Band 
Erster Band. A bis Bl.
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759
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Beweis

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zu fallen, weil die Türken nach Mondenjahren rechnen. Es ist gebräuchlich, daßan diesem Feile die Geringern den Vornehmer» Geschenke verehren, welche Tittesich sonst auch aus die Europäer erstreckte, die den Großen der Pforte, den Bassenund Kadis, Geschenke machen mußten. Auch der Grossherr pflegt an diesen TagenGnaden und Geschenke zu spenden. 60 Tage nach diesem ersten, großen Beirar»tritt ein zweites, das kleine Beiram, ei». Sie sind die einzigen Feste, deren Feierdie mohammedanische Religion ihren Bekennern zur Pflicht wacht.

BeireiS (Gottfried Christoph), Professor der Naturgeschichte, Physik,Chemie und Medicin aus der Universität Helmstädt , ein gelehrter Sonderling, warin der ehemaligen freien Reichsstadt Mühlhausen den 28. Fehr. 1130 geb., wosein Vater, eine MagistratSpcrson, sich mit Pharmacie beschäftigte. Von 1150— 53 studiere er in Jena die Rechte als Brotwissnschafr, aus Neigung aberMa-thematik, Physik, Chemie und Medicin. Er machte hierauf 3 Jahre lang Rei-sen, theils um seine Kenntnisse zu erweitern, theils aber auch, um seine im Feldeder Chemie gemachten Entdeckungen ins Geld zu setzen. Diese Reisen, welcheübrigens ein undurchdringliches Dunkel deckt, ginge» wahrscheinlich durch Frank- »reich, Italien, die Schweiz, Holland und Deutschland . 1156 kam er zurück undbrachte bedeutende Summen Geldes mit. In demselben I. ging er nach Helm-städt lind studirte unter dem berühmten Heister die Chirurgie. Nach Heister'? Todeging dessen medicmische und chirurgische PrapiS meistens auf ihn über. Der Her-zog Karl ernante ihn 1759 zum ordentlichen Professor der Phosik, 1162 zumordentlichen Professor der Medicin und 1161 zum Hofrath. Ein Jahr daraus er-hielt er die Professur der Chirurgie, und 1802 ernannte ihn der Herzog Karl Wil-helm Ferdinand zu seinem Leibarzt. Er starb den 11. Sept. 1809. B. war sehrfromm, hatte viel natürlichen Verstand und einen großen Reichthum an Kennt-nissen; er war ein uneigennütziger, sorgfältiger Arzt und nützlicher Lehrer- seineGespräche waren anziehend; Gelehrte und vornehme Reisende, die ihn häufig be-suchten, empfing er mit freundlichem Wohlwollen. Eitelkeit war jedoch die eigent-liche Triebfeder seiner Handlungen. Er lebte fast ohne allen Umgang, blieb un-vcrheiraihet und war bemüht, sich ein geheimnisvolles Ansehen zu gebe». Sei»

HauS war mit Sonderbarkeiten und vielen Gegenständen angefüllt, die theil? wirk-lich selten und kostbar waren, theils mit besonderer Geschicklichkeit von ihm da-für ausgegeben wurden. Er zeigte 11 verschiedene Sammlungen von Gegen-ständen schöner Kunst, der Wissenschaften, der Natur, Mechanik u. a. m., undhatte sein ganzes Leben und große Summen darauf verwandt, sie zusammcnzu-bringen. Seine Gemäldesammlung enthielt manche? kostbare e^tück, obgleich erauch Nachahmungen für Originale ausgab, wie z. B. die Nacht von Correggio,und sogar behauptete, von jedem großen Meister die vorzüglichsten Stücke zu be-sitzen, sodaß seine Ltammlung unter allen die reichste sei. Außerdem besaß er diedrei berühmten Naucanson'schen Automate, die von Dro; verfertigte sogenannteAauberuhr und andre Kunstwerke. Von großer Wichtigkeit waren seine philo-logisch-anatomischen Präparate, und unter diesen als einzig die Lieberkühn'schen.

Sein Münzcabinct enthielt viele alte Goldmünzen und war von einem ansehnlichenWerthe. Selten und am wenigsten Kennern zeigte er eine durchsichtige Masse, diegrößer als ein Hühnerei war, und von der er behauptete, daß sie ein Diamant von6400 Karat Gewicht sei, den alle Fürsten der Erde nicht zu bezahlen im Standewären. Er erzählte, daß der Kaiser von China dies kostbare Juwel bei ihm versetzthabe, und wußte diese Fabel mit allen Einzelnheiten auszuführen. Nach seinemTode fand man diese vorgebliche Kostbarkeit nicht mehr in seiner Verlassenscbaft.Kunstverständige behaupten, daß es ein madagaskarischcr Kiesel gewesen sei. >Loübertrieben auch der Werth sein mochte, den B>. selbst diesen Sammlungen bei-legte, so kann man doch nicht leugnen, daß sie ein außerordentliches Vermögen er-