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Erster Band. A bis Bl.
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Beobachtung 187

macht einen Übergang in die Harze und in den Campher, bildet durchsichtige, weiße,nadelsörmige Prismen, hat einen scharfen Geschmack und, besonders etwas er-,wärmt, einen aromatischen Geruch. In Alkohol und in Ather ist sie leicht auflös-sich. Auch concenrrirte Mincralsäuren lösen die Säure auf, ohne sie zu zersetzen.Die Sublimation der Säure aus Benzoöharz, in feine Spießchcn, nannte manehemals Benzodblumen.

Beobachtung ist der Zustand der gespannten Aufmerksamkeit, in wel-chem man die Gegenstände auf sich einwirke» läßt, um das Eigenthümliche und Umterscheidende derselben genau kennen zu lerne». Beobachten heißt die Natur unddas Verhalten eines Gegenstandes mit Aufmerksamkeit betrachten und wahrneh-mcn. Hieraus geht hervor, daß alle Beobachtung mit Absicht verbunden und aufErfabrung, d.i. gewisse Kenntniß der Erscheinungen, gerichtet ist, welche man durchdieselbe zu gewinnen sucht, ja daß die reine Erfahrung nicht ohne Beobachtung erwor-ben wird. Ferner leuchtet ein, daß zur Beobachtung, wenn sie dieses Ergebnißhervorbringen soll, nicht nur ei» Gegenstand, welcher in dem Kreise der Erfahrungsiegt, sondern auch von Seiten des Beobachtenden ein feiner «Lum, d. i. ein leich-tes und richtig geübtes Wahrnehmungsvermögen, mit gesunden Sinnen (wennvon äußerer Erfahrung die Rede ist), ferner Unbefangenheit, Leidenschaftslosigkeitund ein gewandtes Nachdenken, welches das Wahrgenommene zu vergleichen, zuunterscheiden und ihm seinen gebührenden Platz in dem Gebiete der ganze» Erkennt-niß anzuweisen fähig ist, erfodert werde. Wo diese Erfodernisse in einem hohenGrade vorhanden und durch Übung und Ausbildung zu einem besondern Talente,das Eigenthümliche der Dinge leicht, sicher, vollkommen und genau aufzufassen,entwickelt und verbunden sind, da redet man von dem Beobachtungsgeiste.Die gemeine Beobachtung, d. i. die Beobachtung zu Zwecken des gemeinen Le-bens, unterscheidet sich von der wissenschaftlichen dadurch, daß letztere me-thodisch, d. h. nach bestimmten und leitenden Grundsätzen, angestellt werden muß,welche aus dem Wesen der Wissenschaft, zu deren Behuf die Beobachtung gemachtwird, hervorgehen, und daß sie auf das Auffinden allgemeiner Gesetze, sowie aufUnterscheidung des Wesentlichen und Zufälligen ausgeht. Auch ist sie verschiedennach den verschiedenen Gegenständen und Gebieten der Erfahrung. So ist z. B.die Beobachtung ästhetischer Gegenstände hauptsächlich von einer ruhigen oderlebendigen Einbildungskraft und von einem regen, zarten Gefühle abhängig; einerandern Beobachtung ferner bedarf der bildende Künstler, einer andern der Ton-künstler, Dichter, Staatsmann, Naturforscher u. s. w., um in seinem Kreiseetwas Zweckmäßiges zu wirken. Di-» Kunst insbesondere setzt Beobachtungen zwarvoraus; aber der geniale Künstler bildet nicht durchaus und unmittelbar abhängigvon der Beobachtung, sondern nur mittelbar. Die Beobachtung entspringt in ihmaus einer regen Theilnahme für die zu beobachtenden Gegenstände der Kunst undNatur, oder aus irgend einem bedeutsamen Gesichtspunkt derselben, ist ohne Ängst-lichkeit und Zwang und trägt dem Künstler früher oder später herrliche Früchte, in-dem die gewonnene Wahrnehmung, in den selbstzcschaffenen Kreis seiner Idealeunvermerkt aufgenommen, in die Darstellung verwebt, oder in eine höhereAnschauung verwandelt wird und dem sinnigen Beschauer aus dem Werke desKünstlers mit bedeutungsvoller Wahrheit, obwol in einem he Hern Lichte, entge-gentritt. Zur glücklichen Verarbeitung der Beobachtungen in der Kunst aber gehörtFreiheit, Geschmack und Witz. Auch har die Beobachtung der Natur und derKunstwerke verschiedene Vortheile. Der ästhetische Kritiker aber bedarf zurrichtigen Bem'tkeilung gegebener Kunstwerke, nebst den leitenden Idee» der Kunst-theorie und Ästhetik, auch der vielseitigen Beobachtung, um denselben sowol ansich, als im Verhältniß zu andern Werken ihrer Gattung den gebührende» Platz an-zuweisen. — Eine besondere Art der Beobachtungen wird durch Versuche oder

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