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Bestreichen Betel j
Bestreichen (flankiren) heißt eine aufgestellte Trrippe, ein Festungswerk Ioder eine Verschärfung von der -Leite beschießen. Deü nächtlichen Feuers und Ge-brauchs der Kanonen wegen müssen bei der Vertheidigung zweier befestigten Linien,welche einander bestreichen sollen, selbige senkrecht aufeinander stehen. In diesemFalle ist die Vertheidigung rechtwinklig; machen aber die beiden Linien einen spitzi-gen Winkel mit einander, so ist sie einbohrend. Jene vertheidigt den Graben undhindert also den Übergang über denselben; diese beschießt die Bresche, d. i. denhier eindringenden Feind im Rücken. Geschieht die Vertheidigung mit den ge- >wohnlichen Flinten, so dürfen die Linien nicht über 250 Schritt lang sein.
Destuchef f sRiumin Alexei, Graf v.j, russ. Reichskanzler, geb. zu Moskau !1693, starb 1766. Er begleitete als Cavalier die russische Gesandtschaft zu dem junechter Frieden, ward Minister am englischen Hose, hierauf kaiserl. russischer !Oberkammerjunker und Gesandter am dänischen Hofe. Die Kaiserin Anna machte !ihn zum Geh.-Rath und Cabinetsminister. Er kam, nachdem er dem Herzog v.Kurland während der Minderjährigkeit des Prinzen Iwan die Regentschaft aus- .gewirkt hatte, und dieser entsetzt worden war, in Verhaft. Die Kaiserin Elisabeth 'aber sehte ihn auf freien Fuß, erhob ihn in den Grafenstand und machte ihn zum .Reichsvicekanzler. Er bewies sich auf diesem Posten als einen Freund des Hauses 'Östreich und brachte, vermöge feiner Abgcneigtheit gegen das preuß. Haus, 1756das merkwürdige Bündniß zwischen den beiden Kaiserhöfen zu -Ltande, leitete auch 'den Krieg wider Preußen ein. Die Unpäßlichkeit der Kaiserin ließ ihn ihren Todbefürchten; er suchte, wie man glaubt, ihre Erbfolgeverordnung umzustoßen, denGroßfürsten, Peter Federowitsch, von dem er gehaßt wurde, von der Thronfolge .auszuschließen und dieselbe auf den Prinzen Paul Pekrowitsch zu bringen. In die-ser Absicht schrieb er an den General Apraxin, der die russischen Truppen befehligte,daß er unverzüglich mit dem Heere aus Preußen zurückkehren möchte; Apraxin that solches gerade nach der für die Russen so glücklich ausgefallenen Schlacht beiGroßjägerndorf. Die Kaiserin erholte sich indessen wieder und erfuhr den Rück-zug ihres Heeres. B. wurde nun 1758, als des Hochverraths schuldig, aller sei-ner Würden entsetzt und auf einen ihm gehörigen Flecken, Goretowo, verwiesen.Seine Verbannung währte auch unter der Regierung Peters III. fort. Katharina I l. sehte ihn 1762 mit vielen Gnadenbezeigungen wieder in seine vorigen Würden ein,brauchte ihn aber nicht in Staatssachen. Während seiner Verbannung schrieb er:„Auserlesene Sprüche auü der heil. Schrift, zum Trost eines jeden unschuldig lei-denden Christen zusammengetragen" (auch ins Deutsche überseht).
Betel, in Ostindien, eine rebenartige Pflanze, welche zum Pfefferge-schlecht gehört. Die Früchte wachsen auf langen schwanzförmigen Ähren. Merk-würdig ist diese hochrankende Pflanze mit ihren langen scharfzugefpitzten siebeuner-vigen Blättern von sehr bitterm Geschmack mit einem rothen -Laste deßwegen,weil sie einer Mischung den Namen gegeben hat, welche in jenen Ländern häufig ge-kaut wird und deren Hauptbestandtheile aus den Blättern der Betelpflanze (pft.er-br-tc!, I..) bestehen. Sie werden mit Tabacksblätter», gelöschtem Kalke, und mitderArekanuß, welcheerstere (Pinang, Cardamomen, Nelken) viel Gallsäure enthal-ten soll, zusammengesetzt. Männer und Weiber von allen Ständen führen dieseMischung in einer besondern Büchse bei sich und bedienen sich ihrer unaufhörlich.So reichen die Ostindier einander die Betelbüchse, wie die Europäer die Tabacks-dose zum Zeichen der Freundschaft dar; der Geringere darf den Vornehmer» nichtanreden, bevor er nicht Betel gekaut hat. Das Betelkauen überhaupt, in gewissenFällen unterlassen, wird für grobe Unhöflichkeic gehalten. Übrigens stärkt der Ge-brauch des Betels die Speicheldrüsen und Verdauungswerkzeuge, sowie er über-haupt die Hautausdünstung vermindert und dadurch der Schwächung vorbeugt,welche in den heißen Ländern aus der zu häufigen Ausleerung des Schweißes zu