Band 
Erster Band. A bis Bl.
Seite
846
JPEG-Download
 

8!8 Bethlen Bcthmann

steinernen H. und 1436 Einw., welche deutsch sprechen und Manufakttiristen sind;Sitz eines Bischofs. Die 3 verschiedenen Häuser für unverheirarhete junge Alän«ner, Dlädchen und Witwen zeichnen sich durch die in ihrem Innern herrschendefast klösterliche Zucht aus. In die damit verbundenen zweckmäßigen Konschulenwerden auch Kinder andrer christlichen Glaubensverwandten aufgenommen. —.3) Bethlehem, s. Bedlam, im Art. London .

Bethlen (Gabriel), gewöhnlich, nach der altungarischen Gewohnheit,die Taufnamen den Familiennamen nachzusetzen, Bethlen Gabor genannt,geb. 1580, aus einem angesehenen oberungarischen, auch in Siebenbürgen begü-,terten Geschlechte, welches die protestantische Religion angenommen harte. Beiden Unruhen in Siebenbürgen, während der Regierungen SigiSmunds und Garbriels, aus dem Hause Bathori, wußte Bethlen sich unter den Großen des LandesFreunde zu machen; und nach dem Tode der beiden unglücklichen Fürsten, 1613,gelang es ihm, sich mitstürkischer Hülfe zum Fürsten von Siebenbürgen erwählen,zulassen, da das Haus Östreich damals nicht in der Lage war, seine Ansprüche aufdieses„Land gegen ihn zu behaupten. Als 1619 die böhmischen Stände sich ge-gen Östreich auflehnten, verband sich B. mit ihnen, drang mit einem starkenHeer in Ungarn ein, eroberte Presburg, bedrohte Wien und ließ sich am 25.,Aug. 1620 zum Könige von Ungarn erwählen. Als jedoch das Glück den kaiserl.Waffen günstig geworden war, machte Gabor mit Ferdinand Frieden und ver-zichtete auf das Königreich und den königl. Titel, wogegen ihm 7 ungarische Ge-spannschasten nebst der Stadt Kaschau überlassen und die schlesischen Fürstenthürmer Öppeln und Ratibor zugesagt wurden. Aber schon 1623 griff der unruhigeFürst wieder zu den Waffen und drang mit 60,000 M. bis gegen Drünn in Wäh-ren vor, ward aber, als die Bereinigung mit den Truppen des Herzogs Christianvon Braunschweig nicht gelang, bewogen, 1624 einen Waffenstillstand einzuge-hen und, unter den vorigen Bedingungen, aufs neue Frieden zu schließen. Einwiederholter Friedensbruch, den B. 1626 mit dem Grafen von Mansfeld ver-abredet hatte, blieb ebenfalls, da Letzterer von Wollenstem geschlagen ward und,von allen Hülfsmitteln entblößt in Siebenbürgen ankam, ohne weitere Folgen.Am5. Nov. 1629 starb Gabor, im 50. I. seines unruhigen und tharenreichenLebens, mir Hinterlassung eines Testaments, worin er sein Land und seine kin-derlose Witwe, eine geb. Prinzessin von Brandenburg , der Obhut des römischenKaisers Ferdinand l>. empfahl, übrigens den türkischen Kaiser zum Vollstreckerseines letzten Willens ernannte, und Jedem derselben, sowie dem römischen Kö-nige, Ferdinand III. , ein schönes Pferd mit kostbarem Geschirr und 40,000 Du-katen an baarem Gelde vermachte.

Bethmann (Fricterike Auguste Konradine), verehelicht gewesene Unzel-mann, war eine der ersten Zierden des berliner NationalrheaterS, geb. den 24.Jan. 1766 zu Gotha , wo ihr Baker, Namens Flittner, herzogl. Beamter war.Nach deni Tote desselben verheirathcte sich ihre Mutter mit dem>LchauspieldirectorGroßmann. Dieser ging mit seiner Familie 1779 in die Rheingegenden, wo sichdie Tochter mir Hin. Unzelmann, dem noch jetzt in Berlin lebende», durch seinreiches Talent allgemein beliebten Komiker, verheirarhete und die Bühne betrat.Ihre angenehme Stimme machte, daß sie sich zuerst in der Oper versuchte, die sieauch späterhin nie ganz aufgab. Bald erhielt sie durch Gesang und Epiel in mun-tern und naiven sowol als empfindsamen Rollen großen Beifall und ward nebstihrem Gatten nach Berlin gerufen, wo sie sich nach und »ach zu einer der erstenSchauspielerinnen, welche Deutschland besessen hat, ausbildete. 1803 ließ siesich von ihrem Gatten scheiten, um sich mir dem ebenfalls in Berlin angestelltenSchauspieler Bekhmann zu verheiraihen. Sie starb 1814. Eine wahrhaft schö-pferische Phantasie, ein tiefes und zartes Gefühl, ein scharfer Verstand vereinigten