Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Benze! «Sttrnau

wurde 1681 Schulhalter zu Spaling, dann Begleiter des Sohnes des I)r. Stil-lingfieet nach der Universität Oxford , und hierauf Capellan desselben Principalsals Bischofs von Worcesier. Vor seinem 24. I. hatte er sich ein alphabetischesDerzeichuiß aller hebräischen Wörter in der Bibel mit ihren chaldäischen, syrischen,latcin. u. a. Bedeutungen zusammengesetzt. Da Robert Boyle , einer von den Söh-nen des Grafen Cork, ein Vermächtniß für eine bestimmte Anzahl Predigte», diejedes Jahr zur Vertheidigung der natürlichen und geoffenbarten Religion gehaltenwerden sollten, gegründet hatte, wurde B. 1692 gewählt, den Willen dieser Stif-tung zu erfüllen. Er arbeitete 8 Reden aus, deren Gegenstand die Ungereimt-heit des Atheismus ist, wobei er sich auf die philosophische» Ideen Newton'S stutzt,und selbst einige von Locke angenommen hat. Diese mehrmals ausgelegte Schrift istin verschiedene Sprache» übersetzt worden. 1693 oder 1694 erhielt B. die Aussichtüber die königl. Bibliothek zu St.-Iames. 1697, als Grävius den KallimachuS herausgegeben hatte, schickte ihm B. eine große Sammlung von Bruchstücken diesesDichters, nebst seinen Bemerkungen; in demselben Jahre schrieb er, in Folge derWvtton'schen Schrift über die Gelehrsamkeit der Alten und Neuen, eine Abhand-lung über die Briefe des DhemistokleS, ^okrateS, EuripideS, Phalaris und über dieFabeln des Äsop. Bovle, Grafv.Orrery, hatte 2 I- vorher die Briefe des Pha-laris herausgegeben und sich in der Vorrede über Bentley'S Ungefälligkeit beklagt,der ihm eine Handschrift von der S.-Iamesbibliorhek nur auf so kurze Zeit ver-gönnt hatte, daß er sie nicht benutzen konnte. Um sich über diesen Angriff zu rä-chen, bewies B. die Unechrheit der Briefe. 1700 ward er Lebrer an dem Trinity-collegüun zu Cambridge . Er verzichtete auf das Canonicat von Worcester und wurdedas I. darauf zum ArchidiakonuS von Ely ernannt. Während er sich hier in die ver-drüßlichsten Streitigkeiten verwickelte, setzte er seine gelehrten Arbeiten fort undgab 1710 seine kritischen Bemerkungen über 2 Lustspiele des Aristophanes und un-ter dem Namen Iftnlrlrutlmnu! I.Psieiuü» seine Verbesserungen der Bruchstückedes Menander und Philemon, seinenHoraz 1711, 3.AuSg., Amsterdam 1723)und 1726 seinen Deren; und PhädruS heraus, welcher letztere aber von Hare in derberühmten „lspisiola riiliru" scharf durchgeuomnien wurde. >L7eine AuSa. desHoraz , die noch jetzt für die beste gelten darf, ist als sei» vorzüglichstes Werk zubetrachten. In seiner AuSg. des „Verlorenen Paradieses" von Milton hatte erohne Rücksicht Veränderungen vorgenommen und dadurch manche Eigenthümlich-keit und Schönheit verwischt. Er starb 1742. S. B.'s treffliche Biographie,von F. A. Wolf, im 1. Bd. der „Literar. Analekten" (Berlin 1816).

B e n z e l - S t e r n a u (Karl Christian, Graf v.), geb. zu Mainz 1750, war1812 fg. Gcheimerrath und Müüsterialdirector für das Deport, des Innern imehemal.Großherzogkhum Frankfurt; früher kurerzkanzl.StaaiSrath zu Regensburg ,lebte nachher in der Schweiz, jetzt auf seinem Gute Emrichshofen bei Hanau . Erist einer der ausgezeichnetsten humoristischen Schriftsteller unserer Zeit und Geistes-verwandter I. Paul'S. Seinen Ruhm begründete „Das goldene Kalb" eine Bio-graphie, 1802 — 4, 4 Bde., in der ersten Ausg.); dann folgten die „Lebensgei-ster aus dem Klarfeldschen Archive" (Gotha li-04); „Gespräche im Labprinrh"(3 Bde., 1806); „Der steinerne Gast" (1808, 4 Bde.); die Zeitschrift „Ja-ssir" (von 1808 — 10); „Der alte Adam, eine neue Familiengeschichte" (Gotha 1819, 2 Bde.) u. a. — Mannigfaltigkeit und schwelgender Reichthum an Bildernund Vcrgleichungen, üppiger Witz, Feinheit und Beobachtung, tiefe Weltkennt-niß, die sich vorzüglich in Ausmalung der Charaktere und Einwebung feiner Be-merkungen und kräftiger Sittensprüche zeigt, dunkle Mischung von Scherz undErnst sind seinen Werken ebenso eigen als die mangelhafte Erfindung unk eine oftnach Witz jagende, rärhselhast dunkle und spitzfindige Behandlung seiner Geaen-stände, welche nebst dem Seltsamen und Überladenen der Tomposition den reinenCviivcrsiuione, Lexikon. Bd. I. ' 50