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Beiwerk
Bckker (Jinmanucl)
federt haben, und man bewundert mit Recht, wie er dazu gelangen konnte. UmÄndern dieses Räthsel zu losen, gab D. vor, daß er Gold zu machen versiebe, und^zeigte auch Beweise seiner Kunst. Das Wahrscheinlichste isi, taz, er in >ener Zeit,wo die Chemie noch in ein großes Dunkel gehüllt war, manche nützliche Er-üidungmachte, z. B. die bessere Bereitung des Carmins, die er als Geheimnis; den Hol-ländern mittheilte, welche sich sehr dankbar dasur bewiesen; ferner die Kunst, aus 'bisher uiibekannten Mittel» Essig zu bereiten, die er Ander», unter der Bedin-gung , daß er Jahre lang einen großen Tbeil des Gewinns davon zog, lehne. Erhat einige unbedeutende physiologische Abhandlungen geschrieben. Vgl. über ihn„Zeitgenossen", 8. Heft. ,
B eiwc r k nennt man in einem Merke der bildenden Kunst alle Gegen-stände, welche, streng genommen, zur Darstellung des Hauptgegenstandes nicht we-sentlich erfodert werden, dem Künstler aber theils zur genauern Bezeichnung desStoffes, der Zeit, des Ortes und zur Charaktel isirung der dabei obwaltenden Ne-benumstände, theils zur Ausführung und Ausfüllung seiner Darstellung dienen, iBisweilen erscheint auch das Beiwerk als Anspielung, wodurch es eine größere Be- 'deutung gewinnt. In jedem Halle muß der Künstler es dem Zwecke des Ganzengemäß wählen, so sparsam wie möglich damit sein, es weder in Menge noch Aus-führung aufKosten des Hauptgegenstandes hervortreten lassen, und es so schicklichanbringen, daß es fast nothwendig scheine.
Beiwort, s. Adjectiv . — In der Poesie bedeutet das Beiwort(csslbiUm. das Hinzugesetzte) denjenigen Ausdruck, derbem Haupiworte beige- 'setzt wird, um die Idee des letzter» zu ergänzen, zu erweitern oder ini Allgemeinenauch zu verschönern. Dem Sinne nach kann das ästhetische Beiwort (ess tben»,)doppelter Arr sein: einmal logisch, wenn z. B. gesagt wird, der starke Geist, inwelchem Halle das Beiwort dem Gebiete des Verstandes anheimfallt; zweitens <poetisch: dieses gehört in das Gebiet der Phantasie, wo man es das verschönerndeBeiwort («piilmüm or,,.,,,;) zu benennen pflegt. Ein solches ist, wen» gesagt ^wird: Das rosige Mädchen. Daß die Beiwörter in der Poesie mit Bedeutung sgewählt und nicht zwecklos angewandt werden müssen, ergibt sich von selbst; denn jso sehr sie, mir Sorgfalt gebraucht, zur Verschönerung und zur Verstärkttilg des ^Sinnes beizutragen im Stande sind, ebenso sehr können sie auch, zur Unzeit und ,zu häufig angewandt, Schwächung oder gänzliche Störung des Ausdrucks ver- iUrsachen.
Beizen heißt bei gewissen Künstler» und Handwerkern dasjenige chemi-sche Verfahren, wodurch man auf der Oberfläche und in dem Zusammenhange derTheile gewisser fester Körper eine bestimmte Veränderung hervorbringt, indem mansie der Einwirkung einer eignen, meistentheils saftartigen Feuchtigkeit auf gewisseZeit aussetzt, ohne daß dadurch der Zusammenhang der Theile völlig getrennt wird.Bei jeder Beizung dringen die Theile des Beizmittel? in den zu beizenden Körpermehr oder weniger tief ein und machen entweder denselben mürbe oder verringerndie Neigung zur Fäulniß, z. B. beim Einpökeln des Fleisches der Thiere durch ein-fache» oder gewürzten Essig; sie machen seine Oberfläche reiner und zur Annahmeeines andern Überzuges geschickter, wie beim verzinnten Eisen, oder sie färben dieOberfläche, wie beim Beizen des Holzes durch Scheidewasser. Je feiner odergröber die Beschaffenheit des zu beizenden Körpers ist, desto gelinder oder schärfermüssen auch die Bestandtheile der Beizmittel sein, um den Zweck zu erreichen. —In der Forstsprache heißt beizen oder baizen, Thiere mit dazu abgerichtetenRaubvogeln jagen.
Bekk e r (Immanuel), Mitglied der Akademie der Wissenschaften und Pro-fessor an der Universität zu Berlin , ist als Kenner der alten Sprachen, insonderheitder griechischen, durch die wichtigsten Arbeiten Vortheilhaft bekannt. Geb. 1785