener als dieLehre von der Entwickelung. Zufolge dieser Hypothese nimmt man an, daß derZeugungsstoff der Ältern, der an sich ungeformt ist, wenn er zur rechten Zeit undunter den ersoderlichen Umstanden an den Ort seiner Bestimmung gelangt, für einein demselben nun zweckmäßig wirkende Lebenskraft, nämlich den Bilduiiastrieb,zuerst empfänglich wird, kraft dessen bei der Empsängniß die allmälige Ausbildungerfolgt. Durch die bestimmte zweckmäßige Wirksamkeit desBildungs-triebes in denbestimmten dafür empfänglichen Stoffen wird nun die ebenso bestimmte Form undBeickaffenheit aller ein;elnen Gattungen von oraanisirten Körpern erhalten. DieBefruchtung der Gewächse, folglich ihre Erzeugung, geschieht auf eine ähnlicheArt, wie bei den Thiere». Die Gewächse haben ebenfalls männliche und weiblicheGesa'lechtSglieker, die sich mit bloßen Augen sehen und unterscheiden lassen, dochsind bei ihnen diese Theile gewöhnlich nickt, wie bei den Thiere», bleibend, sondernverschieden nach der Befruchtung. DerSamenstaub wird in eignen hierzu bestimm-te,! Gefäßen (den Staubbeuteln) bereitet und aufbewahrt. Sein feinster Theildringt durch die in dem weiblichen Geschlcchtstheile, der Narbe, befindliche Öff-nung, durch den Griffel oder «Ltaubweg zu dein Eierstock oder Fruchtknoten, undbefruchtet die darin liegenden Keime oder Eier auf einmal. Diese Befruch-lungklheorie der Pflanzen (das Sexualfpstem) haben neuerlich Lchelver und