Beschicken Beschreibung 839
Geh.-Räthin Besborodko, zu Er.--Petersburg im Aug. 1824, erlosch diese er-lauchte und berühmte Familie.
Besch icken, in der Hüttenkunde, die Erze unter einander mit Flüssenund andern Zuschlägen vermengen, um sie zu den Hütkenprocessen vorzubereiten;im Münzwese», auch bei den Gold - und Silberarbeikern und bei den Zinngießernheißt es: den reinen ediern Metallen (Gold, Silber, Zinn) so viel von einem gerin-gern Metalle (Silber, Kupfer, Blei) zusehen, daß sie dadurch den verlangten gerin-gern Gehalt oder Werth bekommen. (S. Legiren.)
Beschickungsrechnung, s. Alligation.
Besch neidung, die bei mehren südlichen Völkern herrschende Sitte, dieVorhaut des männlichen Gliedes abzuschneiden. Das älteste Volk,,wo diese -Litteherrschte, sind die Ägypter, und noch wird sie bei denUrbewohnern Ägyptens , selbstbei den christlichen Kopten, auch bei den Abyssiniern (die sich bekanntlich zum Chri-sienthume bekennen) und bei andern afrikanischen Völkern, welche sie ebenso wiedie Äbyssinier von den Ägyptern empfangen zu haben scheinen, gefunden. Beiden Juden wird diese uralte Sitte, durch die sich die Nachkommen Abrahams vonandern Völkern unterscheiden sollen, als ein von Gott angeordneter Gebrauch, je-desmal acht Tage nach der Geburt vollzogen. Der Beschnittene wird dadurch gleich-sam eingebürgert, zu einem Mitgliede des Volks Gottes geweiht. Moses fandsie schon bei seinem Volke und bestätigte sie. Die mohammedanische Beschneidimgist wahrscheinlich ein uralter ismaelikischer Gebrauch, welchen Ismaeliter und Is-raeliter von ihrem gemeinschaftlichen Vater Abraham erhalten haben. Moham-med hat im Koran kein Gebot der Beschneidung gegeben, sie war schon Sitte seinesVolks und ward von demselben mit dem Islam zugleich in allen den Ländern, wodieser Glaube Eingang fand, als ein heiliger Gebrauch eingeführt. Der wahr-scheinliche Grund dieser Sitte liegt darin, daß sie die den Bewohnern heißer Länderdoppelt nöthige Reinlichkeit befördert und dadurch manchen Krankheiten wehrt;daß sie aber die Fruchtbarkeit vermehre, ist eine irrigeMeinung. Es gibt auch eineArt von Befchneidung, welche an dem weiblichen Geschlechte vollzogen wird. InÄgypten beschneidet man häufig mohammedanische Mädchen, und in Abyssinienwerden beide Geschlechter beschnitten. bl.
Beschreibung (cke-oriptio) ist die Schilderung eines Gegenstandes durchAngabe mehrer Merkmale desselben. Die Beschreibung eines Gegenstandes gibtdas Eigenthümliche desselben, die Erklärung geht auch das Allgemeine und Gesetz-liche an, wodurch er zu begreifen ist. Die Beschreibung eines Begriffs wird inder Logik diejenige Art der Erklärung genannt, welche eine unbestimmte Mehr-heit seiner Merkmale, wesentliche und zufällige, ursprüngliche und abgeleitete an-gibt, oder nach Andern den Begriff oder das Allgemeine an dem Concreten, d. i.an den besondern Vorstellungen, in welchen der Begriff enthalten ist, darstellt.Die prosaische Beschreibung, wozu die wissenschaftliche und logische gehört, bezwecktdas Verständniß des Gegenstandes, d. i. die deutliche Vorstellung und Unterschei-dung von andern; die poetische will durch Anschaulichkeit Wohlgefallen erregen.In einem engern und genauern Sinne unterscheidet man die Beschreibung von derErzählung, indem die Erzählung einen Gegenstand darstellt nach Dem, was mitihm in der Zeit vorgeht, und folglich das Successive, Begebenheit, Ereigniß zumInhalt hat, die Beschreibung aber sein Bestehen und Verhakten in Raum undZeit darstellt und mithin die neben und mit einander bestehenden Theile desselbenangibt. Im Besondern sind die Gegenstände der Beschreibung Werke der Naturund Kunst einzeln und in Verbindung, sowie körperliche und geistige Zustände undCharaktere. Die poetische Beschreibung will durch Zusammenfassung mannigfal-tiger die Phantasie anregender Merkmale zu einem Ganzen das Gefühl auf einebestimmte Weise in Bewegung setzen. Sie ist unmittelbar, wenn sie einen sinn-