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Bei
Rcvetement. Eben dies Verfahren ist bei den Backen (Seitenwänden) der Schieß-scharten unumgänglich nöthige da diese fast senkrecht aufgeführt sein müssen unddaher leicht einstürzen. Bei Feldschanzcn, sowie bei den Brustwehren der Festun-gen, bedient man sieb zu dieser Bekleidung meisten? des Rasen?, den man in vier-eckigen Stucken aussucht und durch eingeschlagene hölzerne Bstocke auf der zu be-kleidenden Wand befestigt. Noch dauerhafter sind Bekleidungen von Reisholz .Man bedient sich dieses Materials, indem man es zu Maschinen (s. d.), Schanz-körben oder Flechtwerk verarbeitet, nach und »ach an die zu revctirende Fläche legtund theils durch eingeschlagene Pfähle, theils durch Anker, t. b. durch lange, nachArt der Stricke zusammengewundene Wioden, die gehörige Festigkeit gibt. Einandres Bekleidungsmaterial, die Schanzkorbe, sind hohle, 3—0' hohe, 2 — 3<starke, nach Art der Körbe geflochtene Cvlinder. Sie werden an der zu revetiren-den Fläche aufrecht hingestellt und durch Pfähle und Anker auf ähnliche Art, wiedie Faschinen, befestigt. Wenn man endlich mit Flechtwerk bekleidet, so schlägtman längs der zu bekleidenden Fläche Pfähle ein, die man durch Anker befestigtund auf Art der Schanzkorbe mir Ruthen umsticht. Wird dies Flechtwerk in ein-zelne Stücken und Zum Fortbringen eingerichtet gemacht, so erhält es den NamenHürden. In der Eile und im.Nothfalle bedient man sich auch zum Revetementder Baumstämme, Brerer, Sand - und Wolljacke, Kisten, Fässer u. dgl.; beson-ders sind erstere zur Bekleidung der Grabenböschungen in Feldschanzen geeignet.Ganz anders ist es dagegen bei Festungen, welche der Zeit und dem schweren Ge-schütze trotzen sollen. Hier wird eine Bekleidung von festen» Material nöthig.Meistens wählt man dazu Granit oder Ziegel, und nennr die zu diesem Zweck auf-geführten Mauern Fuktermauern. Sie bekleiden nun entweder die Böschung deckGrahens nach dem Wall zu (Escarpe), oder den ganzen Wall bis an den Fuß, oderauch bis an die Krone der Brustwehr, und heißen hiernach halbe, drei Viertel-undganze Futrermauern; doch sind die, welche höher als 24,— 50 Fuß sind, da derTransport längerer -Sturmleitern sehr schwierig ist, von Überfluß und Verschwen-dung. Auch die Böschung des Grabens nach dem Felde zu (Eontrescarpe) erhältmeist eine Futtermauer. Die Futtermauern werden nie senkrecht aufgeführt, son-dern haben, um desto fester zu sein, eine kleine Böschung. Die.obere Dicke derFuttermauer richtet sich besonders nach der Schwere des darauf lastenden Walls .Um die Bekl.idnngSmauer noch fester mit dem Wall zu verbinden und sie auch halt-jbarer zu machen, werden hinter ihr etwa alle 18' -Ltrebep feiler ausgemauert, welche'entweder viereckig, oder nach dem Wall, oder auch nach der Mauer zu schmäler alsam andern Ende sind und die Festigkeit vermehren. Eine alte von den Deutschen oft angewendete Idee, diese Strebepfeiler zu überwölben und durch den ganzenWall durchgehen zu lassen, ist in neuerer Zeit von den Franzosen wieder aufgenom-men, und die Einrichtung rovetenn nt ,!o lli-olwra'' benannt worden. —Es istein alter Streit, ob die Futtermauern überhaupt nützlich oder verwerflich sind. Diefür sie sprechen, fuhren die Schwierigkeiten, welche der Stürmende an ihnen findet,die Gegner die großen Kosten, die sie verursachen, und den Umstand, daß die Breschein einen bloß von Ei de in natürlicher Böschung aufgeführten Wall unmöglich ist,an. Beide haben theilweise Recht, und es wird daher auch der Streit, so langeFestungen gebaut werden, fortbestehen, und Futtermauern da, wo es nicht anSteinen und an Geld mangelt, gebaut, dagegen da, wo letzteres fehlt, oder dasTerrain eine Sicherung durch Wasser gegen den Lturm erlaubt, weggelaften wer-den, wie z. B. fast alle franz. Festungen, die meist in gebirgigen Ländern zur Zeitdes Friedens planmäßig erbaut wurden, Futtermauern haben, während sie denholländischen, in flachem, wasserreichem Boden, zur Zeit der niederländisch -spani-schen Kriege in der Eil und Noth erbauten, fast durchgängig fehlen. 82.
Bel, s. B a al.