Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Berry

Marks, und ebensowol für das Militair als für den Handel, die Manufacturcn, Fa-briken und Schiffsahrt, und in gleichem Maße für den Ackerbau sorgte, so erregte seinTod, 21. Juni 1797, allgemeine Trauer. Der Kronprinz (der jetzige König Fried-rich VI.) war täglich anB.'SKrankenbette. Uneingeladen folgten seinemSarge einezahlreiche Menge vonMännern aus allen Ständen, unter ihnen der Kronprinz, derseinen Platz unter B.'s Söhnen nahm. S. v. Eggers'S „Denkwürdig?, a. d. Lebendes k. dän. St.-Min. A. P. Gr. v. Bernstorff" (Kopenh. 1800). — Sein Sohn,Christian, Grafv. B., k. preuß. Staatsminister und Minister der auswärtigenAngelegenh., geb. 1769 zu Kopenhagen , ward in der Mitte alles Ausgezeichnetenund Edeln, was denKreis der heimischen Umgebung erfüllte, sorgfältig erzogen undtrat nach vollendeten Studien in dän. Staatsdienste. Seine erste Anstellung warbei derGesandtschaft in Berlin, späterhin ging er alsGefandter nach Stockholm undlebte darauf eine Zeitlang ohne Anstellung in Kopenhagen . Nach dem Tode seinesVaters, 1797, wurde er Minister der auswärtigen Angelegenh., welchem Posten erin schwierigen Zeiten mit Auszeichnung vorstand. In der Folge ging er als däni-scher Gesandter an den kaiserl. Hof nach Wien, wo er auch 1814 dem europäischen Congresse als dän. Bevollmächtigter beiwohnte. Hierauf kam er in gleicher Eigen-schaft nach Berlin, während sein Bruder ihm in Wien als Gesandter nachfolgte.Höher»Beweggründen nachgebend, trat B. 1818 aus dem dänischen Staatsdienstin den preußischen, und daselbst als Wirkl. Geh. Staatsminister an die Spitze desDeport, der auswärt. Angelegenh. Auf dem Congresse zu Aachen ertheilte ihm derKönig von Preußen den schwarzen Adlerorden, der Kaiser von Rußland den An-dreasorden. Im folg. I. erschien er auf dem Ministercongresse in Karlsbad , wozur Sicher stcllung des deutschen Gemeinwesens gegen ruhestörendeBewegungen diebekannten Beschlüsse gefaßt wurden. Dem folgenden Congresse zu Wien zur Be-festigung und Erweiterung der deutschen Bundesverhältnisse wohnte Graf B. vonSeiten Preußens gleichfalls bei, sowie den spätern Congresse» von Troppau , Lai-bach und Verona, wo die Angelegenheiten Italiens und Spaniens auf eine fürganz Europa wichtige Weise zur Entscheidung gebracht wurden.

Berry (Charles Ferdinand , Herzog von), zweiter «ohn des Grafen vonArtois und der Maria Theresia von «avoyen, geb. zu Versailles den 24. Jan.1778. Mit dem Herzoge v. Angoullme ward er vom Herzog von Serent erzo-gen und entwickelte früh schon Züge einer freundlichen Gurmürhigkeit, steter Gei-stesgegenwart und einer hohen Kunst, dem Charakter der Umgebung gemäß zu spre-chen. Mit seinem Vater floh er 1792 nach Turin , machte mit ihm und unter Ccndüseine ersten Feldzüge am Rhein und wußte damals schon sich bei den «oldaten be-liebt zu machen. Mit seiner Familie zog er nach Rußland und 1801 nach England,wo er abwechselnd in London und Harrwell lebte, stets mit Planen zur Wiederher-stellung der Bourbons beschäftigt. Die Stunde der Befreiung schlug endlich 1814,und B. landete am 13. April im Hafen von Cherbourg , von wo er die StädteDa-jcux, Caln, Reuen w. besuchte, überall Soldaten und Nationalgarden für dieSache der Bourbonü und mehr noch für seine Person zu gewinnen wußte, reicheAlmosen austheilte und Gefangene befreite. Den 21. April hielt er seinen Einzug inParis , wo er sich populair machte, indem er Handelsleute, Fabrikanten und Künst-ler besuchte. Am 15. Mai ward er zum Generalobersten ernannt und erhielt eineCivilliste ven 1,500,000 Fr. Vom 1. Aug. an bereiste er dieDepart. des Nordensund die Festungen in Lolhiingcn, Franche-Conitü und Elsaß . Als Donapartevon Elba her gelandet war, gab ihm der König den Oberbefehl über alle Truppenin und um Paris . Alle seine «chritte, diese treu zu erhalten, waren vergebens;er mußte zwischen dem 19. und 20. März mit de > Hausiruppen sich nach Gcnlund Alost zum König zurückziehen, bis die Schlacht von Watersoo den Rückwegnach Paris öffnete, wo er am 8. Juli eintraf und seinen Oberbefehl über die Haus-