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Erster Band. A bis Bl.
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748 Bcghardm Begleitung

hangen, welche das wahre Kunstwerk in sich trägt, ohne einen bestimmten äußernZweck und Absichtlichkeit in seiner Zusammenstellung zu verrathen. Dia» kannaber Momente der Begeisterung unterscheiden, obwol niemals als in der Zeit ge-schieden bestimmen. Denn erstlich faßt der Künstler irgend einen Gegenstand imidealiscbcn Lichte auf, und dieser setzt seine Kräfte in außerordentliche Regsamkeit;dann bildet seine Phantasie die Theile dieses Gegenstandes vollkommen aus, unddas innerlich geschaute Bild wird endlich i» einem anschaulichen Darstellungsmittel.(Sprache, Ton, Gestalt) lebendig und äußerlich; die jauste der innern Anschauungtreibt zur Mittheilung. Jene Regsamkeit der Kräfte aber, die hier das in sich Voll-endete so sicher und leicht hervorbringt, daß ihre Eneuanisse den Künstler selbst über-raschen müssen, der sich von diesem Zustande keine Rechenschaft zu geben weiß, hat.man schon im Alterthume einer hoher» Eingebung zugeschrieben, vermöge welcherder Künstler gleichsam als Werkzeug der Gottheit wirke, und daher auch behauptet,der Künstler werde geboren. Wie nun das wahre Kunstwerk selbst eine'lebendige Regel für sich ist, okne die Regel unmittelbar zu lehren und hervorleuchten,zu lasse», so ist des wahren Künstlers Begeisterung keine das schöne Gleichgewichtdes Geistes aufhebende Aufwallung, die sieb mit Lturm und Drang, durch Thrä-inen und Verzückungen, oder durch andre Wirkungen eines jeglichen Weinrauschesankündigt, sondern die tiefe, mit Ruhe wohl bestehende Bewegung und der Drangseines harmonischen Gemüthes, dem das Maß des Schönen zur natürlichen Fornrzseines Wirkens geworden ist. Auch leuchtet ein, daß Derjenige, welcher ein reichhal-ltiges harmonisches Werk hervorbringen soll, einen Reichthum von Ideen und An-schauungen überhaupt schon in sich kragen müsse, welche in der Begeisterung nurleichter und freier zuströmen und sich entwickeln, keineswegs aber überhaupt erst indiesem Zustande ohne Zuthun des Künstlers entspringen; weshalb Manche, umlihrem Gedankenmangel abzuhelfen, sich durch künstliche Mittel in Begeisterung zuversetzen streben. Ist aber die Begeisterung des Künstlers nicht nothwendig einetstürmische Aufwallung, sondern tiefe, starke Regung der erzeugenden Kräfte desGemürbeS; so kann sie auch, obwol nicht immer in gleichem Grade, herrschende jStimmung des Künstlers sein. Übrigens ist die Begeisterung des Künstlers auch lnach der wesentlichen Verschiedenheit der Kunst und Kunstgattungen verschieden, -indem z. B. die bildende Kunst eine hohe Regsamkeit der durch Naturanschauung ientwickelten Einbildungskraft, die Tonkunst eine ungemeine Schwungkraft des Ge-^fübles, welche in harmonischen Tönen ihren Ausdruck findet, voraussetzt. Überall-aber ist kein wahres Kunstiverk ohne Begeisterung möglich, lind insofern ist sie WuelledesKunsiwerkS und Grundursache derKunst. S. des Abbe Bettinelli Werk ,,l>Al'eiiNGmmo »eile bell«; urti" (Mailand 1166), dann in seinen „Ozwro"; deutschvon Werthes (Bern 1178), und Fernow in seinen „Röm. Studien". 's.

Begharden, s. Begui n c n.

Begierden sind durchSiunlichkeiterregteBegebrungcn,besonders wennsie sich stark äußern und auf eine Verbindung mit einem Gegenstände gerichtet sind,dahingegen der Abscheu den Gegenstand zu entferne» sticht.

D e g l a ti b i g u n g s s ch r e i b e n, s. Gesandten.

B e g l e i t u n g , in der Musik (krau;, ueeniiiii-mmunenl. ital. aecmmpa-pummc-nic,), im Allgemeinen derjenige Theil der Musik, welcher zur Unterstützungeiner Hauptinelodie (Solo - oder obligate Stimme) dient. Dies kann durch alle,oder doch wenigsten? die gebräuchlichsten, oder auch nur einzelne Instrumente ge-schehen. Man hat also musikal. Stücke mir Begleitung von »kehren und auch eineseinzigen Instrumentes. Die Verzeichnung alles Dessen, was sorool die jedesmaligeHauptstümne als auch die dazu gehörige Begleitung, besonders wenn diese vonmehren Instrumenten geführt wird, vorzutragen bat, ist in der Partitur (s. d.)vorhanden. In künstlerischer Hinsicht kann die musikalische Begleitung aus einem