Band 
Erster Band. A bis Bl.
Seite
771
JPEG-Download
 

Beludchistan 771

um frische Luft;» schöpfen oder sich des schönen Anblicks;» erfreuen. Dergl. Thürm-chen huben in Rom die meisten Häuser; eigentliche Belvetcre aber findet man nurin den Palästen der Reichen. In Frankreich gibt man den Namen Belvedere klei-nen (Gebäuden von ländlicher Bauart und einfacher Verzierung , oder einer Bogen-laube am Ende eines Wartens oder Parks, worin man der Kühlung geniest undsich vorder (Nut der Sonnenstrahlen schützt. In Deutschland haben mehre fürst-liche Lustschlöfter diesen Namen, z. B. da? Belvedere bei Wien, bei Weimar u. a.

B e l u d ch l st a u, ein Land in Ostpersien an der flsordwestküste der indischenHalbinsel (2i° 5' —^30" 40' 5)A Br. und 58° 55' — 67" 3»' O. L. von Greeu-wich), das sich von Lobistan und 'Afghanistan im N. bis an den indischen -Oceanund von den Provünen Laristan und Kerman in W. bis Lkiuda in O. erstreckt. Esbesteht, wenn Sinda dazu gerechnet wird, aus 6 Abtheilungen: 1) EihalawanundSarawan, sammt dem Bezirk vonKclak, 2) MA'ran und Lus, 3) Kohistan oderdas Land der Hügel, westlich von der Wüste, 4) die Wüste, 5) Kutsch-Gundawaund 6) die Landschaft Sind (2-182 UlM .), welche von den Umirs, einem (Ge-schlecht der Beludscher, so beherrscht wird , das; 3 Oberhäupter von 3 Herrscher-familien die Einkünfte theilen. Der älteste fübrt den Vorsitz und hat den TitelHakim. Ihre Residenz ist Hvdrabad, ein Seehasen mit >5,000 Emw. — Bo-den, Klima und Oberfläche sind sehr verschieden. Während mebre hohe Gebirgemit Schnee beddckt sind, ist die Hitze in den Ebenen zur Sommerzeit fast unerträg-lich. Im Allgemeinen ist das Waner ''Neu, und die fließenden Gcwäffer sind wenigmehr als Bergbäche, die sich im Sande verlieren oder als seichte Flüßchen ihrenWeg nach dem Meere nehmen. Der Dasti ist der breiteste und soll seinen Weg un-ter mancherlei Namen über 1000 engl. oder 200 deutsche Meilen fortsetze». DieWüste von B. ist ungefähr 65 deutsche Meilen lang und wenig mebr als 40 breit,sie besteht aus klarem Flugsand und ist »»gemein schwer zu durchreisen. Ein gro-sser Theil des Landes, namentlich der östliche, ist bergig, Kohistan ausgeschlossen.Eine große Gebirgskette, die Brahuiksberge, erhebt sich vom Meeresufer beiCap Monza, oder Mowari, unter 25" JA Br. und 66° 58'L., streicht nordwärtsbis über die Grenzen von Beludchistan hinaus und scheint gewiffermassen mit denHazarah oder den paropamisische» Berge» westlich vor der Liadt Kelat zusam-menzubängcn. Verschiedene andre Gebirgszüge durchschneiden das Land in an-dern Gegenden und Richtungen. Gold, Silber, Blei, Eisen, Kupfer und Zinnfinden sich zum Theil in grosser Menge. Steinsalz. Alaun, Salpeter und SchwefelhabenverschiedeneGegenken in Überfluß. Der Boden ist fruchtbar, und die Gär-ten in der Nähe der St. fte bringe» die feinsten Früchte hervor. Getreide wird inÜberfluß gebaut. In den nördlichen Gegenden baut man Krapp, Baumwolle undeine» Indigo von vorzüglicher Güte. loetül-, wächst zwischen den Hügeln.—B. ist im Allgemeinen kein Holzlaud; doch gibt es daselbst Bäume von ausge-zeichneter Grösse und stärke. Hauslhiere sind: Pferde, Maulesel, Esel, Ka-rneole, Dromedare, Büffel, schwarzes Rindvieh, Schafe, Ziegen, Hunde, Ka-tze», Hühner und Tauben. Truthühner, Gänse und Enten fehlen. Unter denwilden Thieren befinden sich Löwen , Tiger, Leoparden, Hvänen, Wölfe, Scha-kals, Tigerkatzen, wilde Hunde, Füchse, Hasen, Monaus, Bergziegen, Anrelc-pen, rothe und andre Elenthiere, wilde Esel :c. Fast alle europäische und asiati-sche Vögelgattunaen sind hier beisammen. — Zwei Völkerschaften theile» sicb vor-zugsweise in den Besitz des Landes, die Beludcher und die BrahuS; zusammen1,400,000, und mit den übrigen Bewohnern des (nebst Sind) 0554 ÖM. grossenLandes 2,700,000. Die Beludcher bestehen aus 48, die Brahus aus 7t Stam-men. Beide sind sowol durch ihr äusseres Ansehen als durch ihre Gebrauche voneinander verschieden. Die 3 Hauptstamme der Beludcher sind die Nharus, dieRhinds und die Mugschis. Alle sind schlank, wohlgebildet und thätig, aber von

49 *