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sundheit. Von den reitenden Mauren in Marocco werden Fremde auf eine Art be-grüßt, wodurch diese leicht in schrecken gesetzt werden kennen. Der Maure reitetnämlich im Galopp auf den Fremden zu, sodaß es gant das Ansehen bat, alswolle er ihn uberreiten. Dann hält er schnell an und feucrr unter der Nase desFremden das Gewehr ab. Personen von gleichem Stande grüßen sich bevnahe aufeuropäische Art. Sie schütteln sich die Hände und küssen sich gegenseitig, besonderswenn sie Freunde sind, Gesicht und Bart. Die Ägypter strecken die Hand aus,legen sie auf die Brust und neigen den Kopf. Don der größten Artigkeit zeugt einKuß auf die eigne Hand, welche man dann aus den Kopf legt. Nur den vorneh-men Männern, nicht den Frauen, küßt man die Hand. Niedere Ofsiciere haltenden Hähern bei dem Aufsteigen auf das Pferd den Steigbügel. Im Divan ziehtder Niedere dem Hähern einen Pantoffel aus, legt ihn neben sich und empfängtvon dem Andern den nämlichen Gruß. In andern Gegenden Afrikas zieht mansich die Kleider aus, fallt auf das Knie, senkt den Kops bis auf die Erde und bedecktsich mit beiden Händen Kopf und Lchuliern mit -Land. Die Äthiopier fassen dierechte Hand Dessen, dem sie ihre Achtung bezeigen wollen, und bringet, sie an ihrenMund, nehmen ihm auch wol die Leibbinde ab und binden sich dieselbe fest um,sodaß der Andre einige Zeit halb nackend bleibt. Sehr umständlich sind die Be-grüßungen unter deck Völkerstämmen des nordwestlichen Amerika . Begegnensieht! Haufen solcher Wilden, so machen sie, wenn sie etwa LO— ZOLchriktevon einander entfernt sind, Halt, legen sich auf die Erde und bleiben einige Augen-blicke ganz still liegen. Hierauf treten die beiden Ältesten jeder Partei hervor underzählen sich gegenseitig sehr umständlich ihre auf der Reise bestandenen Gefahren.Sobald diese Erzählungen geendigt sind, fangen sie Alle an zu seufzen. DieseSeufzer gehen endlich in ein abscheuliches Geheul über, in welchem es vorzüglichdie jungen Mädchen den Übrigen von der Gesellschaft zuvorzuthun suchen. Mitdiesen herzzerreißenden Beweisender Theiluabme nähern sich beide Theile einander,aber jedes Geschlecht besonders. Es werden Tabackspfeifen herumgegeben, und dasTrauerconcert verwandelt sich bald in fröhliches Lachen. — Die Art, wie sich dieEingeborenen des südlichen Amerika begrüße», ist kurz. Ihre Anrede ist: N»are liu ? (Du!) und die Antwort: A! (Ja! —Der Wilde aufNeuorleaus bricht,wenn er einen Vornehmen grüßt, in ein lautes Geheul aus. In derHüite wieder-holt er den Gruß, indem er die Arme über seinen Kopf in die Höhe bält und 3Mal heult. Durch ein abermaliges Geben! dankt er, wenn ihn der Vornehmedurch ei» schwaches Seufzen zum Niedersetzen nöthigt. — AufOtaheire und über-haupt auf den Gesellschaft!? - und Freuntschaftsmseln berührt man sich die Nasen-spitze». Dieser Gruß wird dadurch erwidert, daß man die Hand des Grüßendenihm derb an Nase und Mund reibt. Der Otahener pflegt auch Dem, welche» erzum Freunde wählt, bald ein Ltuck seiner Kleidung, bald seine ganze Bekleidunganzulegen. — Die Bewohner von Neuguinea bedecken ihr Haupt mir Baumblar-tern. Dadurch drucke» sie nicht nur ihren Gruß aus, sondern diese Bedeckung giltauch als ein Zeichen des Friedens. 11.
Bcgui » en (Begutren), weibliche Personen, die sich, ohne Klosterge-lübde gethan und die Regeln eines Ordens angenommen zu haben, zu Übungender Andacht und Wohlthätigkeit vereinigten und Gesellschaften bildeten , welche ineignen, oft durch Schenkungen bereicherten Beguinenbäusern oder Begumerienzusammenlebten und sich durch Fleiß, Gottesfurcht, Eingezogenheit und Sorg-falt für die Jugenderziehung vor andern Laien auszeichneten. Solche Gesellschaftenwaren seit Ende des 11. Jahrh, in Deutschland und den Niederlanden entstandenund im i-.und 13. Jahrh, sehr blühend. Sie wurden auch von Männern nach-geahmt, die sich, auf ähnliche Weife verbunden, Begharden nannten. BeideGattungen, deren Namen so viel als Beter oder Bettler bedeutet, mußten von