Band 
Erster Band. A bis Bl.
Seite
786
JPEG-Download
 

788

Benzknberg Benzoö

Genuß nicht selten stört. Er und sein Bruder traten am 19. Aug. 1827 in Franks.^am M. zur Protestant. Kirche. !

Ben ze nberg (Johann Friedrich), geb. den 5. Mai 1777 in Schöller, ei-!nein Dorfe zwischen Elberfeld u. Düsseldorf , der einzige Sohn eines Landpredigers,studiere in Marburg Theologie, dann in Göttingen, unter Lichtenberg und Kastrier,Phpsik und Mathematik. Hier stellte er mit Brandes (jetzt in Leipzig ) Beobachtun- ^gen über die Entfernung, die Geschwindigkeit und die Bahnen der Sternschnuppen)an. B. machte hierauf in Hamburg , in dem dortigen Michaelisthurme, Versuche >über das Gesetz des Falles, über den Widerstand der Luft und über die Umdrehung jder Erde mit fallenden Bleikugeln. (Vgl. Bewegung der Erde.) VonHamburg;begab er sich nach Paris , wo er vorzüglich Fourcron und Hauy hörte. Nach s. Zu- )rückkunft wiederholte er s. m Hamburg gemachten Versucke über die Umdrehung der!Erde in einem Kohlenschachte der Grafschaft Mark bei einer Fallhöhe von WO Fuß.1805 ernannte ihn der Kurfürst von Baiern zum Professor der Physik und Astro-nomie an dem Lyceum zu Düsseldorf ; auch wurde ihm die Leitung der allgemeinen'Landesvermessung, welche seit 180! zum Behuf eines neuen Katasters im Gange'war, übertragen. Er gründete zugleich eine Schule für Landmesser, entwarfeineLandmesserordnung, die eingeführt wurde, und schrieb für jene ein „Lehrbuch derGeomcirie". Die Regierungsveränderungen im Bergischen brachten diese Arbeitenund B.'S öffentliche Neihäftiiisse in Stockung; er ging deßhalb 1810 nach derjSchweiz , wo er sich viel mit Hökenmeffen mit dem Barometer, wofür er neue^Tafeln barie drucken lassen, beschäftigte. Nach seiner Aurückkunft gab er sich mit)Versuchen über die Gewinnung des Zuckers aus inländischen Pflanzen ab. 1815bot er nach Napoleons Rückkehr dem Grafen Gneisenau seine Dienste zu einer all-gemeinen Landesbewaffnung auf dem linken Rheinufer an, die indessen durch dieScklacht von Waterloo überflüssig wurde. B. ging um diese Zeit nach Paris , woer feine erste politische Schrift: „Wünsche und Hoffnungen eines Rheinländers"schrieb, die vorn König und dem Staatskanzler Preußens günstig aufgenommenwurde. Auch schrieb er viel und im Geist der damaligen Zeit im „Rhein . Mercur",später „Über Verfassung", wobei ihn vorzüglich Möser'S Ideen leiteten. In Ber-lin nahm er Antheil an dem in Hamburg erscheinenden „Deutschen Beobachter".1817 wohnte B. einer Versammlung der 3 Oberpräsidcnten der westl. Provinzenin Godesberg bei, welche sich auf die Katasterarbeit bezog, und sammelte hier dieMaterialien zu seinem Werke über das Kataster, das 1818 erschien. Um dieseZeit fand sich B. bewogen, „Über Provinzialverfassung" mit besonderer Rücksichtauf Iülich, Berg und Kleve zu schreiben. Zu Ende 1820 , wo er wieder in Ber-lin war, schrieb er eine Brochure über die Verwaltung des StaatSkanzkerS. Balddarauf ließ er eine ähnliche Schrift über den König selbst erscheinen, die jedoch höch-sten OrtS nicht günstig ausgenommen wurde und für den Verleger unangenehmeMaßregeln nach sich zog. Früher hatte B. „Über Preußens GeldhauShalt undSteuersystem" geschrieben. Außerdem war er stets eine der Stützen des „Westfäli-schen Anzeigers", besonders unter der Redaction des I>. A. Mallinckrodt, wobei erdem westfäl. Publicum durch eine gewisse selbstgefällige Keckheit und geniale Derb-heit, die von mancherlei Kenntnissen unterstützt wurde, zu imponiren wußte, wes-halb er der schrecken aller Philister im Sprengel dieses Blatts war. Gegenwärtiglebt B. ohne Anstellung auf einer Besitzung in der Nähe von Krefeld .

Benzoi-, der an der Luft ausgetrocknete milchige Saft aus dem Stammedes8tvi','>v benroin, eines in Ostindien, Siam und Sumatra wachsenden Baums.Wir erhalten die Benze - in Form röthlich gelber, durchsichtiger, aromatischer Mas-sen. Die Benzoösaure ist ein Bestandtheil vieler Pflanzen, besonders in aromati-schen Balsamen, in der Vanille, im Bibergeil, un Harn der Kinder und allervon Kräutern lebender Thiere, ja die jetzige Kunst vermag solche zu bilden. Sie