Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Bender

Benedict XIV.

Reist nach Italien machen, lind ernannte ihn hierauf, mit erhöhtem Rance, zumCapelldireckor. In Venedig traf G. Benda den Capellmeister schweizer rnd denberühmten Haffe an, dessen freundschaftliehen Umgang er auf eine ausgezeichneteWeist genoß. Seine Talente hatten seit geraumer Zeit gleichsam geschlummert,denn mit dem Tode Friedrichs III,, 1772, hörte die Kirchenmusik in der Hofkircheauf, für welche D. seine vorzüglichsten Werke geschrieben harte. Jetzt aber be-gann in seinem Lebe» eine neue, glänzendere Periode, schweizer, der damalsdurch die Ccmposttion der Wieland'schen Oper „Aleeste" bekannt geworden war,kam mit der Seiler'schcn Schauspielergestllschasr nach Gotha . Durch ihn fühltesich B., der sein Talent für die Theatermusik schon durch die Opern „(är<> ,üo<>-n,>5oi„tn" und „II I'NVN ,11-irIio" bewiesen hatte, aufs neue angeregt, für dieBühne zu arbeiten. B. faßte die Idee zu einem Melodrama und componirie seine„Ariadne", eine Idee, die I. I. Rousseau schon einige Jahre früher gehabt undauch in seinem „Pygmalion " ausgeführt hatte. Doch ist erwiesen, daß B. vonRouffeau'S Unternehmung nichts wußte. „Ariadne" wurde bald in ganz Deutsch-land und nachher auch in dem übrigen Europa mit schwärmerischem Beifall aufge-nommen, und sie verdiente ihn wegen ihrer Originalität, Lieblichkeit und genialenAusführung. Der „Ariadne " ließ B. in derselben Gattung die „Medea" von Göt-ter folgen, in welcher er jedoch mehre Stelle» arienmäßig behandelte. Dann sehteer die Opern: „Der Dorfjahrmarkt", „Wälder", „Äomeo und Julie", „DerHolzbauer", „Pvamalion" und „Das tatarische Gesetz". Alle haben zu ihrer Zeiteinen mehr oder minder großen Beifall erhalten. Gegen 1778 suchte D. um seinenAbschied in Gotba nach, weil er seinem Nebenbuhler Schweizer nachgesetzt zu seinglaubte, und beharrte, trotz der Bitten des ganzen Hosts und seiner sänmnlichenFreunde, auf seinem Entschlüsse, worauf er eine Reist durch Deutschland machte,bald aber, seines unstäten Herumirrens müde, wieder nach Gotha zurückkehrte.In diese Zeit fällt seine Reist nach Paris , wohin er 1781 gerufen ward, um dortseine „Ariadne ", der man einen franz. Text unterlegt harte, selbst aufzuführen.Obgleich der Beifall, den diese Arbeit in Paris fand, getheilt war, so kehrte B.,doch hinlänglich für seine Reist entschädigt, nach Gocha zurück, von wo er sichnach Geo:aenthal, einem angenehmen Walddorte, 3 Stunden von Gotha , 1785aber nach Ronneburg, und von da nach dem nakc gelegenen Köstritz begab, wo erin der Stille lebte und von der Musik ganz Abschied nahm. Hier starb er 1705in einem Alter von 73 I. Seine Zerstreutheit, sowie seine ganze übrige Origi-nalität, hak zu mancher anziehenden Anekdote Anlaß gegeben.

Bender, moldauisch Tiqino (17° 16' Ö. L., -16° 50' 32" N. Br.),Hauptst. eines Bezirks in der russischen Provinz Bessarabicn am Dniester, an des-sen Ufern sie halbmondfcrmig erbaut ist, halb nach alrer. halb nach neuer Art starkbefestigt, mit Gräben und Walle» umgeben, und nur einem auf der Aub -chr liegen-den Eastell, hat 2 Vorstädte, 7 Thore, 12 Moscheen, eine armenische Kirche,dunkle, enge, schmutzige Gassen, 10,000 Einw., worunter 250 armenische Fa-milien, ferner Tataren, Moldauer, Juden u. s. w. Der Handel ist bedeutend,auch finden sieb hier Papiermühlen, Gerbereien, Eisenschmiedc» und eine Salpe-tersiederei. Hier lebte Karl XII. (s. d.) 1709 fg. 1771 erstürmten die Russenunter Panin den Platz, wobei Besatzung und Einw. (an 30,000) niedergehauenund die Sradt verbrannt wurde. Der Friede zu Kainardschi 1771 gab B. den Tür-ken zurück. Am 15. .Nov. 1809 eroberten es die Russen mir geringer Anstrengung.Im Friede» von Iassy siel es abermals den Türken zu; im letzten Kurze nahmenes die Russen von neuem und behielten es im buchareschter Frieden 1812.

Benedict XIV. (Prosper Lambertini), geb. 1675 zu Bologna aus einerangesehenen Familie, zeichnete sich in seiner Jugend durch schnelle Fortschritte inallen Wissenschaften aus. Mit Vorliebe studirte er den heil. Thomas, legte sich mit