Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Beten Bethlehem 845

entstehen pflegt. Der Betel färbt nicht allein den Speichel, sondern auch die an-dern Ausleerungen backsteinrolh und zerfrißt bei zu häufigem Gebrauch die Zähne.

Beten, so viel als bitten, mit dem Unterschiede, daß beten sich nur auf dieGottheit, von der man Etwas bittet, bezieht. Auch in der griech., lat. und franz.Sprache findet jene Verwandtschaft bei den gleichbedeutenden Wörtern statt. Ineinem tiefern Sinne aber ist beten nur der christlichen Religion eigen. (S.Ge bet.)Die Griechen und Römer, wie alle heidnische Völker, breiteten die Hände beim Be-ten aus, eben weil sie beteten, um zu empfangen. Diese alte Art zu beten behieltendie Christen anfangs bei, veränderten aber, als die Staurodulie einriß, diese Hal-tung, indem sie, um die Kreuzigung des Heilandes zu versinnbilden, die Armegleich weit ausspreizten, wobei sie sich oft bei Stunden langen Gebeten die der Un-terstützung bedürftigen Arme durch ihreDiener stemmen und halten ließen. Späterlegte man auch die Arme kreuzweise über einander u. ahmte so die orientalische Bitteder Unterthänigkeit ».Demuth nach; dann hob man bloß die übereinandergelegtenhalb hohlen Hände, bis es endlich zu unserm jetzt üblichen Händefalten kam, das imAlterthume sowol ein Zeichen des tiefsten Schmerzes als der Herabwürdigung war.Unter vielen Nationen, wie bei den heutigen Griechen, ist es auch gewöhnlich, sichbeim Beten nach Morgen, der Gegend des heiligen Grabes, zu richten. 22.

Betfahrt heißt das Pilgern zu einem Liebenfrauenbilde, wobei geopfertwird. Betfahrken sind öffentliche Processionen, wo die Bilder der Heiligen mitGesang, Fahnen und Kreuz durch die Felder getragen werden, zur Erhaltung derFrüchte. Da dieses gewöhnlich 3 Tage vor Himmelfahrt geschieht, so hat dieseWoche den Namen Bctfahrt- oder Betwoche, und die 3 Tage vor Himmelfahrthaben den Namen Betrage bekommen.

Bethesda, Teich im jüdischen Lande, dessen Name Ort der Barmherzig-keit bedeutet. In den 5 Hallen oder bedeckten Gängen desselben hielten sich vieleKranke auf, welche, nach Johannes Berichte (C. 5.), auf die Bewegung desWassers warteten, um sich darin zu baden. Nach der Meinung der Juden warddiese Bewegung durch einen Engel bewirkt, der zu einer gewissen Zeit in den Teichstieg; und der Kranke, welcher nach dieser Bewegung zuerst in das Wasser kam,wurde gesund. Das Wasser dieses Teiches scheint ein rorh gefärbtes mineralischesWasser gewesen zu sein, das seine Heilkraft von dem rothen Schlamme, der aufdem Grunde lag, erhalten hatte. Fing die eine Zeitlang verstopfte Gesundheits-quelle wieder an zu sprudeln, und benutzte der Kranke dieselbe, ehe die Bewegungaufhörte, so bewies sie Heilkraft. Noch jetzt braucht man die Redensart: amTeiche BetheSda liegen, im bildlichen Sinne, besonders von den Eandidaten desPredigtamts, welche einer Anstellung sehnlich entgegensehen.

Bethlehem, 1)der Geburtsort Christi , einDorfsehemalSeine Stadt) inSyrien, oder genauer: in Palästina, welches einen Theil von Syrien ausmacht,im Paschalik Damaskus, eine Meile südlich von Jerusalem , an einem ganz mitWeinstöcken und Olbäumen bedeckten Berge, wohin, eine Wasserleitung fuhrt,welcher jedoch nicht mit dem in der Bibel erwähnten L)elberge zu verwechseln ist,mü 300 H. und 2400 griech. und armenischen Emw., welche hölzerne Rosen-kränze und mit Perlmutter eingelegte Crucifixe für die Pilger verfertigen und sehrguten weißen Wein bauen. In einer reich mit silbernen und krystallenen LampenauSgezierten Grotte, unter dem Chor einer hiesigen Klosterkirche, wird ein mäßigesBecken von Marmor gezeigt, welches die Krippe sein soll, in welche Christus alsKind gelegt worden. — 2) Bethlehem , die Hauptniederlassung der evangel.Brüdergemeinde in Nordamerika , eine 1741 gegründete Stadt in der pennsylvani-schen Grafschaft Northampton am Einfluß des verschiedene Mühlen treibendenManakiiw-Creek (Bach) in den Leheigh, 11 Meilen nordwestl. von Philadelphia ,75° 14' W. L., 40° 37' N. B. von Grcenwich, mit einer schönen Kirche, 100