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Berge
wenn es Ebenen sind, PlakeauS heißen. Beträchtliche Vertiefungen oder Aus-höhlungen werden Mulden, und Einbiegungen, besonders gegen den Fuß des Ge-birges, Busen genannt. Die Begrenzung eines Gebirges nach der Länge nenntman Enden. In Ansehung der Höhe theilt man die Gebirge in Hochgebirge (diehöchsten Bergreihen), Mittelgebirge (die Abfalle) und Vorgebirge, oder das hüge-lige Land am Fuße. Gebirge, die bei ihrem Ansteigen in die Höhe einen Winkelvon 45" bilden, heißen sanfte, und diejenigen, die diesen Winkel übersteigen, jäheGebirge. Hauptgebirge nennt man Gebirge, die eine Ausdehnung in der Länge von50 Meilen haben, Gebirge mittlerer Größe haben eine Ausdehnung von 30—10Meilen . und unter 10 Meilen lang heißen kleine Gebirge. In Beziehung auf dieRichtung, nach welcher sie fortlaufen, nennt man die Gebirge Bergzüge, wobeider nach einerlei Richtung fortlaufende der Hauptzug, andre aber die Mittel-,Seiten- und Nebenzüge heißen. Alpengebirge, dergl. die Gebirge in der «chweizund in Savoyen sind, bestehen aus einer ungeheuern Sammlung der verschieden-sten Berge, die in mehre gleichlaufende Ketten geordnet sind. Von diesen Berg-ketten befindet sich die höchste in der Mitte der ganzen GebirgSinasse; die sich an-schließenden nehmen im Verhältniß ihrer Entfernung von der Hauptkekte immermehr an Höhe ab. Dazwischen durchlaufende Thäler trennen die einzelnen Berg-thäler und Berggipfel. Die höchste Kette ist mit steilen Felsen besetzt, welcheallenthalben, die steilen Abhänge ausgenommen, mit Eis und Schnee bedeckt sind.Zwischen den Felsenmasien, die in Gestalt von Pyramiden u. dgl. die höchsteBergkette krönen, befinden sich Thäler, in welchen, weil siezn hoch liegen, derSchnee und das aus dem halbgeschmolzenen Schnee gebildete Eis selbst im Som-mer nickt wegthaut. Tiefer herab laufen zu beiden Seiten der Hauptkette großeund breite Thäler, welche im Sommer mit schönem Grün bedeckt sind und zumTheil, wenn ihre Höhe nicht zu groß ist, Getreide und Obstbäume tragen, zumTheil zu Weideplätzen dienen. Nach diesen begrünten Thälern erstrecken sich vcnden obersten Felsthälern Schluchten herab, die, wie jene, mit ewigem Eise aus-gefüllt sind und Gletscher (s. d.) heißen. Diejenigen Bergketten, welche sich zu-nächst an die Hauptkette anschließen, von der sie durch tiefe, begrünte Thäler ge-trennt werden , bieten dieselben Erscheinungen, nur nach einem kleinern Maßstabe,dar. Ihre Gipfel bestehen nämlich auch aus Felsenspitzen mit Schluchten, die selbstim Sommer Schnee und Eis tragen, und dann folgen wieder begrünte Thäler. Jeweiter sich die Ketten von der Hauptkette entfernen, desto niedriger werden sie. Al-les gewuint einen minder rauhen Anblick. Die einzelnen Berge erscheinen abgerun-det auf ihren Gwftl", mit schönem Grün bedeckt, und verlieren sich allmälig in dieEbene. Länder mit hohen Gebirgen bieten im Sommer in verschiedenen Höhen dieErscheinungen verschiedener Himmelsgegenden innerhalb eines sehr beschränktenRaumes dar. Man steigt allmälig aus den blühendsten, entzückendsten Thälern,welche mit Getreide, Obstbäumen und Weinreben prangen, zu den mit duftendenAlpenpflanzen und an den Abhängen mit Nadelholz bedeckten Triften, sieht dasWachsthum immer mehr und mehr abnehmen, biS eS endlich, sowie alles organi-sche Leben, aufhört, und die Kälte das Weiterbringen verhindert. Diese Grenze istnach der Lage des Landes sehr verschieden; sie liegt um so höher, je heißer, und umso tiestr, je kälter das Land ist. Daß die Luft auf Bergen kälter sein müsse als inEbenen, erhellt aus^dem Gesagten. Die Ursachen davon scheinen nicht allein darinzu liegen, daß die Sonnenstrahlen in niedrigen Ebenen stärker wirken und heftigerzurückprallen, sondern es kommt unstreitig auch die größere Dichtigkeit der Luft inBetracht, die stärker erwärmt wird als die dünnere Lust auf Bergen . Daß dieBerglust reiner sei als die gewöhnliche, ist allerdings wahr; daß sie aber auch ge-sünder sei, gilt nur für eine mäßige Höhe. In beträchtlichen Höben fühlt man sichnngemein beschwert, und ein fast unnennbares Ubelbefinden, verbunden mit großer