Besprechen Besteck 841
die durch Länge der Zeit fester gewordene Aneignung und Verbindung der Kraft undGewalt mit einem Gegenstände — kurz, die allen Anspruch lähmende Gewohnheit,selbst da, wo der Besitz mit RechtSgründcn bestricken werden kennte oder ungernzugestanden wird, demselben einen solchen Schein der Ehrfurcht, daß man mitdem Dichter sagen kann: „Wer im Besitz ist, ist im Recht, und heilig wirds dieMenge ihm bewahren". I.
Besprechen, s. Magie.
B e sfa r a b i e n, seit dem Frieden von Dukarescht 1812 mit der Pforte, einerussische Provinz, 44° 10' —48° 3V' Ö. L., 45° 15' — 48° 13' N. Br., amschwarzen Meer, zwischen dem nördlichen Arm der Donau, dem Pruth und demDniester (891 lüM., 430,000 Einw.), ist ein ebenes Land, das viel Getreide er-bauen kann, hier und da Holz- und Wassermangel hak und meistens zur Schaf-und Pferdeweide benutzt wird. Die meisten Einwohner sind Walachen, Zigeunerund Tataren. Am Dniester liegen die Festungen Chotzym, Bender (in der NäheWarnitza, wo Karl XII. von 1709 —1712 sich aufhielt) und an der MündungAkierman (Convention mit der Pforte, 5. Oct. 1826); am nördlichen Donauarmdie Festung Ismail und Kilia nova. Die Hptst. Kischenew, der Sitz eines griechi-schen Bischofs, hat eine große Baumschule. Die Bevölkerung steigt durch die ein-wandernden Polen , Preußen, Würtemberger, Franzosen, Baiern u. s. w. (schon8300, meistens Lutheraner). Die Regierung unterhält in Bessarabien ein beträcht-liches Grenzheer, welches viele Handwerker in Kriegsbedürfnissen hierher zieht.
Bessel (Friedrich Wilhelm), Astronom und Professor der Astronomie inKönigsberg seit 1810, geb. am 22. Juli 1784 in Minden , trat, 15 I. alt, alsLehrling in eine der ersten Handlungen in Bremen . Hier erregte der Verkehr mitdem Meere bei ihm die Neigung zur Geographie, später zur Nautik. Dies ver-anlaßte ihn, sich aus Büchern einige mathematische Kenntnisse anzueignen. Daer bald zur Astronomie überging, so leitete ihn diese zu fernern Studien. Er ver-wandte dazu die Nächte, indem die Tage andern Geschäften gehörten. Eine astro-nomische Arbeit verschaffte ihm Olbers's (s. d.) Bekanntschaft, welcher von nunan sein Rathgeber wurde. 1806 ging B., auf Olbers's Empfehlung, nach Li-lienthal zu Schröter und fungirte dort 4 Jahre als Inspector der der göttingischenUniversität gehörenden Instrumente. Von hier nach Königsberg berufen, bauteer 1812 —13 die Sternwarte, welche, in diesen Unglücksjahren entstanden, einewiges Denkmal des Geistes der preuß. Regierung bleiben wird. Bis 1819 wardie königsberger Sternwarte mit engl. Instrumenten ausgerüstet, in diesem Jahregewährte aber das Ministerium ihr die Mittel, sich mit neuen Reichenbach'schenInstrumenten von der höchsten Vollkommenheit zu versehen. Außer seinen unun-terbrochen fortgesetzten Beobachtungen und zerstreuten Abhandlungen lieferte B.noch in seiner Schrift über den Kometen von 1807 eine Theorie der Störungendieser Himmelskörper und „l'uiuluuientn -i-trnnonii.io pre> 1755": einWerk, welches die Resultate aus Bradley'S Beobachtungen enthält und für jeneZeit begründen soll. Bessel zeichnet sich in seinem Verfahren durch die strenge Un-tersuchung der Grundbestimmungen aus. Für die feinern Beobachtungen, inBradley'S Zeit, bearbeitete er den ganzen Schatz der Bradley'schen Beobachtun-gen, um dadurch den Grund für jene Epoche festzustellen. Für unsere Zeitsuchte B. durch eigene Beobachtungen und durch strenge Kritik der Methoden undInstrumente die nothwendige Sicherheit herbeizuführen und überhaupt im Vater-lande des KopernicuS den Sinn für mathematische und astronomische Wissenschaf-ten wieder zu wecken. Von Bessel'S „Astronomischen Beobachtungen auf der Stern-warte zu Königsberg " erschien die 12. Abtheil., vom 1. Jan. — 31. Dec. 1826,Königsberg 1827, Fol.
Besteck, in der Schifffahrtskunde, der vom Steuermann auf der See-