Begrüßung 753
sich mit den Worten: Van k» (Lllles Glück sei auf keiner Seite). Mannsperso-nen dürfen aber von ibnen nicht gegrüßt werden. Kinder und Dienstboten tastenvor ihren Altern und Herrschaften auf die Knie. — In Japan zieht der Geringerevordem Vornehmer» die Sandalen (ledernen Sohlen) aus, steckt die rechte Handin den linken Ärmel, läßt die so verschränkten Arme langsam bis an die Knie hinab-gleiten, geht mit kurzen, abgeineftenen Schritten, hin und her wankend, vordemAndern vorüber und ruft mit furchtsamen Gebärden: .VuI>! ,VnP>>! (Füge mirkein Leid zu!) In Siani wirft sich der Geringere vor dem Dornehmern zur Erde.Dieser schickt dann einen aus seiner Begleitung, welche bei S tandespersonen sehrzahlreich ist, zu ihm und läßt untersuchen, ob er etwas Übelriechendes gegessenhabe oder bei sich führe. Ist dies der Fast, so empfängt er von dem Vornehmeneinen Fußtritt und muß sich sogleich entfernen. Im entgegengesetzten Faste hebt ihnder Bediente auf. Frauenzimmer, auch wenn sie schon bei Jahren sind, wei denmit Namen, von den kostbarsten und schönsten Dingen entlehnt, begrüßt, bei wel-chen aber nie das Beiwort ftmg fehle» darf, als: junger Diamant, junges Gold,junger Himmel, junge Blume u. s. w. Wollen Freunde sich ihre gegenseitigeFreundschaft zuerkennen geben, so ritzen sie sich ein wenig in die Hand und saugensich einander das Tröpfchen Blut aus der Wunde. Auf Ceylon bringt man bei demGruße die flache Hand an die Stirn und macht dabei eine tiefe Verbeugung. Voreinem Obern wirft man sich auf die Erde und wiederholt dessen Namen und Würdewol fünfzig Mal, indessen der Vornehmere sehr ernsthaft vorüberscbreitet und denGrüßenden kaum eines Kopfnickens würdigt. Der gemeine Araber ruft dem ihmBegegnenden zu: d>alün> (Friede sei mit Euch!) eüiGruß, dessen sich
auch seit langen Zeiten die Juden bedienten. Dabei legt er die linke Hand aufdieBrust, zum Zeiche», daß ihm der Wunsch von Herzen gehe. Der Begrüßte ant-wortet: .Uc-ilr„iu i-üsalü»,! (Mit Euch sei Friede!) AsteinvornehmereÄraberum:armen sich 2 bis 3 Mal, küssen sich die Wangen und erkundigen sich 2 bis 3Mal »ach dem gegenseitigen Befinden, wobei jeder seine eigne Hank küßt. DieAraber der nach ihnen benannten Wüste geben sich 6 bis 10 Mal die Hand.In Pemen erlauben die vornehmen Personen, jedoch erst nach langem Weigern,daß man ihnen die Finger küsse. —IuAsnka ist die Begrüßung durchaus sklavisch.Abvssinier und andre Nationen faste» auf das Knie und küssen die Erde. VieleNegernationen fassen sich bei den Händen und ziehen sich die Finger so heftig an,daß diese knacken. Die Neger aufSierra-Leone beugen den rechten Ellenbogen so,daß die Hand an den Mund kommt. Der Begrüßte thut ein Gleiches, sodannwird der Daumen und Zeigefinger zusammengelegt und langsam zurückgewgen.Andre Neger schnippen milden Fingern, wenn sie Jemandem begegnen, ziehensich den Kamm aus den Haaren und stecken ihn wieder ein. In llnterguinea ergreiftder Grüßende die Finger Desjenigen, welchen er grüßt, bringtste in eine besondereLage, druckt sie, schnappt schnell damit und ruft dabei aus: .Ilftftu! -Aaln! (DeinDiener! dein Diener !) Auf der Goldküste von Oberguinea umarmen sich Freunde,fügen die 2 Vordersinger der rechten Hand so zusammen, daß sie knacken, beu-^ gen den Kopftind sprechen wiederholt: Au?.i! »>,-,.1! (Guten Tag! guten Tag!)
! Ska tweSpersonen rufen nach dem Fingerknacken: kor, ! Ixwe! (Friede! Friede!)
. —. Wenn die Mandingos ein Frauenzimmer grüßen, so fassen sie die Hand dessel-^ ben, bringen sie an ihre Nase und beriethen sie 2 Mal. Der Engländer Snell-! grave wurde mikseinen Begleitern von einem Gesandten desKönigS von Dahomev,welcher 500 Negersoldaten bei sich hatte, auf eine noch sonderbarere Art begrüßt.
: Die Officiere dieses CorpS näherten sich den Engländern mit entblößten Deaen,welche sie unter seltsamen Bewegungen und Sprüngen unaufhörlich um den Kopf! herumschwangen. Dann setzten sie ihnen den Degen auf den Leib, und nach Wie-> derholung dieser Capriolen reichte ihnen der Gesandte die Hand und trank ihre Ge-
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