Berchtold 788
auf eine eigenthümliche Weise durch das Aufsieden gewonnen, ind^Nt es nicktderb, sondern in kleinen Thcilchen in dem Salzibon eingesprengt vorkommt. Darderbe Steinsalz kommt nur an wenigen Punkten in der Grube vor. Um den Salz-gehalt deSSalzthonS zu gewinne», führt man durchbohren süßes Wasser in Räu-nie in dem-Lalzthon, Sinkwerke und im Östreichischen Wehren otcrSul-zenstücke genaitnt; iir denselben nimmt es die SalZkheile dlirch Auslaugen auf;und ist es mit -räalz gesättigt, so wird die Soole dtirch Rehrenleiiunaen aus denverschiedenen Linkwerlän in Reservoire geleitet, aus diesen erhält einTheil die Sa-line ssrauenreith, welche jährlich 130,000 bair. Tmr. Siedesalz producirt. und einandrer Theil dieLäoolenleitung, welche nach Reichenhall und Rcsenheim führt. Eine1613 zu Reichenhall aufgeftmdene Edelguelle, deren Soole dort wegen Holzmangelnicht völlig versottcn werden konnte, gab die Veranlassung zurAnlegung einer S oo-lenleitung von dort nach dem 8 St. entfernten, kolzreicheu Traunstein , woselbst dieAnlegung einer Saline 1619 von dem Baumeister Reifenstuhl zu S cande gebr achtwurde, ilm aber alle salzhaltigen O.uellen Reichenhalls benutzen zu kennen, wurdeunter derRegierung des verewigten Königs Max Joseph von dem Rittervon Renchenbach (s.d.) eine ähnliche, 11 St. lange Soolenleikung nach dem hol;rc,chenRosenheini am Inn unternommen und 1809 ausgeführt. Diesem ausgedehntenSoolenleitungSsystem ward, um die Salinen ;u Reichenhall, Traunstein und Ro-senheim völlig zu sichern, durch eine Verbindung mit den reichen Salzbergwerkenvon B. die Krone aufgesetzt, welches zu Ende 1811 ebenfalls durch den Hrn. vonReichenbach, trotz der Hindernisse, welche Grenzverhälrnisse, GebirgSuige, Jahres-,zeit und Witterung in den Weg legten, auf eine Bewunderung erregende Weise ge-schehen ist. Die erste Soolenhebungsmaschine dieser Leitung befindet sich in derNähedeS StollemnundlochcS vomFerdinandsberge oder Salzberae umreit B. EinWasserrad hebt die Soole 50 Fuß hoch, von wo dieselbe in einer 3500 Fuß langenRehrenleitung, mit 11 Fuß Gefalle, dem zweiten Brunneichause an dei Püste,lei-ten, nahe am Marktflecken B. zufließt. In diesem Brunncnhaufe ist eine nach demneuen Princip vom Hrn. v. Reichenbach erbauie Wassersäulenmaschine aufgestellt,welchedie gesättigte Soole in 931 Fuß langen Steigerehren von Gimeißen 311 Fußsenkrecht hoch hebt. Von hier fließt die Soole in einer 1180 Fuß langen Rchrcn-leitung mit 31 Fuß Gefalle bis an das linke Gehänge der Thalschlucht und übersetztdieselbe in eine 1225 Fuß lange gußeiserne Rehrenleitung; von der Höbe des rech-ten Gehänges fließt sie mit freiem Lauf, in einer 12,013 Fußlangen Fahrt, demdritten Brunnenhaus an der Ilsangmühle im Ramfauerrbale zu. Hier isteine ureuevom Hrn. von Reichenbach eonstwnirre Wasscrsaulenmaschine befindlich, welche einebisher noch nicht versuchte Aufgabe der Hvdraulik vollkommen lest, indem sie diegesättigte Soole vermittelst eines Druckwerks in 8506 Fuß langen Röhren 1218Fuß senkrecht hoch bebt. Von hier fließt die Soole in 13,000 Fuß langen Rehren-sahrten durch das Schwarzbachwachrrhal bis nach Reichenhall . Die ganze LängederRokrenfahrtvon B. bis hierher beträgt daher 101,800 Fuss — Von Reichen-hall bis Siegsdorf ist die Soolenleitung nach Traunstein und Rosenheini gemein-schaftlich : sie ist bis dahin 9 t,800 Fuß lang, und die Soole wird auf dieser Strecke6 Mal durch Maschinen gehoben, und zwar 2 Mal durch Radkünste und 4 Maldurch Wassersäulenmaschinen. Von Siegsdorf geht die Soole mu natürlichem Ge-falle nach Traunstein , welche Saline jährlich 140,000 bairische Etnr. Salz produ-cirt ; der andre Theil der Soole geht in einer 18,000 Fuß langen Rehrenfahrt, undindem ste ein Mal durch eine Radkunst und 4 Mal durch Waffersaulenmaschinengehoben wird, nach Rosenheini, dessen jährliche Salzproduction 180,000 Crnr. be-trägt. Die Betriebswasser :u den Maschinen werden oft sehr weit (an einigenPunkten 16 —19,000 Fuß) herbeigeführt.
Berchtold (Leopold, Grafv.), k. k. Kämmerer, geb. 1158, lebte nur,