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Bernigeroth
edeln, aber'armen florcntinischen Familie, kam nach Florenz und 19 I. alt nach !Roni zu dem Cardinal Didiena, seinem Verwandten. Da ihm dieser, wie er selbst 'sagte, weder Gutes noch Böses erwies, so war er endlich genöthigt, alsSecretair 'sich zu dem Bischof von Verona , Ghiberki, zu begeben, welcher päpstl. Kanzleiprä-sident war. In Erwartung vortheilhaster Verhältnisse trat er in den geistlichen ^Stand, aber der Überdruß, den ihm die Geschäfte seines Amtes einflößten, veran- tlaßtc ihn, Zerstreuungen zu suchen, welche dem Prälaten mißfielen. Es hatte jsich zu Rom eine Gesellschaft junger Geistlichen gebildet, wie B. von heiterer !Stimmung und scherzhafte Dichter, welche, um ihreLicbefur den Wein und ihreSorglosigkeit zu bezeichnen, sich i Vigimssinü (Winzer) nannten. Unter ihnenwaren Mauro, Casa, Firenzuola, Capilupi u. A. Sie belachten Alles und be- ispotteten in Versen die ernstesten und selbst die traurigsten Dinge. Die VerseB.'s waren die anziehendsten, und hatten einen so eigenthümlichen Ton, daßsein Name der Gattung, in welcher er sie abfaßte, verblieben ist (m-mier-, bernenen loder Iier» ,<'<>'!>). Als 1527 Rom von den Truppen des Connctable von Bour- !bon ausgeplündert ward, verlor B. seine ganze Habe. Er machte darauf mehre ^Reisen mit seinem Gönner Ghiberti nach Verona, Venedig und Padua . End-lich, müde zu dienen und begnügt mit einem Kanonicat der Domkirche von Flo-renz , das er seit mehren Jahren besaß, zog er sich dahin zurück. Aber die Gunstder Großen, die er zu entbehren nicht stark genug war, versetzte ihn in eine jschwierige Lage, in welcher ihm die Ausübung eines Verbrechens zngemmhet wurde, ^deren Verweigerung ihm das Leben kostete. Alexander von Medici, damals Her-zog von Florenz, war in offener Feindschaft mit dem jungen Cardinal Hippolr t von ^Medici. B. war mit Beiden so vertraut, daß es zweifelhaft ist, wer von Beidenihm den Antrag machte, den Lindern zu vergiften. Gewiß ist, daß der Cardinal1535 an Gift starb. Am 26. Juli 1536 starb B.; und endigte er, wie manversichert, durch Gift sein Leben, so fällt das Verbrechen auf den Herzog Alexander.
B. gilt »och jetzt in der burlesken Gattung für das beste Muster. Er wird oftsehr bitter; in seinen Satyren verbindet er nicht selten die Gemüthlichkeit desHorazm,t der Lauge des Iuvenal. Die höchste Ausgelassenheit aber ist an allen seinenWerken zu tadeln und nur damit zu entschuldigen, daß er seineVerse nur für seineFreunde schrieb, und daß sie erst nach seinem Tode gedruckt wurden. Die bcwiunde-rungswürtigeLeichtigkeit, die seine Werke auszeichnet, war die Frucht einer gro-ßen Anstrengung, indem er fast alle seine Verse mehrmals umarbeitete. MansagtDasselbe von Ariosto , und doch sind dies die beiden iral.Dichter, deren Verffe diefließendsten und leichtesten sind. B. schrieb auch die lat. Sprache sehr reim undverstand gut griechisch. Vorzüglich sind seine b»i O-wIw" und sein ,„()r-
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«I-N lisiiiio tutto cki unovo ck:> öl. 17. Ilerni".— Nicht zu verwechseln micdiiesemDichter ist der Graf Francesco Berni , geb. 1610 und gest. 1693, welcher11 Dramen, auch verschiedene lrrische Gedichte verfaßt hat.
Bernigeroth (Marrin), Kupferstecher, geb. zu Rammelsburg , beiMansftld 1670, versuchte ohne Anweisung und Unterricht Kupferstiche, die ihmzu Gesichte kamen, nachzuzeichnen. Dies gelang ibm so gur, daß sein Viarer, >auf das Zureden einiger Kenner, ihn im 15. I. nach Leipzig bei Andersohn, eünemmittelmäßigen Kupferstecher, m die Lebre gab. Noch kein Jahr harre der Iiüug-ling sich mir dem Grabstichel geübt, als er seinen Meister schon uberlraf, ihn, da-her verließ und seinem eignen Genie folgte. Er wurde bald berühmt. Die Ver-fertigung des Portraits zu Beckmann's „Anhaltischer Chronik", die ihm übertragenwurde, trug sehr viel zu seiner Ausbildung bei. Darstellungen diese,' Art wuirdensein Hauptgeschäft, und er hat mehr Bildnisse geliefert als irgend ei» anidrerKupferstecher, wiewol er auch historische Kupferstiche auf Titelblätter der Blücher