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Besborodko
Besatzung
eine große, alte, wohlgebaute und von Ludwig X I V. stark befestigte Stadt, welchedurch den nymweger Frieden mir der Franche-Comte an Frankreich kam, jetzt derHauptort der 6. Militairdivision und der 9.Forstconservation von Frankreich , undeines Bezirks von 26 mM. mit 93,211 E. im Deport. Doubs. Der Doubs theilt die Stadt in die obere und untere, welche durch eine steinerne Krücke verbun-den sind. >Lie har 3300 H. mit 29,000 E., 6 Thore, eine Citadelle, 8 Kirchen,8 Hospitäler, einen Erzbischof, dem die Bischöfe von Antun, Vieh, Nancy,SrraSburg und Dijon untergeordnet sind; ein statt der früher hier bestandenenUniversität 1801 errichtetes Lyceum und Collegium, eine 1752 gestiftete Akademieder Wissenschaften und Künste , eine Maler - und Bildhauerakademie. eine Ar-tillerieschule, eine Uhrmacherschule für 200 Zöglinge, eine Sradtbibliothek miteiner Münssammlung, ein Naturaliencabinet, ein Museum, einen botanischenGarten, eine Ackerbaugesellschafr, eine Congregation der Töchter der Menschen-liebe :c. Die Gegenstände der hiesigen bedeutendsten Fabriken sind: Eise», Stahl,Waffen, Leinwand, Wolle, Baumwolle, Seide, Taback, namentlich Taschen - undStußuhren. — Besau- on, vor Alters Visontium, war schon zu Cäsar's Zeiten,der die Lteguaner daraus vertrieb und hier den Ariovist schlug, ein Waffenplatz.Mehre Straßen fuhren noch die alten römischen Namen, noch sieht man dieTrümmer eines Triumphbogens.
Besatzung, die in einer Festung, Stadt, Art, Derschanzung ic. zurBesetzung derselben befindliche Mannschaft. Die Regeln, nach welchen die Stärkeder Besatzung einer Festung bestimmt wird, sind verschieden. Einige rechnen aufjede 5 Fuß des Umfangs 1 Mann, Andre auf jedes Bollwerk 200. Vaubanbestimmt, wenn die Festung mit halben Monden und einem bedeckten Wege ver-sehen ist, für jedes Bollwerk 5—600 Mann, für jedes Hornwerk und jedes andrsgroße Außenwerk 600 Mann mehr, für jede abgesonderte Redoute 150 Mann,für jedes abgesonderte Fort nach seiner Größe 6—800 Mann. Die Cavaleriebestimmt er auf den 10. Theil der Infanterie.
Besborodko (Alexander, Fürst v.), StaatSsecretair unter der RegierungKatharinas II. und Pauls I., war anfangs Secretair bei dem Feltmarschall Rum-jänzoff, den er auf seinen ersten Feldzügen gegen die Türken begleitete. Dannward er bei der Kanzlei als Cabineissecretair angestellt. Sein vorzüglichstes Talentwar eine genaue Kenntniß der russ. Sprache, die er sehr rein schrieb, und einegroße Geschicklichkeit, schnell Etwas schriftlich abzufassen. Einst erhielt er denBefehl, eine Ukase zu entwerfen, vergaß aber den Auftrag, und erschien, ohne siegeschrieben zu haben. Die Kaiserin federte sie, und B., ohne sich lange zu be-sinnen, zog aus seiner Schreibtaftl ein leeres Blatt Papier und las die Ukase ab,als wenn er sie vor Augen hätte. Die Kaiserin, damit sehr zufrieden, verlangtedas Blatt zur Unterschrift, und war sehr erstaunt, es leer zu finden, machte ihmaber über seine List und Nachlässigkeit keine» Dorwurf, sondern ernannte ihn zuihrem Geh.-Ra:h und 1780 zum StaatSsecretair im Deport, der auswärt.Angelegen!). Hier genoß er das ganze Deyirauen Katharinas, ward sehr mächtigund reich, und verband sich mit der Familie Woronzoff, wodurch er ein geheimerGegner Potemkin's ward. 1791 sandte ihn die Kaiserin nach Iassy, um mitder Pforte die FricdcnSunterhandlungen fortzusetzen, die Pttemkl» abgebrochenhatte. B. schloß den Frieden zur vollkommenen Zufriedenheit der Kaiserin. Nachfeiner Rückkehr stieg sein Ansehen; allein bald verdrängte ihn der Günstling Pla-oSuboff, und B. verlor seinen Einfluß, ohne gerade in Ungnade zu fallen. AlsPaul I. auf den Thron gelangte, erhob ihn dieser in den Fürsienstand und wählteihn 1797, uni ein Bündniß zwischen Rußland und England gegen Frankreich zuschließen. B. stiftete zu Neschin im Gouvernement Tschermgow ein Gvmnafiumfür Edelleute. Er starb in Petersburg zu Anfange 1799. Mit dem Tote der