Belagerung Belchming 763
Belagerun g. Der Angriff eines befestigten Platzes kann geschehen1) durch Überfall (Überrumpelung, >Ic »»(»>), wenn der Vertheidigerunachtsam ist, eker dem Angreifenden Verrath bebüfiich wird, sodaß er unbenierktdurch gebeime oder unbewachte Zugänge in den Ort dringen rann; 2) durch einenraschen (bruskirten) Anlauf und gewöhnlich damit verbundenen Sturm undLeiterersteigung (>-5(.-,>!.n!e), wenn der Ort nicht stark besetzt oder noch nicht in ge-hörigen DerlheidiguugSstand gebracht ist, oder wenn der Angreifende keine Zeit zuverlieren oder .Kräfte und Mittel genug zu seiner Absicht hat (neuerdings ist dieseAngriffsart besonders empfoble» worden, vorzüglich wenn sie durch kräftige undgeschickte Anwendung des (Geschützes unterstützt weiden kann); 3) durch Einschlie-ßung außerhalb der Schußweiten (Blockiren, s. d.); 4) durch die förmlicheBelagerung. Erst schließt das Belagerungsheer den Platz ein, um ihm dieZufuhr und alle Verbindung nach Außen abzuschneiden; man kundschaftet dieÖrt-ltchkeit, Besestigungsart, Vertheidigungskrast, auch wol die schwachen Seiten aus,um danach den Achgriffsplan zu entwerfen, läßt das Belagerungsgeschütz, die er-foderliebe Munition und Schanzarbeitszeug herankommen, auch die zur Belage-rung nöthigen Bedürfnisse (Faschinen, ^chanzkerbe u. dgl.) in den Parks fertigenund bereit halten. Es ist die Aufgabe des die Belagerung leitenden Ingenieurs,seinen Bedarf, seine Zeit, die Widerstandsfähigkeit der Festung und die ihm zuGebot siebenden Mittel genau zu berechnen und den Angriffsplan sowol hiernachwie nach den Umständen, die sich ihn, von Seiten des Feindes entgegenstellen, ein-zurichten. Liegen vor der Festung detachirte Werke, so müsse» sie erst erobert wer-den , damit man in einer Entfernung von 500 — 900 Schritten vom bedecktenWege die Trancheen eröffnen könne. Wenn sie gehörig abgesteckt (tracirt) sind,rücken gewöhnlich i» einer Nacht mehre Arbeitercolonnen, mit Faschinen undSchanzzeug versehen und durch Truppen gedeckt, gegen die Festung bis zur Tracevor und graben rasch einen Graben. Jeder Arbeiter legt seine Faschine vor sich,wirft die Erde darüber, und so entsteht eine Art Brustwehr (erste Parallele,s. d.), ein gestbützter Sammelplatz für die gegen die Festung zu richtenden Kräfte.Die Vertheidiger suche» durch Ausfälle und Entgegenwirken aller Art die Arbeiterzu vertreiben, ihre Werke zu zerstören, die Belagerer hingegen sich darin immerfester zu setzen, Batterien anzulegen und dann durch besonders geführte Lauf-gräben (s.d.) und neue, die Festung immer enger einschließende Parallelen sichdem Graben zu nähern, während unaufhörlich das Geschütz aus den Ricochet-,Demontir- und Brechebarterien gegen die Besatzung und gegen die Geschosse undWerke der Belagerten in Thätigkeit erhalten wird. Hiermit pflegt auch das Bom-bardement aus den Mörserbatterien verbunden zu werden (vgl. Batterien), umdie Besatzung von den Werken zu vertreiben, Werke zu zertrümmern, Gebäude,Magazine u. dgl. zu zerstören. Aus der letzten Parallele, die schon dem FesiungS-grabcu sehr nahe liegt, bereitet man sich zum Übergang über denselben und legthauptsächlich Brechen (s. d.). Auch kommt hier derMinenkrieq (s. Minen),wenn solcher nöthig ist, in Gang. Über den Graben geht man inSappen (s.d.)und ähnlichen bedeckten Gängen, und wenn er mit Wasser angefüllt ist, auf plat-ten Fahrzeugen, Flößen, Brücken. Je näher man der Festung rückt, desto nöthiger,aber auch schwieriger, werden die Deckungsmittel für jede Verrichtung der Be-lagerer. S ind endlich die Brechen gangbar, die Werke der Festung möglichst zer-stört, die Besatzung und deren Geschütz geschwächt, so erfolgt der Sturm oder dieErsteigung des Walles. 5.
Belohnung, die mit gewissen Feierlichkeiten begleitete Verleihung einesLehens. In der deutschen Rcichsverfaffung war ein Unterschüd zwischen Thron-lehen und andern. Über letztere ward die Belehnung im Reichshofrathe ertheilt,über jene, dergleichen nur Kurfürsten - und Fürstenthümcr waren, vom Kaiser in