Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Berserker Berthier 831

truppen in die Hände des Königs niederlegte. Im Aug. ward er zum Präsidentendes Waklcollegiums der nördl. Departements ernannt; hierauf schwor er in derSitzung der Kammern zu Paris den ConstitutionSeid und ward zum Präsidentendes vierten Bureau ernannt; allein er zog sich vom öffentlichen Leben zurück. Da-mals brütete schon Jahre lang ein gewisser Louvel (s. d.) über den Plan, durchdie Ermordung des Herzogs das Haus Bourbon zu vertilgen. Dieser Fanatikersiel den Prinzen, als er den 13. Febr. 1820 aus der Oper kam und in den Wagensteige» wollte, mörderisch an und versetzte ihm eine tödtliche Stichwunde. Der Her-zog bewies bis zu seinemTode (am 14.Febr. früh um 6 Uhr) die größte Standhaf-tigkeit und christliche Ergebung. Man hatte ihn in den Versammlungssaal desOpernhauses getragen. Hier tröstete er seine Gemahlin: „>l>;,>.,^e/.-vous pnurl'cuüiiit guc >0118 polte?. >li>»8 volresein!" Dann ließ er die Kinder rufen, welcheer vor seiner Vermählung in London gezeugt hatte, und empfahl sie seiner Gemah-lin, hierauf bereitete er sich zum Tode, vergab seinem Mörder, beichtete und em-pfing die Sacramente. Wohlthätigkeit, Dankbarkeit und Edelmuth waren Haupt-zuge in dem Charakter dieses Prinzen, dessen Tod ganz Frankreich in die größteBestürzung versetzte. (S. Chateaubriand'S „älemviics tourb-int I» vie c>t I» moit>!u llue »>!! I-eirv", Paris 1820.) Der Herzog hinterließ von seiner GemahlinKaroline Ferdinande Louise, ältesten Tochter des nachmal. Königs Franz 1. v. beid.Sicilien, mit der er sich den 17. Juni 1816 vermählt hatte, nur eine Tochter,Louise Marie Therese von ArtoiS, Mademoiselle de France, geb. den 21. Febr.1819. Desto größer war die Freude des königl. Hauses und der Nation, als dieWitwe des Herzogs den 29.Sept. 1820 von einem Prinzen entbunden wurde, derde» Namen Heinrich, Herzog v. Bordeaux (Henri Limilc; INiclinninI GieudnnnslNliioiz. !'« iii-til; (le I runee) führt. (Vgl. Chambord.) — So wenig übri-gens Louvel'S Mordthat mit einem Verschwörungsplane zusammenhing, indemman durchaus keinen Mitschuldigen entdecken konnte, so brachte sie dennoch durchfeindselige Anschuldigungen die Parteien aufs neue in Bewegung und veranlaßtemehre Ausnahmegesetze. (S. Frankreich.) Das Opernhaus, bei welchem dasVerbrechen begangen, und in welchem der Herzog gestorben war, wurde niederge-rissen, und eine Dcnksäule aus diesem Platze errichtet. Man erbaute ein neuesOperngebäude auf einer andern Stelle.

Berserker, Arngrim, ein Enkel des achthändigen Starkaders und derschönen Alfhilde, war nach der skandinavischen Sage ein gefürchteter Kriegsheld.Er verachtere Panzer und Helm und ging, gegen die Sitte seines Zeitalters, ganzungcharnischr zu jedem Kampfe. Deichalb wurde er genannt Berserker, d. i. nachJhre's „<lio88x,.", Barhemd, Barpanzer. -Leine Wuth ersetzte seine Waffen, erglich im Kampfe einem Rasenden. Mir der Tochter des KönigS Swafurlam, dener im Kampfe getödtet, zeugte er 12 Söhne, ebenso keck und wild als er selbst.Diese erbten den Namen Berserker und seine Kampseswuth. (Vgl. „Vorzeit",herauSg. von VulpiuS, III, 1, S. 45, und Gräter's „Bragur", 1. Bd., L. 179;2. Bd., S. 103.) Man hat dann den Namen Berserker auf wilde, ungeschlachteund wüthige Menschen übergetragen und jede wilde Kampseswuth oft Berserker-wuth genannt.

Berthier (Alexander), Fürst von Neufchatel und Wagram, Marschall,Vieeccunerable von Frankreich :c., geb. zu Paris den 30. Dec. 1755, Sohn desGouverneurs vom Kriegsgebäude, ward jung im Gcneralstabe angestellt, diente inAmerika und focht mit Lasapette für die Freiheit der Verein. Staaten. In denersten (fairen der Revolution ward er zum Generalmajor der Nationalgarde vonVersaules ernannt und zeigte dabei eine sich stets gleich bleibende Mäßigung. Den28. Die. 1791 ward er bei des Marschalls Luckiwr Armee Chef des Generalstabs,ging 179ö gegen die VendA und 1796 mit dem Grade eines Divisionögcnerals