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Erster Band. A bis Bl.
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Begriff

nisse wenigstens mit einem Steine Zu versehen, auf welchem der Name des Der-storbenen und der Wunsch: Er ruhe wohl (Ntilli leim levis, d. i. die Erde seiihm leichk), bezeichnet war. Dies erhielt sich auch beiden Christenund pflanzte sichzu den Deutschen fort. Die Begräbnisse in den Kirchen rühre» von einem, den >Menschen aller Zeiten und Nationen gemeinschaftlichen Hange her, seine Ange-hörigen noch im Tode zu ehren. Daher wurden schon bei den Ägyptern, Griechenund Römer» über die Gräber der Vornehmen oder sonst merkmürtigcr PersonenGebäude, Pyramiden, Mausoleen oder Tempel gesetzt, sowie in den christlichenZeiten kleine Kirchen, die nian Capellen nannte. In den ersten Zeiten des Chri-stenthums begrub man die Märtyrer in Felsenhöhlen, die man nach und nach zugeräumigen unterirdischen Gewölben erweiterte und öLchlafkammern nannte. An-dre schätzten es in der Folge für ein Glück, wenn ihre Gebeine neben der Asche eines ^Märtyrers ruhen durften. Die Gräber der Märtyrer wurden deßwegen dadurch ^ausgezeichnet, daß man weiße Altäre darüber errichtete. Als die Christen ihre Re-ligion öffentlich ausüben durften, erbauten sie sich Kirchen, und späterhin wandelte -nian sogar die heidnischen Tempel in christliche Kirchen um. Schon im 4. Jahrh. ^baute man daher Kirchen über die Gräber der heiligen Märtyrer, und weil man ,glaubte, daß ein Ort durch die Asche derselben vorzüglich geheiligt werde, so suchte !man bei Erbauung neuer Kirchen in den Städten, oder bei Umwandlung der heid-nischen Tempel in christliche Kirchen, die Überbleibsel (Reliquien) der Märtyrer jsorgfältig auf und begrub solche unter dem Altare der neuen Kirche, um diese da- !durch zu heiligen. Der Glaube, daß es ein Glück sei, in der Nähe eines Heiligen !begraben zu werden, ward immer allgemeiner unter den Christen. Kaiser Konstan- ,lin, der 337 starb, war der Erste, von dem man weiß, daß er sein Grab in einer /Kirche, und ;war in der Apostelkirche zu Konstantinopel , bestellte, wozu er, als der IErbauer derselben, wahrscheinlich ein vorzügliches Recht zu haben glaubte. Zhni jmachten es die Bischöfe bald nach, und endlich kamen alle Diejenige», welche die IKirche reichlich beschenkten, zu gleicher Ehre. Die Kaiser Theodosius und Zustinian 'untersagten zwar die Begräbnisse in den Kirchen, allein vergeblich; Leo der Weise .erlaubte sie Jedermann wieder. Erst in neuern Zeilen überzeugte man sich, wienachtheilig für die Gesundheit der Lebenden e§ ist, wenn sie in der Gesellschaft derTodten längere Zeit zubringen sollen, vollends wenn die Leichen in bloßen Särgenstehen bleiben und nicht rief genug in die Erde kommen, wie der Fall meistens inden Grabgewölben in Kirchen ist, wo die Dünste der Fäulniß um so eher aufstei-gen und sich in der Luft verbreiten können. Es trug sich zu, daß, wenn solche Be-gräbnißgewölbe geöffnet wurden, nicht nur Die, welche zunächst dabeistanden, todtniederfielen, sondern daß es sogar lange Zeit Niemand wagen durfte, in diese Kir-chen zu gehen, ohne sich gefährlichen Zufällen auszusetzen. Auch wenn sie nichtgeöffnet werden, steigt doch, zumal im Sommer bei heißer Witterung, der Lei-chcndunst in die Luft und gibt Veranlassung zu Krankkeiten. Auch durch Einstür-zen solcher Grabgewölbe kann Unglück geschehen, wie z. B. 1775 in der -Ltadt-kirche zu Havelberg während des Gottesdienstes geschah, wo mehre Menschen mithinunterstürzten. Man hat jetzt beinahe allenthalben das Begraben in Kirchen ab-geschafft oder doch beschränkt, selbst in Neapel und in Rom wurden 1809 die bisdahin allgemein üblichen Begräbnisse in den Kirchen verboten, unddie Anlegung derBegräbnißplätze außerhalb der Ltadt angeordnet. Wie nachahnmngswurtig ist dieSitte der herrnhuter Gemeinden, welche aus ihrem Begräbnißplätze einen Gartenbilden! Hier mildert der Genuß einer heitern Natur und des BlüthenduftS dieWchmuth beiden! Andenken an die Heimgegangenen Geliebten durch den lebendigenGedanken an den Herrn der Natur und an das unvergängliche Leben des Unsterbli-chen in uns zursanftcn Rührung einer erhebenden kraftvollen Hoffnung. II.

Begriff. Wir haben einen Begriffvonciner^ache, wenn wirdieMerk-