Band 
Erster Band. A bis Bl.
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821
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Bernhard» 821

Bamberg, Kronach, Höchstädt und Eichstädt ein, aber der Versuch auf Zngol-stadt mißlang; er bemächtigte sich ferner der Städte Regensburg und Straubingenund vereitelte Wallenstein'S Jlbsichten. Er ward von der Krone Schweden zum Her-zog in Franken erklärt. Seine zu große Lebhaftigkeit warklrsache an der Niederlage(24. Aug. 1634) bei Nördlingen (s. d.). Er selbst entkam nur mit Muheder Gefangenschaft. Oxenstjerna's kluges Benehmen und B.'s Tapferkeit glichenden begangenen Fehler bald wieder aus. Frankreich verband sich nun genauermit Schweden und schloß mit B., der nach Paris reiste (16. Oct. 1634), einenbesondern Vertrag. B. verpflichtete sich, für 4 Mill. Liv. 18,000 M. amRhein gegen Ostreich aufzustellen. Er führte nun den Krieg in der Rheingegend,eroberte die Festung Zabern im Elsaß, breitete sich in Lothringen und Burgund ausund schlug die Kaiserliche» in verschiedenen Gefechten. Im Anfange 1638 belagerteer Rheinfelden unweit Basel . Ein östr. Heer kam zum Enrsatze herbei und griffihn in seinem Lager am 18.Febr.unvermuthetan. B. mußte der Übermacht weichen,sammelte aber seine Truppen bald wieder, griff (21. Febr.) die Ostreicher, die es nichterwarteten, an und erhielt einen vollkommenen Wieg. Mehre kaiferl. Generalewurden gefangen, und die Festung Rheinfelden mußte sich (13. Mai) ergeben.Hierauf unternahm er die Belagerung von Breisach , das ihm zur Behauptungdes Elsasses nothwendig war. Ein kaiferl.Heer unter dein General Götze kam zumEntsatz herbei, ward aber von B. am 30. Juli mit großem Verluste geschlagen.B. eroberte nun verschiedene kleine Orte und setzte die Belagerung von Breisach fort, das sich jedoch erst, nachdem er die Ostreicher noch einige Mal geschlagen harte,auf sehr billige Bedingungen ergab, die B. in seinem Namen, ohne Frankreich dabei zu erwähnen, unterzeichnete. Der Besitz des Elsasses, das ihm Frankreich schon vorher uitter gewissen Bedingungen überlassen hatte, war ihm nun gesichert;aber er verlangte auch Breisach als Zubehör vom Elsaß . Er besetzte alle von ihmeroberte Plätze mit deutschen Truppen und ließ eine Münze mit dem sächsischenund breisachischen Wappen schlagen. Umsonst versuchte man von Weiten Frank-reichs, Breisach dem Herzog zu entreißen, indem man ihm den Antrag machte,neben seinen Truppen auch franz. in diese Festung zu legen; der Herzog schlug sowoldieses Anerbieten als auch eine Einladung nach Paris , sowie die Heirath miteiner Nichte des CardinalS Richelieu, der Herzogin v. Aiguillon, aus. Dagegentrug er auf eine Heirath mit der Prinzessin Rohan an, welche aber der franz. Hofnicht zugeben wollte, um die Partei der Hugenotten nicht zu verstärken. Es istwahrscheinlich, daß Richelieu geheime Mittel angewendet habe, Frankreich vondem Herzoge, als einem durch seine wachsende Macht furchtbaren Nachbar, zubefreien. Denn dieser verfiel in eine Krankheit, die so geschwind zunahm, daß eram 8. Juli 1639 sein Heldenleben endigte. Die meisten gleichzeitigen Wchriftstel-ler vermuthen, daß ihn Richelieu habe vergiften lassen; der Herzog selbst zweifeltenicht, daß er Gift bekommen habe. Gleich nach seinem Tode kamen franz. Bevoll-mächtigte , welche seine Truppen in franz. Dienste »ahmen; den» Marschall Gue-briant ward der Oberbefehl derselben übergeben. Mit B. fiel zwar eine der mächtig-sten Stützen der Protestanten, allein seine Nachfolger Bauer und Torstenso hn(s. d.) verfolgten dessen Wiegesbahn, und Frankreich selbst nahni zum Vortheil derProtestanten ernstlicher» Llntheil an dem Kriege. B. verband mit Anmurb im Be-tragen Verstand und Tapferkeit, eine Weelenstärke, die auch durch widrige Vorfällenicht erschüttert werden konnte; sein einziger Fehler war zu große Hitze, die ihnbisweilen zu nicht genugsam überlegten Unternehmungen verleitete. „Herz. Beruh,d. Gr. v. S.-Weim. biographisch bärgest." von 14. Beruh. Rose (1 Thl., 1828).

Bernhardt (August Friedrich), geb. zu Berlin 1768, faßte schon als Gym-nasiast auf dem JoacbimSthal Neigung zu den Alterthumswissenschasten, undsiudsite Philologie in Halle als Mitglied des von Wolf dirigirten philol. WeminarS.