Band 
Erster Band. A bis Bl.
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173 Belzoni 1

geringer Körperkraft. Ihre Farbe ist dunkel, das Haar schwarz. Alle haben ei«nen Hang zum Rauben, sie fürchten keine Gefahr und sind tapfer im Gefechte».Die Nharus halte» das Plündern einer fremden Gegend für ehrenvoll. Ihre Le-'bensweise zu Hause ist, mit Ausnahme der Städtcbewohner, ein patriarchalischesHirtenleben. Sie wohnen meistens unter Zelten oder Hütten. —Die BrahuS sindvon kurzem, stämmigem Wuchs, haben runde Gesichter und flache Züge. Beimanchen sind Haupthaar und Bart braun. Als Nomaden wechseln sie der Weide-plätze wegen ihren Wohnort nach Maßgabe jeder Jahreszeit. Frei von dem räube-rischen Unternehmen der Beludcher sind sie ei» braves, ruhiges und betriebsamesVolk. Übrigens sind die -Litten beider Volker in vielen Stücken einanderahnlich.Beide halten ihr gegebenes Wort unverbrüchlich und beide sind gastfrei. Die Haupt-stadt Kelar, ein weitläufiger Ort von ungefähr 3700 Häusern mit 20,000 Einw.,ist der Litzdes Khan oder Souverains von ganz B., welchem alle untergeordnetenStämme einen gewissen Tribut bezahlen und bet vorfallenden Kriegen Hülfstrup-pen liefern müffen. Die jährl. Einkünfte des Khan benagen etwa den Werth von200,000 Thlr., ein großer Theil davon besieht in Nuturallieferungen. In frü-heren Zeiten soll der Khan von Kelat 200,000 M. ins Feld gestellt haben? Jetztniag seine Macht in etwa 60,000 streitbaren Männern bestehen. Die Landeseinge-borenen sollen tatarischen Ursprungs sein. Sie bekennen sich zum sunnitischen Islam.Außer ihnen leben eine Menge DiwarS (Dehwars) und Hindus im Lande zerstreut.Der jetzige Regent von B., Mohammed Khan, geb.'1781, bat nicht die selbstän-dige Kraft, welche zur Leitung eines halbrohcn Volkes unentbehrlich ist. Verschie-dene Häuptlinge haben daher das Joch des Geborsams abgeworfen.

Belzon i(Giambatrista), aus einer römischen Familie, der Sohn eines ar-men Barbiers, geb. zu Padua 1778 und in Rom zum Mönch erzogen, verließ dieseStadt, als sie von den franz. Heeren besetzt wurde, und kam 180 nach Enaland, ^wo er auf Astlev's Theater zu London als Apollo und Hercules auftrat, und sich au-ßer der Kenntnis der engl. Sprache auch tiefere Einsicht in die Wasserbaukunst er-warb, die seit Rom ber seine Hauptbeschäftigung gewesen war und später zur Reisenach Ägvptcn veranlaßte. Nach einem Aufenthalte von 9 I. verließ er mit seinerFrau (einer Amazone an Muth, die sich im Norhfalle den Araber» nur Pistolen zurWehre setzte), England und ging über Portugal, Lpanien, Malta nach Agrpten.Hier lebte er von 1810 —19, anfangs als Tänzer, dann gewann er die Gunst desPascha, der ikn für seine Plane zu brauchen verstand. B., obgleich oft allein unterden roken Bewohnern des Landes, setzte sich durch seine auffallende Größe u. Körper-kraft in Ansehen; so gelang es ihm, jene von Peter della Vplle schon im 17. Jahrh,eröffnete Pyramide in Ghizeh, zu der die Franzosen während ihres FcldzugS den Zu-gang nicht fanden, und außerdem eine andre, Chiephreme genannt, zu öffnen dannmehre KönigSgraber zu Theben, namentlich jenes so prächtig erhaltene im Thale Bibansel Moluk, das für das Grab des Psammmhis (-100 I. v. Ehr.) gehaltenwird. Die Zeichnungen, die er davon gegeben, gehören zu den genauesten. SeinerAusdauer und Geschicklichkeit gelang es 1816, die Büste des Jupiter Memnon,nebst einem alabasternen Larkophage aus den KönigSgräbcrn, von Theben nachAlepandria zu schaffen, von wo sie inS brit. Museum gekommen sind. Näher derzweiten Katarakte des Nils öffnete er am 1. Aug. 1817 den Tempel von Ppsam-bul, den die beiden Franzosen Eailliaud und Drovetti (franz. Generalconsul) zwarein Jahr früher auffanden, den zu erbrechen ibnen aber damals nicht gelang. B.eindeckte in deuRuinen desselben einen bisher nicht gekannten Tempelunrerder Erde .Hierauf besuchte er die Küsten des rothen Meeres und die Stadt Berenice und machteendlichcinen Ausflug in die Oase des Jupiter Ammon. Seine Reife »ach Bereniceward dur ck die Auffindung der Smaragdgruben von Zubara beloben. B. widerlegte -Cailliaud's Behauptung, daß derselbe den großen Stapelort von Europa und Indien