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ten, ja durch Beschimpfung des ehrlosen Standes ssir Ehe psychologisch zuzwingen suchten. Wer z. A die meisten ehelichen Kinder hatte, erhielt unter allenübrigen Candidaten bei Amterbesetzungen den Vorzug. Wer 3 Kinder hakte,war von allen persönlichen Lasten befreit, und freigeborene Weiber, die 3, frei«^gelassene Weiber, die 4 Kinder hatten, wurden der beständigen Vormundschaft,!welcher sonst die Weiber unterworfen waren, entlassen. Ehelofe Frauenzimmer!über 45 Jahre durften keine Juwelen tragen und sich keiner Sänfte bedienen u. s. w.Ludwig XlV. ertheilte Denen Pensionen, welche 10 und mehre Kinder hatten, jund in andern Ländern trifft man ähnliche Verfügungen an. (Dgl. Hage-stolziat.) Das Unzweckmäßige, selbst Ungerechte solcher Maßregeln konnte dem 'Nachdenken nicht entgehen. Man verwarf das Bevölkerungsprincip und behaup- ltete nun im Gegentheil: daß die Politik der Zunahme der Bevölkerung Hindernisse >in den Weg legen müsse. Sowie sich Niemand mehr Mühe gegeben hat, demBevölkerungsprincip die weiteste Ausdehnung zu geben, als Sonnenfels (in sei-ner „Polizei- und Finanzwissenschaft" und in dem „Handbuch der innern Staats-verwaltung") , so hat MalthuS dieses System am schärfsten bestritten und denGrund zu einem entgegengesetzten Wystem zu legen gesucht (in seinem von Hege« ,wisch insDeutsche übersetzten Werke „,4i> ni> t>,e p>, inciple c>l piujxilutioi,",3. AuSg., London 1806). Ma.lthuS schließt: „In einem Lande können nichr mehrMenschen eyistiren, als die Nahrungsmittel, welche in demselben durch den mensch-lichen Fleiß gewonnen werden, ernähren können. Wenn nun erwiesen werden kann,daß in allen Ländern, wo eine nur leidliche Regierung herrscht, die Vermehrungdes Menschengeschlechtes, sobald sie einen gewissen Grad erreicht hat, in viel grö-ßerer Proportion wächst, als die zur Ernährung derselben nothwendigen Nah-rungsmittel: so ist klar, daß die größte Noch eintreten, und daß diese sich mit je-dem Jahre vermehren Müsse, wie die Disproportion zwischen der Menschenmengeund den Nahrungsmitteln immer größer wird. Denn ist die Bevölkerung so starkgeworden, daß nur die größte Anstrengung und Kraft des Volkes im Stande ist,die nöthigen Nahrungsmittel für die Bevölkerung zu schaffen, so würde für denZuwachs des folgenden Jahres nicht anders der Lebensbedarf geschafft werden kön-nen, als daß man denselben der bereits vorhandenen Volksmenge entzöge. Nun,schließt er weiter, sind aber alle unsere civilisirten Länder entweder auf dem Punkte,oder doch demselben mehr oder weniger nahe, wo dem Boden, welchen sie bewohnen,alle demselben möglicherweise abzugewinnenden Lebensrnittel abgewonnen werden,und wenn auch noch Einiges mehr ihm durch größere Anstrengung und Fleißabzugewinnen ist, so kann es doch nicht in solcher Proportion geschehen, als dieBevölkerung jährlich wächst, und Noth und Elend ist daher in allen cultivirtenStaaten im Anzüge, wogegen keine Rettung ist, als daß die Regierungen einer-seits der anwachsenden Bevölkerung entgegenwirken, oder andrerseits den jährlichentstehenden VolkSüberfiuß durch Stiftung von Colonien u. a. zweckmäßige Mittelvon ihrem Lande entfernen". Wenn daher Einige die Einführung der Kuhpocken-' impfung, die Verminderung der Pest und andrer Seuchen als eine große Wohl-that des menschlichen Geschlechts betrachten, so muß man sie, nach Malthus'sSystem, vielmehr als große Übel ansehen, die nur das Unglück und die Noth desMenschengeschlechts durch das Elend des Hungers, das sie unvermeidlich herbeifüh-ren, vernieten. — Bei einer gründlichen Untersuchung zeigt sich, daß die Bevöl-kerung zwar ein Zweck dcp Staats sein kann, daß aber die Beförderung diesesZweckes durch andre höhere Staatszwecke eingeschränkt bleibt, und daß der Staatnur da Bevölkerung befördern solle, wo sowol sie selbst als deren Beförderungdurch den Staat, und die Mittel, wodurch es geschieht, der Erfahrung zufolge,als gemeinsamer Staatszweck gedacht werden können. Viele der allgemeinen Sätze,welche MalthuS bei seinem System zum Grunde legt, sind entweder ganz falsch