Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Bernstein Bernstorff (Grafen von)

Sohne, dem jüngern Daniel B., ab, und starb 1782. Er war einer der größtenPhysiker und Mathematiker seiner Zeit. Zehn Mal erhielt er den Preis der pariserAkademie. 1734 theilte er mit seinem Vater einen doppelten Preis bei der genann-ten Akademie, über die Ursachen der verschiedenen Neigungen der Planetenbahnengegen den Lonnenäguator. Die meisten seiner Schriften befinden sich in den Actender Petersburger, variser, berliner u. a. Akademien, deren Mitglied er war. —6) Johann B., geb. zu Basel 1720, ging 1732 nach Petersburg , ward 1743zu Basel Professor der Beredtsamkeit und 1748 der Mathematik. Er starb 1790.,Er hatte folgende zwei Söhne: 7) JohannB., Licentiat der Rechte und könial..Astronom in Berlin, war zu Basel 1744 geb. und starb zu Berlin 1807, wohin!er in seinem 19. Z. berufen worden. Er bereiste alle Länder Europa'S und lebte!seit 1779 in Berlin , wo er Director der mathematischen Classe der Akademiejward. Er ist der Verfasser zahlreicher Schriften. — 8) JakobB. war 1759zu Basel geb., ging nach Petersburg , wo er Professor der Mathematik ward/sich mit einer Enkelin Euler'S verheirathete, aber schon in seinem 30. I., 1789, ^am Schlagflusse starb, als er sich in der Newa badete. äl.

Bernstein, eine harzige Substanz des Mineralreichs, ein Baumharz,,das dem Bernsteinbaum entflossen ist, und zwar meist schon vor Versenkung des-selben in die Erde. Er erscheint in stumpfeckigen Stücken lose am Meeresufer inPreußen, Sicilien u. s. w., selten eingewachsen in Braunkohle, in Schiefertho»,Kalk u. s. w. Seine Farbe ist das Honiggelbe ins Rothe und Braune und dasGelblichweiß ins Strohgelbe. Außen ist er rauh, durchsichtig bis durchscheinend,entwickelt nach dem Reiben einen angenehmen Geruch. —Der Bernstein , welcher,zumal in der Ostsee , mit Netzen gefischt, auch an der Küste gegraben oder auf denr ^Strande gefunden wird, diente früher als Heilmittel und stand bei den Alten inhohem Werthe; man trug ihn als Amulet . Heutiges Tages verarbeitet man ihmzu Schmuckkästchen, Dosen, Flöten, Riechflaschen, Pfeifenspitzen, Rosenkränzen,Crucifixen, Korallen zu Damenhalsbändern, Berlocken, Ohrgehängen, Knöpfen/Spielmarken, Steinen für Damen- und Schachspiele u. s. w., besonders inKö-,riigSberg, Danzig, Catania auf Sicilicn, Konstantinopel und an a. O. Fernerdient derselbe zur Gewinnung der Bernsteinsäure und des Bernsteinöls, auch zuLackfirnissen, endlich gibt der Bernstein allein, oder mit wohlriechendem Harze rc.vermengt, einen wesentlichen Zusatz der Räucherpulver ab. Über das Bernstein -,land der eilten, namentlich des PytheaS, das heutige Samland , s. man I.,Doigt's „Gcsch. Preußens", Th. 1.

Bernstorff (Grafen von), ein deutsches Geschlecht, das viele verdienteStaatsmänner hervorgebracht hat. — Johann Hartwig Ernst, Graf v.B.,königl. dänischer L 2 kaatSminister, Geh.--Rath und Ritter des Elefantenordens, geb.im Hansverschen den 13. Mai 1713, erhielt durch seinen Vetter, den hanöverschenersten Staatsminister, Andreas Gottlieb v. B. (starb 1726), eine sehr gute Er-ziehung, kam, ungefähr 20 I. alt, in dänische Dienste, wo er zu Gesandtschaftengebraucht und seit 1741 zu Regensburg und Paris angestellt ward. Nach einigerZeit Kammerherr (1746), Ritter des Danebrogordens (1750), >Ltaatssiecretair,Geh.-Rath, und im folg. I. Mitglied des geh. Lraatsraths, zeigte er eine selteneThätigkeit bei den edelsten Gesinnungen. Er war der Erste in Dänemark , derseinen Bauern Freiheit und Eigenthum gab, Gemeinweiden und Frohndienste aufhobund Hebammenschulen errichtete. Vorzüglich sorgte er für die Armen, unter die erjährlich den vierten Theil seinerEinkünfte vertheilte undauch nach seinem Weggangeaus Dänemark jährlich 3000 Thlr. auszahlen ließ. Er bewirkte Dänemarks Neu-tralität im siebenjähr. Kriege, brachte cs dahin, daß Friedrich V. König von Däne-mark , nach dem Tode des letzten Herzogs von Holstein-Plön, 1761 dessen Landenut seiner Krone vereinigte, und als der Herzog von Holstein und nachmalige russ.