Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Benno

Benno (der heilige), geb. 1010 zu Hildesheim aus dem Geschlechte derGrafen von Woldenberg , wurde 1028 Bencdictinermönch im Kloster Lt.-Michaeldaselbst, 1051 KanonicuS des Stifts Simon und Iudä zu Goslar und Lehrer derjungen Kanoniker deffelben. Heinrich I V. erhob ihn 1086 zum Bischof von Meißenund begünstigte ihn durch wiederholte Schenkungen an Landgütern für seine Kirche.Dennoch nahm B. an der Verschwörung der ihm verwandten säclss. Großen gegenden Kaiser heimlich Theil, daher ihn Heinrich nach der Schlacht an der Unstrutauf seinem Zuge durch Meißen 1075 als Gefangenen mit wegführte. 1076 ent-lasten und in sein DiSthum eingesetzt, aber bald neuer Untreue verdächtig, da erauch von den« Gegenkaiser Rudolf Schenkungen angenommen halte, mußte er1078Meißen abermals verkästen und Heinrichs Gefangener bleiben, bis dessen Zugnach Italien ihm 1081 die Freiheit wieder verschaffte. Auch nun hielt er eg mitHeinrichs Feinden und wohnte 1085 der Synode zu Quedlinburg bei, die unterdem Vorsitz eines Legaten Gregors V Ii. dessen Bann gegen den Kaiser bestätigte.Eine zu derselben Zeit in Main ; unter Heinrichs Einfluß gehaltene Svnode entsetztemit andern Empörern auch Benno seines Amtes, und Gregor VIl., dem er anhing,starb 1085. Daher wendete er sich nun reuig an den voni Kaiser eingesetzten Gegen-papst, Clemens III., und erhielt dessen Verzeihung. Von Rom begab er sich zu demihm als Nachbar schon früher befreundeten Herzog Wratislawvon Böhmen, admi-mstrirte bei dessen Krönung zu Prag und erlangte, da der von Clemens 1085 ansinne Stelle gesetzte Bischof Felix in Meißen 1086 oder im folg. I. starb, durchWratislaw's Vermittlung sein BiSkhum und die Gunst des Kaisers wieder, wieeine Schenkung desselben an die Kirche zu Meißen 1098 beweist. An diese letzteRückkehr B.'S nach Meißen knüpft Emfer in seiner durch ältere, die historischenAngaben in diesem Art. begründende, Urkunden oft widerlegten „Vin, >!lun»»G"(Leipz. 1512, Fol.,C. X4X), die sehr unwahrscheinliche alte -Lage, der Schlizsselzur Domkirche in Meißen, den B. bei seinem Abzüge 1085 in die Elbe gewor-fen habe, um dem excommunicirten Kaiser Heinrich den Eingang in diese Kirchezu versperren, sei eben, da er auf dem Wege nach Meißen 1088 bei einem Wirthan der Elbe eingesprochen, von diesem in einem zur selbigen Zeit gefangenen gro-ßen Elbfische gefunden worden. Doch war B.'S Recht aufsein Bisrhum, wofürdie Legende sieb solcher Beweise bediente, von ihm selbst besser begründet. Schonin den ersten Jahren der Verwaltung desselben hatte er viel für die Bekehrung derheidnischen Wenden in seinem Lprengel gethan. Nun fand er ihn durch die unauf-hörlichen Heereszüge in Sächselt so verwüstet, daß er sich vor allen Dingen derHerstellung und Verbesserung des Ackerbaus befleißigte und dadurch den Wohlstandseiner Untergebenen wieder in Aufnahme brachte. Sein Versuch, den liturgischenGesang in Meißen auf römische Art einzurichten, hatte keilten Fortgang; über-haupt wurden ihm die letzten Jahre seines Lebens durch Streitigkeiten mit seinenCapitularen und den Markgrafen von Meißen verbittert, daher ermesst auf demLande lebte. Er starb den 16. Juni 1107. Handschriften unerheblicher allegori-scher Erklärungen der Sonntagsevangelien, eine Anweisung zum Briefschreibenund Briefe, die ihm zugeschrieben werden, bewahrt die Bibliothek inWolfenbüt-tel. Kein Schriftsteller seiner Zeit erwähn die Wunder, welche die spätere Legendeauf seine Rechnung gebracht hat. Erst 1270 wurden seine Gebeine in die Dom-kirche zu Meißen versetzt und dabei Krankenheilungen gerühmt, die sie bewirktha-ben sollten. Die Wallfahrer erhielten seit 1285 a» seinem Grabe 40 Tage Ablaß ,woraus Papst Calixt Il>. 1405 100 Tage machte. Eine jährliche Gedächtnißfeierstiftete ihm ein meißner KanonieuS und ArchidiakonuS über die Lausitz , KonradPouse, 1366 in Meißen und 1877 in Baissen. So kam die Verehrung diesesneuen Heiligen in Gang, doch erst 1523 versetzte ihn Papst Adrian 4 I., nachdemseit 1498 das Capitel zu Meißen , Herzog Georg von Lachsen, Kaiser Karl V.