Band 
Erster Band. A bis Bl.
Seite
752
JPEG-Download
 

752 Begrüßung

Diener! u. s.w. grüßt der katholische Bewohner Deutschlands mit dem vom PapstBenedict XIII. 1128 empfohlenen katholischen BundeSgruß: Gelobt sev JesusChristus ! welcher mit dem Gegengruß : In Ewigkeit Amen! erwidert wird. DerBergmann ruft dem Bergmanne zu: Glück auf! Die unter dem Namen des La-lutircns bekanmen milüairischen Begrüßungen, welche zu Anfange des 16. Jahrh,bei den Demschen aufkamen, geschehen durch Berührung der Kopfbedeckung, -Len-kung der Fahnen und des Degens, oder auch durch Erhebung der Gewehre. Lchiffe,welche sieb begegnen, grüßen sich durch Abfeuerung des Geschützes, durch dasStrei-che» der Flagge oder durch Erhebung des Leegeschreies u. s. w. Bezeigen wirselbü den vornehmsten Personen unsere Achtung nur durch Verbeugung und Kopf-entblößung, so wirft sich dagegen der Russe vor seinem Herrn hin, umfaßt seineKnie und küßt sie. Der Pole verneigt sich bis zur Erde, und der Böhme küßt we-niastens die Kleider Dessen, dem er tiefe Ergebenheit zu erkennen geben will. Fastbei allen Völkern gelten wechselseitige Berührungen als Ausdruck freundschaftlicherGesinnungen. Händedruck, Umarmung und Kuß sind auch bei nichteurop.uschenVölkern Zeichen der Achtung und Liebe. Einige Völker berühren noch andere Theiledes Körpers bei derBegrüfung. So drücken die Lappländer, wenn sie sich begrüßen,die Nasen fest an einander. Auf einer der größern Entladen benetzt man sich dieHaare beim gegenseitigen Begegnen, und die Franken sollen sich ein Haar ausge-rauft und es der Person, die sie begrüßten, überreicht haben. Der Türke schlägtbeide Hände über einander, legt sie auf die Brust und beugt sich mit dem Kopfegegen Den, welchen er grüßt. Der Gruß der Hindus in Bengalen besteht darin,daß sie mit der rechten Hand die Stirn berühren und dabei denKopfvonvärtS beu-gen. Bei einer tiefen Verbeugung legen sie erst die rechte Hand auf die Brust, be-rühren dann mit dieser Hand die Erde und zuletzt die Liirn. Dabei nennen sie sichunterthänige S klaven Desjenigen, welchen sie grüßen. Die Bewohner der mani-l'sehen Inseln beugenden Leib sehr tief, legen die Hände auf ihre Backen, haltenein Bein in die Höhe und die Knie gebogen. Die Insulaner von Lamurzcc , aufden neuen Philippinen, fasten die Hand oder gar den Fuß Dessen, den sie grüßenwollen, und reiben sich mit demselben das Gesicht. Auf der Insel Lumakra neigtsich der Grüßende, bittetumdenlinkenFußDeffcn, dener grüßen will, kniet dannauf die Erde und berührt mit diesem Fuße seinen Wirbel, seine Stirn, Brust undKnie. Zuletzt berührt er mit seinem Kopfe die Erde und bleibt einige Augenblickeausgestreckt auf dem Bauche liegen. Überhaupt tragen die meisten Begrüßungsar-ten >m Oriente das Geprägeeiner sklavischen Denkart. Die uralte Sitte, sich vorvornehmen Personen niederzuwerfen, oft auch ihnen die Füße zu küssen, hat sichdaselbst bis auf diesen Tag erhalten. — Bei einem Gastmahle in Persien geht derWu th seinen Gästen eine Strecke entgegen, bewillkommnet sie mit den ehrfurchts-vollsten Eomplimenten, läuft dann schnell zurück bis an die Thür seines Hausesund erwartet hier die Ankommenden, um ihnen noch einmal mit denselben Ceremo-nien seine Hochachtung zu bezeigen. Wenn sich in China 2 Personen zu Pferdebegegne», so steigt der Niedere vor dem Höher» voin Pferde und läßt stehend diesenvorbei. Hier gibt es auch eigne Grüße für Mannspersonen, andre für Frauen-zimmer. Tressen sich bekannte Männer, so schlagen sie die Hände auf der Brustoder über dem Kopfe zusammen, beugen den Kopsein wenig nieder und sagen dabei:'löst,,. Diii — ein Complimentirwort ohne bestimmte Bedeutung. Bei den Be-grüßungen solcher Personen, denen sie höhere Achtung schuldig zu sein glauben,schlagen sie erst die Hände zusammen, heben sie dann in die Höhe und lassen sieendlich bis auf die Erde sinken. Freunde, welche sich nach langer Trennung wieder-sehen, fallen wiederholt auf die Knie nieder und beuge» sich mit dem Kopfe bis zurErde. Dabei sprechen sie: l>>? (Ist Alles bisher glücklich gegangen?) oder:

Vniitp ist. (Das Gluck ist auf deinem Gesichte abgebildet.) Frauenzimmer grüßen