Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Bcncdictincr

herzogl. bairischem Geschlecht entsprossen waren, »m 740 gestiftet. Die prächtigeStiftskirche ward unter dem Abt PlacituS erbaut und 1680 deni heil. Benedictzu Ehren eingeweiht. Bei der Aufhebung der Kloster in Bester» ward auch B.1804 verkauft. Seit 1805 besitzt es der vormalige geh. Referendar Ios. v. Utz-schneider. Um die Klostergebäude wieder mit Menschen zu besetzen und die Kloster-waldungen zu benutzen, legte Hr. v. U. eine Glashütte an. 1806 errichtete er da-selbst eine Kunstglashsttte, um das mechanische Institut in München , welches er1804 mit dem pfalzbairischen Artilleriehauptmann, Georg Reichenbach . und deinMechanikuS, Joseph Liebherr , gegründet hatte, mit dem erfoderlichen Flint- undCrownglas zu versehen. So bildete sich hier in Zeit von 12 I. das berühmte opti-sche Institut, das zu allen astronomischen Instrumenten, die in den Werkstättender Hrn. von Reichenbach und Liebherr für die meisten Sternwarten von Eu-ropa verfertigt wurden, die optischen Gläser geliefert hat. (S. Fraunhoferund Reichenbach.) Während der Eontinentalsperre ward zu B. aus Kartoffelnmit Vortheil Zucker bereitet, späterhin aber dafür eine Rauch - und Schnupftaback-fabrik eingerichtet: eine Anstalt, die gute Tabacke liefert und viele Menschen nütz-lich beschäftigt. Die Schulanstalc im OrkSgericht D. ist in gutem Zustande undwird von Utzschneider vorzüglich unterstützt. Die von dem aufgehobenen Klosternoch lebenden Geistlichen haben in einem Tbeile des eheuial. Klostergebäudes eineFreistätte; sie sind gebildete Männer, werden von lltzsclnieider theils zu ökonomi-schen Geschäften, vorzüglich aber bei der Schule verwendet, und erhalten von ihmkleine Zulagen, um in ihrem Alter bequemer leben zu können. In der Näheliegt das berühmte Wiltbad Heilbrunn.

Benediktiner konnten vom 6. bis in das 10. Jahrh, fast alle Mönche imAbendlande genannt werden, weil sie der Regel des heil. BenedictuS (s. d.) vonNursta folgten. (Vgl. Klöster und Orden.) Was einzelnen Klöstern inSpanien und Frankreich um diese Zeit von ihren Bischöfen vorgeschrieben wordenwar, stimmte, wie die Regel des IrländerS ColumbanuS (geb. 560, gest. 615),im Wesentlichen mit der Regel BenedickS überein, und bei dein Fortgange seinesOrdens vereinigten sich stme Klöster und die vom Orden Columban'S mit ihm.Monte Casino bei Neap l das Stammklostcr der Benediktiner , ward das Musteraller übrigen. Damals standen die Klöster ohne gemeinsame Ordensobere noch un-ter den Bischöfen ihrer Gegenden und wichen in mancherlei Erweiterungen, -Lchär-ftmgen oder Milderungen derGrundregel von einander ab. Nicht einmal die Farbeder Kleidung war übereinstimmend. Die Columbaner hatten sie weist, wie auchdie ältesten der Benedictinerinnen, welche im 6. Jahrh, in Frankreich entstanden.Nach den später erfolgten Vereinigungen trugen sie alle Mitglieder dieses Ordensschwarz, wie der Stifter gekleidet gewesen sein soll. Der Verfall der Klosterzuchtseit dein 8. Jahrh, veranlaßte die Verbesserungen BencdietS von Aniana in Frank-reich , die erneuerte Einschärfung der alren Regel und zeitgemäße Verordnung aufdem Concilium zu Aachen 817, die besonder» Satzungen und Brüderschaften derberühmten Klöster i» Frankreich, Deutschland und England, welche sich in derWildheit jener Zeiten zu Sitzen der Bildung erhoben, und die Stiftung derClunia-censer, eines neuen Zweiges der Benediktiner , der aus dem 910 gegründeten Klo-ster Cliigny in Burgund hervorging. An die Stelle der bisherigen ungleichen undschwankenden Satzungen gaben die Cluniacenser feste Bestimmungen über dieStunden des Gottesdienstes, über den Gehorsam, die Zucht und die gemeinschaft-liche Regierung aller Kloster ihres Ordens, die bald in ganz Europa Nachahmungfanden. Im 12. Jahrh, zählte ihr Orden 2000 Klöster, deren Üppigkeit öftereReformationen nöthig machte und die Haupturfache ihres nachmaligen Versallswurde. Die Überreste der Cluniacenser vereinigten sich im 17. Jahrh, unterRichelicu'S Begünstigung mit den Benedictincrbruderschaften von St.-Vannes